Schorndorf

Schorndorf: Kai Huber eröffnet trotz Corona ein neues Lokal mit einem Biergarten

Wühli Biergarten
Kai Huber (links) und Verpächter Nicolai Kraus. © Gabriel Habermann

Ob nach der Corona-Krise alle Restaurants und Kneipen wieder aufmachen werden, ist derzeit mehr als unsicher. Geht es nach dem Gastronom Kai Huber, soll aber definitiv ein Lokal dabei sein, das in den vergangenen acht Jahren geschlossen war. Wie das möglich wurde? Weil der Mietvertrag Ende Januar auslief, musste der 52-jährige Wirt seine Kultkneipe „Penny Lane“ in der Grabenstraße schließen. Eine Abschiedsparty konnte er mit seinen Stammgästen nicht mehr feiern – da hatte ihm Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch schnell war klar: Das Penny Lane ist zwar Geschichte – doch an anderer Stelle soll es ein Revival geben: ein Penny Lane 3.0. Gesucht hat der Gastronom nicht nur in Schorndorf, mittlerweile dort aber die optimale Location gefunden. Groß genug, so dass der Betrieb auch unter Corona-Bedingungen Sinn macht. Ein bisschen außerhalb, damit keine Anwohner gestört werden. Und mit einer Terrasse und einem Biergarten, in dem es sich hoffentlich bald wieder feiern lässt.

Spaziergänger, Radfahrer und am Wochenende Live-Musik

„Normalerweise würde man sagen, es ist hirnverbrannt, jetzt ein Lokal zu eröffnen“, sagt Kai Huber und lacht. Er aber ist vom neuen Standort und seinem Konzept so überzeugt, dass ihm alles andere falsch vorgekommen wäre. Gefunden hat er seine Traum-Location beim Gebrauchtwaren-Kaufhaus Wühli in der ehemaligen Villa Loco, die mehrere Jahre leer gestanden hatte. Als die Nachricht vom Aus der Kultkneipe Penny Lane die Runde machte, sei der Eigentümer Nicolai Kraus auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er die Räumlichkeiten pachten wolle, erzählt Kai Huber. Mit dem Lokal mit 60 Plätzen innen, der Terrasse mit 60 Plätzen draußen und dem angrenzenden Biergarten mit 60 weiteren Plätzen hatte Huber das Lokal sofort optimal gefunden. Die Lage in der Nähe der Rems lockt besonders im Frühling und Sommer Spaziergänger und Radfahrer in den Biergarten, abends kann im Lokal gegessen werden und am Wochenende zu späterer Stunde können alte Penny-Lane-Zeiten mit Live-Musik und Abfeiern wiedererweckt werden. Klar war aber auch: Sich mitten in der Pandemie auf ein neues Projekt einzulassen, erfordert Mut und Planung. Schließlich braucht’s für ein so großes Lokal nicht nur ein klares Konzept und viel mehr Personal als im kleinen Penny Lane, sondern schon jetzt auch eine Menge Geld und Einsatz für die Renovierungsarbeiten. „Es ist ein Risiko für alle“, stellt Kai Huber trocken fest. „Auch für den Verpächter, der jetzt ebenfalls investiert, zum Beispiel in den Brandschutz.“ Genügend Mut und Optimismus haben offenbar beide: In den vergangenen Wochen wurde der Pachtvertrag ausgehandelt, in dieser Woche soll er unterschrieben werden.

Die Renovierungsarbeiten sind bereits angelaufen. Die Terrasse bekommt neue Fliesen, der Biergarten wird mit einen Schotterbelag versehen und mit typischen Biergartenmöbeln ausgestattet. Im Restaurant wird das Parkett überarbeitet, die Küche wird renoviert und bekommt neue Geräte. „Die Location ist schön, und es gibt einen tollen Außenbereich“, freut sich der neue Betreiber. Besonders gut gefallen ihm aber die vielen Möglichkeiten, die mit dem Standort an der Robert-Bosch-Straße verbunden sind. Dabei denkt Huber nicht nur an die Radfahrer und Spaziergänger auf dem Remsweg, die in seinem Biergarten auf ein Weizenbier oder einen Kaffee einkehren sollen. Ein Potenzial für Tagesessen sieht er auch in den umliegenden Firmen. Dafür will er in den Unternehmen werben und deren Interesse an einem Mittagstisch abklopfen. „Aber das ist noch Zukunftsmusik“, sagt er.

Am Wochenende Bands und Frühschoppen

Fürs Restaurant soll’s eine große Speisekarte geben, eine andere für den Biergarten. Am Wochenende sollen Bands spielen, sonntags Frühschoppen stattfinden. Ideen hat Kai Huber genug, Erfahrungen aus der Gastronomie bringt er mit. Im Penny Lane hatte er als Kellner angefangen und die Kneipe dann übernommen, als sein Chef altershalber aufhörte. „Das war 2018. Da dachte ich noch, ich mach das jetzt mein Leben lang.“ Doch es kam anders, weil der Pachtvertrag nicht verlängert wurde, was Kai Huber sehr bedauerte. Im Penny Lane habe sich am Wochenende alles gesammelt. Jüngere und Ältere. Das Publikum sei aus Schorndorf und von überall her gekommen, auch Stammgäste aus Stuttgart habe er gehabt. Gefeiert werden soll künftig also an der Robert-Bosch-Straße.

Für sein „Penny Lane 3.0, Biergarten, Essen, Feiern“, das denselben Charme haben, aber größer und vielseitiger werden soll, ist Kai Huber auf der Zielgeraden angekommen. Ärger mit Anwohnern, die sich über Lärm beschwerten, wird es am neuen Standort aller Voraussicht nach auch nicht geben.

Doppelt so viel Personal wird Kai Huber brauchen, die halbe Mannschaft hat er schon beisammen. Dass bis zur erhofften Eröffnung am 1. Mai oder 1. Juni noch eine „Herkulesaufgabe“ auf ihn wartet, weiß der 52-Jährige durchaus. „Aber ich glaube an das Konzept“, sagt er. Die Leute wollten endlich wieder weggehen und feiern.

Und auch wenn die Pandemie noch nicht zu Ende ist, ist er überzeugt: „Es muss ein Leben nach Corona geben.“

Ob nach der Corona-Krise alle Restaurants und Kneipen wieder aufmachen werden, ist derzeit mehr als unsicher. Geht es nach dem Gastronom Kai Huber, soll aber definitiv ein Lokal dabei sein, das in den vergangenen acht Jahren geschlossen war. Wie das möglich wurde? Weil der Mietvertrag Ende Januar auslief, musste der 52-jährige Wirt seine Kultkneipe „Penny Lane“ in der Grabenstraße schließen. Eine Abschiedsparty konnte er mit seinen Stammgästen nicht mehr feiern – da hatte ihm Corona einen

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