Schorndorf

Ronny Senst ist unheilbar krank: Schorndorfer braucht dringend ein neues Auto

Ronny Senst
Ronny Senst in seinem Wohnzimmer. Nur sehr selten kann er die Wohnung verlassen. © ALEXANDRA PALMIZI

Ronny Senst, 38 Jahre alt aus Schorndorf, hat einen unheilbaren Tumor im Rückenmark. Als man ihn vor rund neun Jahren notoperierte, hatte man den Tumor nicht ganz entfernen können. Schon damals war klar: Der Tumor wird weiter wachsen, Sensts Zustand wird sich weiter verschlechtern. Seit langem sitzt er teilweise im Rollstuhl, hat Muskelschwund und Schmerzen, große Schmerzen. Seine Frau und seine beiden Kinder – die Tochter ist neun, der Sohn 14 Jahre alt – müssen seine unendlichen spastischen Nervenkrämpfe mit ansehen und mit anhören. Der Tumor drückt auf Nervenstränge. Die Krämpfe treten häufig auf, sehr häufig. Beeinflussen kann er sie nicht, obwohl er starke Medikamente nimmt. 

Keine Aussicht auf Besserung: Operation birgt großes Risiko

Oft schreie er so laut vor Schmerzen, dass ihn die Nachbarn hören, erzählt Ronny Senst. „Einmal im Monat mindestens rufe ich den Notarzt. Dann werde ich in die Klinik gebracht und bekomme mehr Morphium.“ Aussicht auf Besserung? Fehlanzeige. Eine Operation birgt ein großes Risiko – die Querschnittslähmung droht. Aber irgendwann, wenn die Schmerzen gar nicht mehr auszuhalten sind, stehe die OP an, sagt Senst. Und jetzt, jetzt muss es wohl sein. Zeit habe er sich mit einer Entscheidung gelassen, sich mehrere Arztmeinungen eingeholt. Nun hat er Ende August einen Vorstellungstermin für eine Operation. Mit ungewissem Ausgang.

Ronny Senst wendet sich an Schorndorfer Nachrichten

Es ist nicht das erste Mal, dass Ronny Senst sich an die Schorndorfer Nachrichten wendet. Während der Keimzellentumor, den er schon seit seiner Geburt hat, in den ersten 27 Jahren seines Lebens kaum gewachsen war, hat er in den vergangenen Jahren gewaltig an Größe zugelegt. Jedes Jahr wurde sein Zustand schlechter. Zuletzt hatte Ronny Senst im Mai 2022 die Schorndorfer Nachrichten kontaktiert: Er schilderte seine Lage und bat, ihm zu helfen, eine behindertengerechte Wohnung zu finden. Bisher ohne Erfolg. „Wir sind immer noch in unserer kleinen Dreizimmerwohnung, die leider nicht im Erdgeschoss ist, was es mir auch schwer macht, die Wohnung zu verlassen“, erzählt der Familienvater. Zwar fühlt sich die Familie in der Schorndorfer Fuchshof-Siedlung wohl, aber wenn es sich anbieten würde, wären sie bereit, sich räumlich zu verändern.

Den Alltag zu bewältigen – nicht einfach. Ronny Senst kann die Wohnung ohne Hilfe seiner Frau nicht verlassen. Sie arbeitet einmal pro Woche als Sprechstundenhilfe. Ansonsten pflegt sie ihren Mann. Finanziell kann das Ehepaar keine großen Sprünge machen. Große Unterstützung bekommen die beiden, „so gut und so viel es geht“ von der Familie, wenn Ronny Senst beispielsweise zum Arzt muss und die Kinder betreut werden müssen.

Jetziges Auto passt nicht mehr zum Leben der Schorndorfer Familie

„Wenn ich mit zum Einkaufen möchte, dann ist das immer ein Riesenact. Meine Frau muss den Rollstuhl auseinanderbauen, um ihn in unserem Auto verstauen zu können. Aber dann ist kein Platz mehr für die Kinder. Also ist es meistens so, dass ich zu Hause bleibe“, nennt der 38-Jährige ein Beispiel. „Vor meiner Diagnose haben wir uns einen BMW gekauft, einen tiefergelegten Wagen“, fügt Senst an. Der passt natürlich nicht mehr zum Leben. Das Geld für ein behindertengerechtes Auto hat die Familie schlichtweg nicht. „Wir waren seit nun knapp zehn Jahren nicht wirklich außerhalb von Schorndorf unterwegs.

Urlaub ist mit dem aktuellen Auto nicht denkbar

Natürlich fragen mich meine Kinder, wann wir mal in den Urlaub fahren.“ Mit dem BMW ist das undenkbar. Ronny Senst schildert es bildhaft: „Sie müssen sich vorstellen, wenn ich diese schlimmen Krämpfe bekomme, dann kann ich die im Sitzen nicht aushalten, ich muss stehen oder liegen.“ Was er schon erlebt hat? „Wir mussten schon auf Rastplätze fahren, damit ich aussteigen und mich irgendwo hinlegen konnte. Und dann stehe ich die Krämpfe durch und schreie vor Schmerzen.“ Aber die Blicke oder die Äußerungen, mit denen Ronny Senst schon konfrontiert wurde, schmerzten zusätzlich. „Beschimpfungen, Drohungen, fiese Kommentare – nur selten fragt jemand, ob er helfen kann.“

Senst will Krampfanfälle in der Öffentlichkeit vermeiden

Diese Krampfanfälle in der Öffentlichkeit zu bekommen, das möchte Ronny Senst vermeiden. „Wenn wir einen umgebauten kleinen Bus hätten, könnte ich mich hinlegen, wenn ich einen Anfall habe, oder meine Frau könnte mich im Rollstuhl befördern.“ Man hätte sich schon nach einem Wagen umgeschaut, fündig geworden sei man noch nicht. Ein Sprinter oder Ähnliches – und sei es noch so alt –, in das sich eine Liege einbauen ließe – das wäre es. Mit der Firma Felitec, die Spezialist in Sachen individuelle Mobilitätslösungen im behindertengerechten Fahrzeugumbau ist, habe er telefoniert: „Sie könnten solch ein Fahrzeug umbauen und auf meine Bedürfnisse anpassen“, sagt Senst.

Fahrzeug sollte Automatik-Getriebe haben

Aber es muss halt erst mal ein Fahrzeug her, das bezahlbar ist. Hinzu komme – und das sei ein großes Problem –, seine Frau könne nur Automatik fahren. „Und ein günstiger Bus mit Automatik-Getriebe – das gibt es nicht.“ Die Hoffnung aufgeben? Nein, das möchte Ronny Senst nicht. Vielleicht wird jemand durch den Artikel aufmerksam und hat eine Idee bezüglich des Autos. Wie es weitergeht? Ronny Senst sieht nun erst mal seinem OP-Besprechungstermin Ende August entgegen. Wer Kontakt zu Ronny Senst aufnehmen möchte, kann dies unter der Handynummer 01 76/20 55 88 41.

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