Schorndorf

Schimmel-Problem an Grundschule

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Die Fuchshofschule ist Kulturdenkmal. Deshalb darf sie, trotz des maroden Zustands, wohl nicht abgerissen werden. © Ramona Adolf

Es bleibt ein gewisses Maß an Unverständnis, kommunalpolitischen Stress verursacht die Bekanntgabe des Landesdenkmalamts aber erst mal nicht: Die Fuchshofschule ist Kulturdenkmal, der längst geplante Abriss des maroden Schul-Provisoriums aus den 1960er-Jahren fraglich. Das weitaus größere Problem sehen OB Matthias Klopfer und Bürgermeister Thorsten Englert aber im Rainbrunnen: Dort sind zwei Grundschul-Klassenzimmer von Schimmel befallen.

Eltern und Lehrerinnen sind schon länger aufgeschreckt, jetzt nimmt auch die Stadt Schorndorf das Problem „sehr ernst“: In zwei Klassenräumen der Grundschule im Rainbrunnen wurde bei Raumluftmessungen in den Sommerferien Schimmel entdeckt – in einem Schimmelpilze der eher unbedenklicheren Risikogruppe 1, im anderen der gefährlichen und gesundheitsschädlichen Risikogruppe 2. Verursacht durch Kondenswasser, das zwischen Decke und Dachraum nicht entweichen kann. Das haben Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Bürgermeister Thorsten Englert, nachdem sie vergangene Woche den Ältestenrat und den Gemeinderat informiert haben, jetzt in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Info-Veranstaltung für die Eltern geplant

Bereits im vergangenen Jahr gab es nach einem durch ein undichtes Dach verursachten Wasserschaden Schimmel an einer Wand im Kunstraum, jetzt sind zwei Klassenräume betroffen. Da Oberbürgermeister Matthias Klopfer selbst unter einer Schimmelpilzallergie leidet, ist ihm das Ausmaß möglicher Gesundheitsgefahren bewusst. Schnell und transparent – so will die Verwaltungsspitze jetzt auf das Problem reagieren. Soll heißen: Im Moment ist sie in engem Dialog mit Rektorin Karola Gross, für die beiden betroffenen vierten Klassen sind innerhalb des Schulgebäudes Ausweichräume gefunden, das Gesundheitsamt ist eingebunden, die Eltern bekommen die Möglichkeit, das von einer Fachfirma erstellte Gutachten im Fachbereich Gebäudemanagement einzusehen. Außerdem ist für Mittwoch kommender Woche eine Info-Veranstaltung für die Eltern geplant.

Sollte in den Herbstferien bei Messungen in fünf weiteren Klassenzimmern ebenfalls Schimmel zutage treten, werden diese „kurzfristig gesperrt“, kündigt Klopfer an. Auf jeden Fall sollen in den Ferien aber die betroffenen Räume hergerichtet und die Decke mit einer Folie abgedichtet werden, damit keine Feuchtigkeit mehr eindringen und ein notwendiger Neubau noch bis ins Jahr 2025 hinausgezögert werden kann. Zum jetzigen Zeitpunkt ist OB Klopfer vor allem diese Botschaft wichtig: „Die Kinder können in die Schule.“

Marode Fuchshofschule ist wertvolles Kulturdenkmal

Keinen Handlungsdruck verspüren Klopfer und Englert indes bei der Fuchshofschule. Nachdem im September bekannt wurde, dass das Landesdenkmalamt prüft, ob es sich bei der maroden und vom Gemeinderat für den Abriss freigegebenen Fuchshofschule um ein Kulturdenkmal handelt, und dies jetzt auch bestätigt hat, will die Stadt zunächst geklärt haben, ob eine notwendige Generalsanierung überhaupt wirtschaftlich ist. Mitte November ist ein Termin mit dem Landesdenkmalamt, das gerade alle Nachkriegsschulen unter die Lupe nimmt, anberaumt. Da die Stadt den Umzug der Fuchshofschule in die ehemaligen Räume der Karl-Friedrich-Reinhard-Schule in der Grauhalde und den Abriss der Pavillon-Schule sowieso erst für 2022 geplant hat, fühlt sich OB Klopfer nicht unter Druck: „Das ist kein kommunalpolitischer Stress“. Vielleicht, stellt er in den Raum, könne es ja auch einen Kompromiss geben und nur einer der fünf Pavillons erhalten bleiben, der Rest, wie geplant, durch Wohnbebauung ersetzt werden.

Schule seit Jahren in einem miserablen Zustand

Tatsächlich hat das Landesdenkmalamt in seiner Begründung aber gerade den Umstand herausgestellt, dass in Schorndorf nicht nur wie sonst üblich ein oder zwei Pavillons des Fertigbausystems Variel „Programm 58“ realisiert wurden, „sondern eine ganze Schule aus fünf Gebäuden entstand“. Dass die Fuchshofschule aus wissenschaftlichen, also baukonstruktiven, bauökonomischen und architektonischen Gründen als Kulturdenkmal eingestuft wird und als Nachkriegsbau eine adäquate Lösung für den Schulraumbedarf für die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre darstellte, kann für OB Klopfer und auch Schulleiterin Ursula Daiber aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schule seit Jahren in einem miserablen Zustand ist: In die 55 Jahre alten Provisorien hat es bereits reingeregnet, es gab Schimmelbefall, seit Jahren wird zum Fenster rausgeheizt. Für Schulleiterin Daiber sind die Gebäude der Fuchshofschule, auch wenn sie vom international tätigen und etablierten Schweizer Architekten Fritz Stucky in Zusammenarbeit mit Rudolf Meuli in Zug entwickelt wurden, also „keine Option auf Dauer“. Die Behelfsbauten, stellt auch Bürgermeister Englert klar, „sind schon lange, lange am Ende ihres Lebenszykluses angekommen“. Darum ist er optimistisch, dass hier „das letzte Wort noch nicht gesprochen ist“. Denn: Unter zwei Millionen Euro wird eine Generalsanierung, die einen Fortbestand der Fuchshofschule für weitere 50 Jahre sichern sollte, aus seiner Sicht nicht zu haben sein.


Stinkende Klos in der Grundschule

Obwohl die Stadt Schorndorf die Toiletten im Eingangsbereich der Rainbrunnen-Grundschule im Jahr 2016 für 100 000 Euro saniert hat, wurden immer wieder Klagen über stinkende Klos laut. Sahen Eltern die Ursache in viel zu langen Putzintervallen, Schule und Stadt eher in Jungs, die absichtlich danebenpinkeln und Erstklässler, die es noch nicht schaffen, richtig zu treffen, ist mittlerweile klar: Ein defektes Rückventil war verantwortlich für den Gestank. Mittlerweile, versichert Rektorin Karola Gross, „hat sich dieses Problem in Luft aufgelöst“.