Schorndorf

Schnelles Internet in Schorndorf: Breitband-Ausbau geht weiter

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Breitbandausbau in Miedelsbach. © Gaby Schneider

Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause aus – doch fürs Home-Office braucht man meistens schnelles Internet. Für den Ausbau der Breitbandversorgung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung weitreichende Beschlüsse gefasst. Für die Kernstadt sowie die Ortsteile Buhlbronn, Schornbach inklusive Mannshaupten und Haubersbronn will die Stadt in diesem Jahr Förderanträge bei Bund und Land stellen und ein Jahr später mit dem Ausbau starten.

Die Stadtverwaltung rechnet mit Zuschüssen in Höhe von 20 Millionen Euro – das sind 90 Prozent der voraussichtlichen förderfähigen Kosten. Zehn Prozent, also geschätzte 2,3 Millionen Euro, muss die Stadt selbst aufbringen. Beschlossen hat der Gemeinderat außerdem, bei dem Prozess externe Berater hinzuzuziehen. In den kommenden beiden Jahren sollen Juristen und fachliche Experten die Stadtverwaltung bei den aufwendigen Förder- und Ausschreibungsverfahren unterstützen. Die Kosten dafür liegen bei 170.000 Euro. Auch dafür stehen Fördergelder in Aussicht.

Die Unterversorgung wurde mit einer Markterkundung ermittelt

Anders als andere Kommunen im Kreis hat sich Schorndorf im Jahr 2018 entschlossen, dem Zweckverband Breitbandausbau nicht beizutreten, sondern die Versorgung mit Breitband in eigener Verantwortung zu stemmen. In den Glasfaserausbau wollten Stadt und Stadtwerke 50 bis 60 Millionen Euro investieren. Doch inzwischen sind die für den Ausbau nötigen Investitionssummen in die Höhe geschnellt, andererseits haben sich aber auch die Förderrichtlinien von Bund und Land verändert. Nach Schätzung der Verwaltung steht der Stadt ein Potenzial von 20 Millionen Euro zur Verfügung, so Erster Bürgermeister Thorsten Englert.

Die tatsächliche Versorgung und damit auch die Unterversorgung sowie die Ausbaupläne der Telekommunikationsunternehmen wurden mit Hilfe einer Markterkundung ermittelt. Bereits gut versorgt sind Miedelsbach und Schlichten. Ober- und Unterberken sind beim Breitband im Ausbau begriffen. In Weiler, auch das ist ein Ergebnis der Untersuchung, ist die Versorgung zwar nicht optimal, aber Stand jetzt zu gut, um eine Förderung bekommen zu können. Der Antrag für Weiler wurde deshalb zurückgestellt in der Hoffnung, dass die Förderrichtlinien im kommenden Jahr erweitert werden.

„Wir betreten Neuland“, stellte Erster Bürgermeister Thorsten Englert in der Sitzung fest. Mit der hohen Förderung gebe es aber eine gute Grundlage für die Stadt, selbstbestimmt den Ausbau voranzutreiben. Der Netzbau und der spätere Betrieb des Netzes werden nun gemeinsam ausgeschrieben. Nach Angaben von Joachim Quednau, Stabsstelle Beteiligung und Fördermittel, wird in diesem Jahr damit begonnen, mit der Ausschreibung für Buhlbronn bereits im April. Juristen sollen nach Angaben Englerts die Rechtssicherheit der Ausschreibungen garantieren.

Im Gemeinderat stieß der Plan auf große Zustimmung. „Gut, dass wir jetzt einen Zeitplan haben“, befand CDU-Fraktionschef Hermann Beutel. Sehr erleichtert zeigte er sich wegen der unerwarteten Zuschüsse. Ohne die, sagte er, wäre der Ausbau nicht zu stemmen gewesen. An der Ausschreibung, die laut Englert transparent sein und allen Bewerbern die gleichen Chancen bieten soll, sollen sich auch die Stadtwerke Schorndorf beteiligen. Dass sie gewinnen, sei die Voraussetzung dafür, dass die Stadt am Breitbandausbau Geld verdienen könne, sagte Beutel. Wer der künftige Betreiber ist, sei dem Endkunden egal, sagte Marcel Kühnert (SPD). „Wir würden uns aber über starke Stadtwerke freuen.“ Die Rückmeldungen der Bevölkerung seien positiv. Alle Bürger erwarteten ihren Anschluss sofort, was allerdings nicht realistisch sei, sagte Kühnert. Und: „Schnelles Internet zählt zu der Grundversorgung. Das haben wir im Home-Schooling gemerkt.“

Auch nach Ansicht von FDP/FW-Rat Gerhard Junginger ist der Vorschlag der Stadtverwaltung der richtige Weg. „Die Abwicklung mit Profis ist sinnvoll“, sagte er. „Das kann die Stadt nicht leisten.“

Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause aus – doch fürs Home-Office braucht man meistens schnelles Internet. Für den Ausbau der Breitbandversorgung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung weitreichende Beschlüsse gefasst. Für die Kernstadt sowie die Ortsteile Buhlbronn, Schornbach inklusive Mannshaupten und Haubersbronn will die Stadt in diesem Jahr Förderanträge bei Bund und Land stellen und ein Jahr später mit dem Ausbau starten.

Die Stadtverwaltung rechnet mit Zuschüssen

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