Schorndorf

Schorndorf: Früherer Grünen-Stadtrat Andreas Schneider wechselt zur CDU-Fraktion

Oberbürgermeisterkandidat Andreas Schneider
Andreas Schneider ist jetzt in den Reihen der CDU. © Alexandra Palmizi

Eigentlich war es zu erwarten gewesen, nachdem Andreas Schneider nach der Oberbürgermeister-Wahl im Gemeinderat schon räumlich die Nähe zur CDU gesucht hatte. Nun aber ist es amtlich: Schneider hat nicht nur den Platz gewechselt, sondern hospitiert seit 1. Juli dauerhaft bei der CDU-Fraktion Schorndorf. Gleichzeitig wird er Vertreter der CDU-Fraktion im Fachrat für Integration anstelle von Stadtrat Thomas Schaal, teilt die CDU mit.

Andreas Schneider kommentiert den Wechsel so: „Die Kommunalpolitik ist weiterhin meine Leidenschaft. Vor allem in diesen Zeiten eines gesellschaftlichen Wandels möchte ich mich weiter einbringen.“ Die CDU-Fraktion weise beim Klimaschutz mit den größten Sachverstand auf und lasse in ihrer aktiven Arbeit auf diesem Feld die Grünen hinter sich. Im Hinblick auf die Verhinderung weiterer Bausünden sei die Fraktion sachlich fundiert und konstruktiv, findet Schneider und bescheinigt seiner neuen Fraktion in diesem Feld „fast ein Alleinstellungsmerkmal“. Auch in Sachen nachhaltiger Haushaltspolitik, Verkehr, Teilorte, Soziales und Innenstadtentwicklung sei die Fraktion gut unterwegs.

Er setzt weiter auf seine Unabhängigkeit

Schneider ist seit 2014 Mitglied im Gemeinderat. Bis zum 1. Juli war er unabhängiger Stadtrat, nachdem er vergangenes Jahr den Grünen im Gemeinderat den Rücken gekehrt hatte und einige Monate später auch aus der Partei ausgetreten war. Doch nun fühlt er sich eigenen Worten zufolge in der CDU-Fraktion gut aufgehoben, ausdrücklich lobt er dort auch das menschliche Klima. Zudem biete ihm die Zusammenarbeit die Chance, seine Wahlversprechen einzulösen. CDU-Mitglied werde er aber nicht, betont er. Die Fraktion lasse ihm seine Unabhängigkeit: „Ich bin also nicht in der CDU-Fraktion aufgegangen, sondern arbeite eng und regelmäßig mit der Fraktion zusammen“, so Schneider. Tatsächlich ist er bei der CDU kein Mitglied, sondern gilt offiziell als Hospitant oder ständiger Gast.

"Lauter selbstbewusste Mitglieder in der Fraktion"

Dass dieser Gast als eigenwillig gilt, hat die Gastgeber offenbar nicht geschreckt. „Sicher hat er seinen eigenen Charakter“, räumt CDU-Fraktionschef Hermann Beutel ein. „Aber wir haben lauter selbstbewusste Mitglieder.“ Durch die Kandidatur zum Oberbürgermeister habe Schneider an Profil gewonnen, bei den politischen Ansichten und Themen gebe es zwischen ihm und der Fraktion große Schnittmengen. So hat Beutel nach der Probezeit von einem Vierteljahr festgestellt: „Es passt. Er bringt sich ein.“ Alle Mitglieder seien einverstanden gewesen.

In Zukunft hält er keine Haushaltsrede mehr

Andreas Schneider selbst erhofft sich durch den Wechsel mehr Einfluss bei politischen Themen wie Klimaschutz, Stadtentwicklung und Verkehr. Es gehe ihm um eine aktive Politik, und da sei die CDU am besten, sagt er. Er selbst wird als Teil einer Fraktion aber auch einige seiner Aktivitäten zurückfahren müssen: Als einzelner Stadtrat konnte er zum Beispiel eine Haushaltsrede halten – womit jedes Mal vier Reden seitens der Grünen und ehemaligen Grünen zum Leidwesen der anderen Fraktionen gehalten wurden: von Ulrich Kost, Werner Neher, Andrea Sieber und Andreas Schneider. Letzterer wird künftig nicht mehr auf der Rednerliste stehen. Auch, dass er künftig auf die Fraktion und ihre Befindlichkeit Rücksicht nehmen muss, weiß Schneider wohl: „Ich muss mich absprechen und an den Sitzungen teilnehmen“, sagt er. Aber das sei es ihm wert.

Was war nochmals mit Andrea Sieber?

Dass jemand bei der CDU-Fraktion anklopft mit dem Wunsch, dort hospitieren zu dürfen, ist übrigens nicht neu. Eine, die bei der CDU auch mal gern ständiger Gast geworden wäre, ist Andrea Sieber. Sieber hatte 2019 die Fraktion von Bündnis 90/die Grünen verlassen und kommunalpolitisches Asyl bei der CDU-Fraktion gesucht. Die CDU nahm die personelle Verstärkung dankend an, während ansonsten und vor allem bei den Grünen Ratlosigkeit und Entsetzen vorherrschten. Die unerwartete Verbindung war allerdings von kurzer Dauer: Keine zwei Wochen später teilte Andrea Sieber mit, nach Anfeindungen und Diffamierungen als Einzelstadträtin weitermachen zu wollen.

Eigentlich war es zu erwarten gewesen, nachdem Andreas Schneider nach der Oberbürgermeister-Wahl im Gemeinderat schon räumlich die Nähe zur CDU gesucht hatte. Nun aber ist es amtlich: Schneider hat nicht nur den Platz gewechselt, sondern hospitiert seit 1. Juli dauerhaft bei der CDU-Fraktion Schorndorf. Gleichzeitig wird er Vertreter der CDU-Fraktion im Fachrat für Integration anstelle von Stadtrat Thomas Schaal, teilt die CDU mit.

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Andreas Schneider kommentiert den Wechsel

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