Schorndorf

Schorndorf: Elektro Schwan schließt seinen Laden in der Höllgasse

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In einem der vielen Corona-Lockdowns haben Peter Schwan und seine Frau Helga gemerkt, dass der Elektro-Betrieb auch ohne Ladengeschäft weiterläuft. © Gaby Schneider

Schön ist der Laden im Erdgeschoss des Fachwerkgebäudes, die Altstadt an dieser Stelle besonders reizvoll, das Miteinander unter den Geschäftsleuten in der Nachbarschaft gut – und dennoch hat sich Peter Schwan entschieden, sein Elektro-Geschäft in der Höllgasse zum 31. Mai zu schließen. Der Handwerksbetrieb mit der Werkstatt und dem Kundendienst wird ganz normal weiterlaufen. Doch Peter Schwan und seine Frau Helga haben – bei einem der vielen Lockdowns in der Corona-Pandemie - gemerkt: „Es geht auch ohne Laden.“

Die langjährige Angestellte hat sich schon während einer der vielen Zwangspausen eine andere Arbeitsstelle gesucht. Die Coronahilfen, die er vom Staat bekommen hat, wird er zurückzahlen müssen, weil er mit der Werkstatt im Lockdown zu viel verdient hat. Also nutzt der 55-Jährige künftig den Platz, den er im eigenen Haus in Buhlbronn hat. Alles andere macht Schwan mit seinem Gesellen und dem Auszubildenden sowieso vor Ort: Wer eine kaputte Waschmaschine hat, schleppt sie ja nicht bis in die Höllgasse, sondern wartet auf den Hausbesuch des Elektrikers.

Seit dem Glühbirnenverbot deutlich weniger Frequenz

Am 1. Juli 1993 hat Peter Schwan den Betrieb in der Höllgasse übernommen. Ein Jahr zuvor hatte er bei Elektro Schmidt als Meister angefangen – schon damals mit dem Ziel, Laden und Werkstatt seines Vorgängers irgendwann in Eigenregie weiterzuführen. Als es dann so weit war, erweiterte Schwan das Geschäft, nahm den hinteren Teil dazu und investierte vor sechs Jahren noch einmal in eine Generalsanierung. Den Frequenz-Rückgang konnte er damit aber nicht aufhalten: Seitdem die EU zum 1. September 2012 ein Glühbirnenverbot verhängt hat, ist im Elektro-Laden an der Höllgasse deutlich weniger los. Für Peter Schwan eine logische Folge der politischen Entscheidung: „Eine normale Glühbirne hebt ein Jahr, Energiesparlampen oder LEDs halten zehn.“

Für die ältere Kundschaft, die immer wieder mit ihren technischen Geräten zum Batteriewechsel kommt oder Staubsaugerbeutel bei ihm kauft, tut es Peter Schwan leid. Mit kleinen Blechdosenautos aus Madagaskar und einer Auswahl an Taschen- und Anglermessern hat er jahrelang versucht, auch andere Kunden in den Laden zu locken. Doch jetzt ist Schluss, die Entscheidung, den Laden zu schließen, ist vor einem Jahr gefallen – und Peter Schwan hadert nicht damit: „Wir sind mit uns im Reinen.“ Vor allem, weil es für sie ja auch weitergeht: Großgeräte wie Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen verkauft Schwan seinen Kunden auch weiter – vorausgesetzt, er bekommt sie im Großhandel: Vor allem Spülmaschinen sind im Moment Mangelware, Liefertermine gibt es nicht. Und auch bei ihm müssen die Kunden Geduld aufbringen – und mit drei bis vier Wochen Wartezeit rechnen. Das liegt auch daran, erklärt Schwan, „dass es immer weniger Handwerker gibt, die Waschmaschinen reparieren“ – und weil die Mitarbeiter fehlen.

Elektrikerlehre, auch weil’s sein Vater gut fand

Schon allein einen Lehrling zu finden, der tatsächlich ausbildungsfähig ist, das ist heute nicht mehr einfach. Als Peter Schwan seine Lehre begann, war die Situation noch ganz anders: Damals waren Ausbildungsplätze rar. Und die Azubis offenbar nicht so wählerisch: Peter Schwan selbst hat sich auch deshalb für den Beruf entschieden, weil sein Vater dachte, es ist gut, einen Elektriker und einen Sanitärfachmann in der Familie zu haben. Peter Schwan ist – wie sein Bruder auch – der Empfehlung gefolgt und hat seine Lehre bei Adolf Seemüller gemacht. Der war nicht nur Elektriker, sondern auch viele Jahre Ortsvorsteher in Haubersbronn. Seemüller saß obendrein im Schorndorfer Gemeinderat – so wie auch Peter Schwan seit mittlerweile zwölf Jahren in der FDP/FW-Fraktion.

Aufstellen ließ er sich, weil ihm manches, was der Gemeinderat zur Innenstadt entschieden hat, nicht gefallen hat. Jetzt mischt er selbst mit und bekommt von der Kundschaft manchmal Lob für die Entscheidungen – aber auch Schelte.

Schön ist der Laden im Erdgeschoss des Fachwerkgebäudes, die Altstadt an dieser Stelle besonders reizvoll, das Miteinander unter den Geschäftsleuten in der Nachbarschaft gut – und dennoch hat sich Peter Schwan entschieden, sein Elektro-Geschäft in der Höllgasse zum 31. Mai zu schließen. Der Handwerksbetrieb mit der Werkstatt und dem Kundendienst wird ganz normal weiterlaufen. Doch Peter Schwan und seine Frau Helga haben – bei einem der vielen Lockdowns in der Corona-Pandemie - gemerkt: „Es

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