Schorndorf

Sauberes Flauschefell für Fiffi

1/5
_UE_4065_0
Nino lässt die Duscherei geduldig über sich ergehen. Das ein oder andere Leckerli trug aber durchaus zur Motivation bei. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
2/5
b22a2f91-1306-4269-ab72-65c47c502efc.jpg_1
38 gemütliche Grad hat das Duschwasser. So wird es den Vierbeinern weder zu warm noch zu kalt. © Büttner / ZVW
3/5
9154d696-c33b-4436-ac53-3f1b5a96a6ae.jpg_2
Zwischen einem und fünf Euro kosten die Waschprogramme. © Büttner / ZVW
4/5
f97de526-9742-438f-9e47-37ab1e43f667.jpg_3
Geschafft. Pfoten sauber, heim geht’s. © Büttner / ZVW
5/5
_UE_4023_4
Nino – mit frischen und sauberen Pfoten. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)

Schorndorf. Waschen, legen, föhnen – und dann schick frisiert weiterflanieren. Wenn der Vierbeiner sich beim Spaziergang wieder einmal mitten in der Schlammpfütze gewälzt hat, kann in Zukunft das Badezimmer sauber bleiben. Am Grafenbergweg ist jetzt eine Hundewaschanlage aufgestellt worden. Tanja Kistner und ihr Hund Nino haben die Anlage getestet. Immerhin: Nino hat die Waschung über sich ergehen lassen.

Nino kommt aus Italien, ist neuneinhalb Jahre alt und hat dunkelblondes Haar. Das allerdings hat noch nicht allzu oft Shampoo und Duschkopf gesehen. Richtig gerne lasse er sich nämlich nicht waschen und daher sei es in der Wanne daheim auch nicht grad vergnügungssteuerpflichtig, wenn Frauchen Tanja Kistner ihm mit Reinigungswille zu Leibe rückt. Schließlich muss nach der hundseitig unfreiwilligen Waschaktion beinahe das gesamte Badezimmer gescheuert werden. Gelegen kommt da die neue Hundewaschstraße, die Manfred Mangler neben seiner Autowaschanlage am Grafenbergweg installiert hat.

Hundedusche: Optimal nach Schlammspaziergang

Wie es dazu kam? Er habe von solch einer Anlage im Radio gehört. „Ich fand die Idee lustig.“ Eine kurze Recherche und schon war klar: Im Rems-Murr-Kreis gab es noch keine solche Anlage. „Das ist hier ein neuer Markt“, erklärt der Geschäftsmann. Und da im Herbst ohnehin Arbeiten an der Autowaschanlage durchgeführt werden mussten, wurde gleich noch ein neuer Wasseranschluss für die 25 000 Euro teure Anlage verlegt. Im Oktober wurde sie dann eröffnet. Dass sich die Hundedusche rentiert, davon sind die Investoren überzeugt.

Natürlich sei’s eher ein Sommergeschäft, weshalb die Investoren erwarten, dass es erst im nächsten Jahr so richtig losgeht mit dem Hundewaschbusiness. Allerdings: Wenn im Winter (falls er in diesem Jahr denn noch kommt) erst die Straßen und Gehwege gesalzen sind, wird so mancher Vierbeiner vielleicht doch noch in den Genuss einer warmen Pfotendusche am Ende des Spaziergangs kommen. Immerhin: Die Lage der Anlage am Fuße des Grafenbergs ist optimal. Etliche Vierbeiner werden hier täglich entlanggeführt.

Tanja Kistner hat ihren zweieinhalbjährigen Sohn Felix zum Testwaschspektakel mitgenommen. Während Hund Nino recht entspannt und zunächst ebenso unbeteiligt vor der blauen Anlage steht, ahnt der kleine Felix, dass es seinem vierbeinigen Freund gleich an den ungewaschenen Kragen geht. Und so guckt er skeptisch und kriegt es auch ein bisschen mit der Angst zu tun, während Nino mit Hilfe von Leckerlis in zwei Sorten die Rampe zur Stahlwanne hinaufgelockt wird. Er findet alles gar nicht aufregend. Schnuppert, knabbert an den Hundekeksen, guckt herum und plötzlich steht er in der Wanne, lässt sich problemlos mit seiner Leine anschnallen.

Aber der Gute hat ja auch Glück. Für eine Vollwäsche ist es an diesem Vormittag einfach zu kalt. Frauchen Tanja Kistner entscheidet sich für die Unterbodenwäsche. Die Pfoten sollen mal richtig poliert werden. Los geht es: Münze einwerfen, Programm wählen. Zunächst werden Ninos Pfoten nass gespritzt. Kein Problem. Er bleibt entspannt. Angenehme 38 Grad hat das Wasser, da kann man nicht meckern. Dann kommt das extra Pfotenshampoo zum Einsatz. Durchaus für den täglichen Einsatz sei es geeignet. Schließlich ist es parfümfrei, frei von sämtlichen schädlichen Inhaltsstoffen, auf Naturbasis außerdem. Ein wahrer Wellnessgarant wäre das Shampoo für die Ganzkörperreinigung. Hier gibt’s noch beigesetzte Vitamine, die das Fell glänzen lassen. Anschließend wieder die Dusche. Ninos Pfoten sind nun blitzesauber, auch zwischen den Zehen ist kein Staubkorn mehr zu finden.

Nun der Föhn. Sanft umbläst Frauchen die Hundebeine. Die Haare wehen fluffig im Wind. Nino lässt es gern geschehen. Auch Felix ist inzwischen entspannt. Es scheint dem haarigen Freund gutzugehen. Ein Eingreifen erscheint unnötig. Dann mit flauschigen Pfoten geht es wieder abwärts, die Rampe hinunter. „Eine schöne Arbeitshöhe“, findet Tanja Kistner.

Hygienisch und ausgetüftelt

Hunde bis zu 80 Kilogramm könnten in der Wanne geduscht werden. Zwischen 20 und 40 Minuten dauert ein Waschgang. Je dichter das Fell, desto länger der Föhnvorgang. Der Föhn wurde laut Hersteller speziell für das Föhnen von langem Hundefell entwickelt und pustet 3000 Liter Luft pro Minute durch den Schlauch. Die Wanne hat einen Zwischenboden, auf dem der Hund während der Wäsche steht. Darunter befindet sich der Wannenboden, in welchem ein Filter eingebaut ist. Der Zwischenboden sorgt unter anderem dafür, dass schon während der Waschgänge alle Haare aus der Wanne gespült werden. So steht der Hund nicht in den eigenen Haaren. Und nachfolgende Besucher haben eine saubere Wanne.

So selten wie möglich, so oft wie nötig

„Das Fell des Hundes ist mehr als nur ein Schmuck, es zeigt, ob ein Hund gut ernährt und regelmäßig gepflegt wird. Ein regelmäßig gebürstetes und gewaschenes Fell hat eine lockere Struktur, wodurch der Wärmetausch, besonders im Sommer, erleichtert wird. Durch eine gute Durchlüftung des Fells wird auch sichergestellt, dass der Hund keine Hautreizungen entwickelt, und es ist einfacher, Insekten, wie zum Beispiel Zecken, in einem sauberen Fell zu entdecken.“ So begründet der Hersteller der Waschanlagen auf seiner Internetseite, weshalb Vierbeiner regelmäßig durchs Wasser gezogen werden sollten.

Vor dem Baden sollte der Hund, wenn möglich, noch einmal gut gebürstet werden, um das Fell zu entwirren. Kleine Knötchen und Verfilzungen des Hundehaars könnten sich durch den Kontakt mit Wasser noch verfestigen und sollten daher vorher entfernt werden.

Das Abbrausen sollte langsam und vorsichtig und am besten von hinten nach vorne erfolgen, damit kein Wasser in die Augen, Ohren oder Nase des Hundes gespült wird.

Das Hundeshampoo muss gründlich aus dem Fell gewaschen und der Vierbeiner danach sanft mit einem Handtuch abgetrocknet oder geföhnt werden. Und damit sich der Vierbeiner weiterhin gerne baden lässt, darf natürlich nach dem Baden die Belohnung für den Hund nicht vergessen werden!

Anders als beim Menschen ist regelmäßiges Baden oder Duschen für Hunde nicht notwendig. Im Gegenteil: Zu häufige Bäder, besonders wenn ungeeignete Shampoos und Seifen verwendet werden, zerstören die schützenden Fettschichten auf Haut und Fell des Hundes. Ist der Vierbeiner allerdings stark verschmutzt und hat sich beispielsweise auf einem Spaziergang gewälzt, ist der Gang ins Badezimmer nicht zu vermeiden. (Tipps aus tiermedizinportal.de)