Schorndorf

Schorndorf: Fotovoltaik in der Altstadt ausgebremst?

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Hetzelgasse 30: Modellsanierung auf dem alten Erdgeschoss. © Buettner
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Denkmalgeschützter Altbau in der Hetzelgasse von oben. © Bejamin Büttner
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Dagmar Keller und ihr Mann Dietmar Looser im Gespräch mit einem Handwerker auf der Baustelle Hetzelgasse 30. © buettner

Es kam dann doch heftig anders als geplant. Eigentlich wollten Dagmar Keller und ihr Mann Dietmar Looser das 2019 von ihnen gekaufte Haus in der Hetzelgasse 30 nur klimagerecht machen und auf den neuesten sanitären technischen Stand bringen. „Wir wollten es zuerst nur umbauen und renovieren und einen neuen Dachstuhl draufsetzen“, erzählt Dagmar Keller. „Doch dann erwies sich die Trägerkonstruktion als so kaputt – das ging nicht!“

Bei der Renovierungsabsicht offenbart sich: Das alte Gemäuer ist am Zerbröseln

Das alte Gemäuer zerbröselte ziemlich. „Wir haben uns entschlossen, es abzureißen, Ziegel für Ziegel.“ Nur das Erdgeschoss mit der eingravierten Jahreszahl 1816 blieb stehen. Im September 2021 wurde dann mit dem Abriss begonnen. „Das war dramatisch, wegen Corona“, erinnert sich das Paar. Nicht möglich war auch ein weiteres Vorhaben der beiden: „Wir wollten in Holzmanier bauen. Aber wir haben das Holz nicht bekommen. Und wenn, wäre es inzwischen 300 Prozent teurer geworden.“

Also Abriss und Neuaufbau in einer der verwinkeltsten, engsten und zugleich idyllischsten Gassen der Schorndorfer Altstadt. Und da kommen die geplagten Altbaubesitzer die ihr Haus in Oberberken verkauften, um - im beginnenden Alter – wieder nah am städtischen Leben zu sein, dann doch ins Schwärmen.

Nämlich: „Die Handwerker sind super!“ Unter dem Schornbacher Architekten Wolfram Hoppe wurden alle Arbeiten an Handwerksbetriebe aus der näheren Umgebung vergeben. Und, freuen sich Keller und Looser: „Es gab nicht eine einzige Reklamation. Es ist ein großer Vorteil, wenn die Leute von hier sind.“ Und vielleicht auch, wenn sich Baufrau und Bauherr so kümmern wie Keller und Looser, die bei ihren Baustellenbesuchen nicht ohne Brezelkörbe und Vesper erscheinen.

Es scheint gerade so, als ob die Gewerke diesen altstädtischen Neubau als Herausforderung genommen hätten, wissend, hier zu einem behutsam zukunftsweisenden Modell von Altstadtsanierung beizutragen, die sich zwanglos modern, nicht auftrumpfend, ins vorhandene Gebäudeensemble einschmiegt – und zugleich höchste Wohnqualität schafft. Aber eben doch nicht ganz. Sie haben eine Fußbodenheizung über eine Wärmepumpe installieren lassen. Die Fenster sind dreifach verglast. Aber enorm waren die Brandschutzauflagen, die Vorschriften zu Abständen der Abwasserrohe, die Verpflichtung zur Anbringung von Fireboard-Platten, Entrauchungsanlagen, Feuermelder und vieles mehr. Es musste eine Brandschutzmauer zum Nachbarhaus Nr. 28 errichtet werden. Wurde alles erledigt.

Enttäuscht über die Absage

Aber dann, so Looser, „hätten wir gerne Fotovoltaik auf dem Dach gehabt“. In der Altstadt? Vergiss es. Ausgebremst. „Wir sind im Ensembleschutz und nicht im Denkmalschutz“, zeigt sich der öko-energiebewusste Bauherr enttäuscht über die Absage von Jochen Schäfer vom städtischen Amt für Stadtsanierung und Denkmalschutz, Fachbereich Stadtentwicklung und Baurecht. Das Solardach als kommende Pflicht für alle Neubauten? Aber nicht in Schorndorfs Altstadt?

Im Gespräch mit Schäfer wird indes deutlich, dass die Dinge in Bewegung sind. Der Konflikt ist der zwischen Denkmalschutz und den Vorgaben zur erneuerbaren Energie. Zwischen Ästhetik und Ökologie. Wie das vereinbaren oder versöhnen? „Wir brauchen eine Konzeption“, sagt Schäfer, „aber die haben wir im Moment noch nicht.“ Es werde aber gerade intensiv daran gearbeitet. „Da ist was am Laufen, aber es braucht Zeit.“ Dabei gehe es auch darum, „das Wohnen in der Altstadt wieder attraktiv zu machen“.

„Ich finde es wichtig, dass in der Stadt was passiert. Wir machen energietechnisch alles. Was geht.“ So Dietmar Looser. „Dabei wäre es schon sinnvoll, wenn wir unseren eigenen Strom hätten.“ Und, so ergänzt Dagmar Keller: „Schorndorf ist uns wichtig. Aber man muss bei so einem Bau viel Geld in die Hand nehmen.“

Es kam dann doch heftig anders als geplant. Eigentlich wollten Dagmar Keller und ihr Mann Dietmar Looser das 2019 von ihnen gekaufte Haus in der Hetzelgasse 30 nur klimagerecht machen und auf den neuesten sanitären technischen Stand bringen. „Wir wollten es zuerst nur umbauen und renovieren und einen neuen Dachstuhl draufsetzen“, erzählt Dagmar Keller. „Doch dann erwies sich die Trägerkonstruktion als so kaputt – das ging nicht!“

Bei der Renovierungsabsicht offenbart sich: Das alte

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