Schorndorf

Schorndorf: Modenschau am Sonntag (26.6.) mit mexikanischem Flair

Modenschau Luna Viva
Die Vorfreude auf die Modenschau ist Vivian Tuschl-Aguilar anzumerken. Der Ständer mit den Kleidern ist vorbereitet und den „Models“ mit Namensschildchen zugeordnet. © ALEXANDRA PALMIZI

Bunte, einzigartige Taschen, Blusen und Kleider mit detailgetreuer Stickerei, Glaswaren, Accessoires, Wohlfühlschuhe aus Kolumbien mit Sohlen aus Naturkautschuk oder Altreifen, Dekor und Schmuck – wer das Geschäft „Luna Viva“ in der Gottlieb-Daimler-Straße betritt, taucht unweigerlich in eine ganz besondere Modewelt ab. Umweltschutz, Recycling, Upcycling, soziale Verantwortung – all das ist dort Teil des kunsthandwerklichen und künstlerischen Schaffens und spiegelt sich in den Kleidungsstücken wider. Geschäftsführerin Vivian Tuschl-Aguilar ist stolz auf ihr Angebot: farbenfroher Schmuck, vielfach bestickte Textilien aus Naturfasern – lauter handgemachte, fair gehandelte Unikate, die die Umwelt schonen und Gutes bewirken.

Lateinamerikanische Stimmung in der Stadt

Ein Grund für die 48-Jährige, die vor 13 Jahren ihren Mexiko-Laden in Schorndorf gegründet hat und ihn mit ihren Mitarbeiterinnen „voller Herzblut und Leidenschaft“ führt, in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Schorndorf eine außergewöhnliche Modenschau zu veranstalten – und zwar am Sonntag, 26. Juni. „Wir bringen mexikanisches, lateinamerikanisches Flair nach Schorndorf – hoffentlich scheint die Sonne“, Vivian Tuschl-Aguilar lacht aus vollem Herzen. Sie freut sich „wahnsinnig“ auf das bevorstehende Ereignis. „Wir hatten es schon lange geplant – aber wie bei so vielem: Corona kam dazwischen.“ Die Zeit mit der Pandemie habe sie für sich aber als Möglichkeit genutzt, um „sich neu zu erfinden“. Das Ergebnis: Seit Juni ist in ihrem Laden auch ein „Mini-Tagescafé“ integriert. „Es gibt Kaffeespezialitäten aus Chiapas.“ Und ein neuer Online-Auftritt ist ebenso fertiggestellt und wird demnächst im Internet sichtbar sein.

Mit jeder Krise – so schlimm sie auch sei – komme man auch irgendwie voran. Das habe sie von ihren Eltern gelernt. „Ich erinnere mich gut an die früheren Zeiten in Mexiko, als Krisen bei uns am Tisch besprochen wurden. Es gehörte dazu“, sagt die Geschäftsfrau nachdenklich. Nicht aufhören, nie aufgeben, immer weitermachen – auch diese Einstellung hat die 48-Jährige von ihrer Mutter und von ihrem Vater für den Lebensweg mitbekommen. Ihre Eltern hätten in ärmsten Verhältnissen in Mexiko gelebt, seien fleißig gewesen und hätten „sich hochgearbeitet“, um den Kindern – Vivian Tuschl-Aguilar hat noch drei Geschwister – ein angenehmes Leben zu bereiten. Sie selbst könne keine Kleider nähen, gibt Vivian Tuschl-Aguilar offen zu und lacht. Ihre Augen leuchten. „Aber Ideen habe ich sehr viele.“ Ihre Mama sei Schneiderin gewesen, von ihr habe sie sich sehr viel abgeschaut. „Ich habe sehr viel von ihr gelernt. Sie hat mir das Gefühl für die Handarbeit und für die Qualität des Materials gegeben.“ Ihr Vater sei Schuhmacher gewesen: „Durch ihn habe ich gelernt, Handgemachtes wirklich zu schätzen, denn in jedem Stück steckt ein bisschen was von der eigenen Seele.“

Traum von der eigenen Luna-Viva-Kollektion

Der Liebe wegen hat sie Mexiko verlassen und kam nach Deutschland. Mit ihrem Mann ist sie jetzt 18 Jahre zusammen: „Er hat mein Herz entführt und ich habe das nie bereut.“ Spezielle Fachbereiche des Marketings habe sie in Mexiko studiert, in Deutschland dann vier Jahre in der Automobilbranche gearbeitet, aber dann gemerkt: „Ich möchte etwas für mich haben und etwas tun, um meiner Heimat, meinem Land zu helfen.“ Mit der Gründung ihres Geschäfts ging ein Traum in Erfüllung. Aber, so sagt die lebensfrohe Frau, es habe nicht nur Höhen gegeben – „manchmal sogar mehr Tiefen“. Die Geschäftsführerin, die normalerweise einmal im Jahr nach Mexiko reist (nur in der Corona-Zeit ging es nicht), kennt die jeweils einzigartigen Geschichten, die Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker, Künstler und Designer, die hinter jedem Produkt stehen. Ihr Motto lautet: „Wir lieben es, fair zu handeln, zu arbeiten und zu leben.“ Das hochwertige lateinamerikanische Kunsthandwerk hat eine lange und überaus reiche Tradition. „Das Design erscheint uns manchmal einfach, aber bis ein Produkt fertig ist, kann es manchmal Monate, wenn nicht gar Jahre dauern.“

Fokussiert hat sich die Mexikanerin von Anfang an auf Mode für Frauen, für Männer habe sie derzeit nur Schuhe im Geschäft. Aber eine „Modelinie für Männer“ sei ebenso angedacht wie eine eigene Kollektion. „Das ist ein weiterer Traum von mir“, gerät die Modeliebhaberin ins Schwärmen. „Ich stehe mit einer Designerin in Mexiko in Kontakt und ich hoffe, dass es 2023 mit meiner eigenen Luna-Viva-Kollektion klappt. Dann wird der Traum Wirklichkeit.“

Frauenpower weitergeben

Nun steht aber zunächst die Vorfreude auf die Modenschau im Vordergrund. Sechs Teilnehmerinnen werden die Mode von „Luna Viva“ auf dem Laufsteg präsentieren. Das jüngste „Model“ ist neun Jahre alt. „Wir hatten viele Bewerbungen, es hätten mehr mitlaufen können.“ Aber man hatte sich ein Limit gesetzt, mehr wäre nicht gegangen. Auf alternative Mode wolle sie hinweisen, sagt Vivian Tuschl-Aguilar, Outfitkombinationen vorführen, und zeigen, dass „sehr viel mehr möglich ist, als man manchmal glaubt“.

Zudem verfolge sie noch weitere Ziele: Frauenpower weitergeben, Frauen zusammenbringen, ein „Netzwerk von Frauen, das sich um die Mode dreht, aufbauen“. Tuschl-Aguilar: „Ich möchte Frauen unterstützen, sich – gerade mit der Mode – etwas zu trauen. Ich möchte Inspiration geben, Mut machen und Vorbild sein.“ Vielleicht ist die Modenschau am Sonntag für viele Frauen schon mal ein guter Anreiz.

Bunte, einzigartige Taschen, Blusen und Kleider mit detailgetreuer Stickerei, Glaswaren, Accessoires, Wohlfühlschuhe aus Kolumbien mit Sohlen aus Naturkautschuk oder Altreifen, Dekor und Schmuck – wer das Geschäft „Luna Viva“ in der Gottlieb-Daimler-Straße betritt, taucht unweigerlich in eine ganz besondere Modewelt ab. Umweltschutz, Recycling, Upcycling, soziale Verantwortung – all das ist dort Teil des kunsthandwerklichen und künstlerischen Schaffens und spiegelt sich in den

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