Schorndorf

Schorndorf: Oskar-Frech-Seebad könnte in sechs Tagen öffnen

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OskarFrechSeebad
Gut vorbereitet: Innerhalb von sechs Tagen könnte das Oskar-Frech-Seebad mit dem zugehörigen Ziegelei-Seebad öffnen. © ALEXANDRA PALMIZI
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Saunabetrieb
Jörg Bay und sein Team haben bereits vergangenes Jahr Baden unter Pandemiebedingungen ermöglicht. © ALEXANDRA PALMIZI
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Oskar-Frech-Seebad
Bis auf weiteres bleibt das Ziegelei-Seebad leer. © ALEXANDRA PALMIZI

Normalerweise hätte Jörg Bays Team am 1. Mai die Pforten des Außenbereichs geöffnet und damit die Sommersaison im Oskar-Frech-Seebad eingeläutet. Doch auch in diesem Jahr sind Gänse die bislang einzigen Badegäste, die es sich auf der Liegewiese bequem machen können. Dabei sind die wichtigsten Vorbereitungen getroffen, und das Bad könnte mit wenigen Tagen Vorlaufzeit öffnen. Auch wenn ein Betrieb unter Pandemiebedingungen „kein Segen“ ist, wie Bäderbetriebsleiter Jörg Bay erklärt. Trotzdem ist man im Schwimmbad offen, neue Konzepte für Schwimmkurse zu entwickeln.

In sechs Tagen wäre das Seebad betriebsbereit

Seit dem Beginn des „Lockdown light“ im vergangenen Herbst haben alle Freizeitbäder geschlossen. Von den 39 fest angestellten Mitarbeitern im Oskar-Frech-Seebad befindet sich seitdem der Großteil in Kurzarbeit. Trotzdem ruht die Arbeit nie ganz. „Wir möchten ja nicht von einer möglichen Öffnung überrascht werden“, sagt Jörg Bay. Ständig gibt es etwas zu reparieren oder zu verschönern. Solche Wartungsarbeiten erledigen normalerweise externe Dienstleister, doch diesmal musste Bays Team selbst ran. Gerade die Auszubildenden, die nicht in Kurzarbeit geschickt werden können, haben allerhand Aufgaben übernommen. „Vom Reparieren der Stühle bis hin zum großen Fensterputz war alles dabei“, sagt Jörg Bay. Lediglich das Nichtschwimmerbecken müsste im Falle einer schnellen Öffnung noch abgelassen und gereinigt werden. Der Bäderbetriebsleiter fügt an: „In sechs Tagen wären wir theoretisch betriebsbereit.“ Außerdem absolvieren zurzeit alle eine Rettungsfähigkeitsprüfung und machen allerhand Schulungen, um das Wissen für den täglichen Bäderbetrieb wieder aufzufrischen.

Doch wann sich die Leute tatsächlich wieder im Ziegeleisee abkühlen können, steht in den Sternen. Noch gibt es keine Signale vom Sozialministerium, wie Jörg Bay schulterzuckend berichtet. Trotzdem geht er, im Falle einer Wiedereröffnung, fest vom Betrieb unter Pandemiebedingungen aus. So konnte bereits im vergangenen Jahr für einige Wochen gebadet werden. Konkret bedeutet das eine begrenzte Anzahl an Besuchern, die sich vor dem Baden mit einem Online-Formular anmelden müssen. Die Badegäste dürfen sich dann in einem bestimmten Zeitfenster, zum Beispiel drei Stunden lang, im Bad aufhalten. Lange Schlangen an der Kasse und Gedränge bei den Umkleiden sollen so vermieden werden. Jörg Bay hat damit nur gute Erfahrungen gemacht. Denn viele Gäste finden es sehr angenehm, ihr Ticket schon im Vorfeld zu kaufen und somit die Wartezeiten an heißen Tagen zu umgehen. Es gab keinen Corona-Fall, der sich auf das Bad zurückführen ließ. Das Konzept scheint also zu funktionieren. Jörg Bay lobt auch die Disziplin der Badegäste: „Das muss man einfach mal loben, denn die allermeisten Menschen haben sich gut an die Regeln gehalten.“

Kein Segen: Betrieb unter Pandemiebedingungen

Auch wenn unter diesen Pandemiebedingungen wenigstens ein paar Gäste Spaß im Badesee haben können, ist die Situation trotzdem kein Segen für die städtischen Bäderbetriebe. Unter dem Strich kostet das Bad im eingeschränkten Betrieb nämlich viel mehr als bei einer kompletten Schließung. Jörg Bay führt als Beispiel den Saunabereich des Oskar-Frech-Seebads an. Dort wäre nämlich nur ein Drittel der Gäste zugelassen. Für ständiges Reinigen und Desinfizieren sowie für die aufwendige Kontaktverfolgung bei den Tickets ist mehr Personal notwendig. Das decke gerade einmal die Energiekosten und sei im Prinzip ein Minusgeschäft, erklärt Jörg Bay. „Trotzdem ist es besser, wenn Gäste zu uns kommen, dafür sind wir als öffentliches Bad ja da.“

Vollkommen leer ist das Oskar-Frech-Seebad ohnehin nie. Die Abiturientinnen und Abiturienten, die ihre Prüfungsleistung im Schwimmen ablegen, dürfen im Schwimmerbecken trainieren. Außerdem dürfen Auszubildende zu Dienstzwecken, wie dem Rettungsschwimmen, trainieren. Angehende Polizisten, die für ihre Bewerbung ein Sportabzeichen brauchen, schwimmen ebenfalls ab und zu.

Seit über einem Jahr mussten auch die Schwimmkurse für Kinder ausfallen. Da sonst bis zu sieben Kurse gleichzeitig stattfinden, hat sich über die Zeit einiges angestaut. Und selbst die Eltern, die ihren Kindern das Schwimmen selbst beibringen wollen, haben dafür keine Möglichkeit. Ein gesamter Jahrgang hat das Schwimmen noch nicht gelernt. Deshalb will das Oskar-Frech-Seebad bei der Öffnung die Schulen in den Vordergrund stellen. „Wir wären bereit, diese Kurse auch früher anzubieten, und würden dafür auch ein extra Konzept entwerfen.“ Dafür müssen Freizeitbäder aber erst einmal in den verschiedenen Öffnungsschritten der Bundesnotbremse berücksichtigt werden. Ein konkreter Plan oder gar ein mögliches Öffnungsdatum gibt es nicht. Vorerst ist die Notbremse bis zum 30. Juni befristet.

Am Badesee ist kein kontrollierter Ablauf möglich

Jörg Bay hebt in diesem Zusammenhang besonders hervor, dass man nur im Freibad einen kontrollierten Ablauf garantieren kann. Denn er befürchtet, dass viele Leute aufgrund fehlender Alternativen an die Badeseen fahren werden, wo es keine Kontaktnachverfolgung gibt. „Das wird sich im Sommer bei aller Vernunft nicht verhindern lassen“, sagt er. Aus der Sicht des Bäderbetriebsleiters ist eine baldige Öffnung der Freibäder also sinnvoll. Wann es so weit sein wird, bleibt bis auf weiteres unklar. Trotzdem freut er sich spürbar auf die Öffnung: „Ich mache diesen Job, weil ich Menschen glücklich machen will, und nicht, um ein Gebäude zu verwalten.“

Normalerweise hätte Jörg Bays Team am 1. Mai die Pforten des Außenbereichs geöffnet und damit die Sommersaison im Oskar-Frech-Seebad eingeläutet. Doch auch in diesem Jahr sind Gänse die bislang einzigen Badegäste, die es sich auf der Liegewiese bequem machen können. Dabei sind die wichtigsten Vorbereitungen getroffen, und das Bad könnte mit wenigen Tagen Vorlaufzeit öffnen. Auch wenn ein Betrieb unter Pandemiebedingungen „kein Segen“ ist, wie Bäderbetriebsleiter Jörg Bay erklärt. Trotzdem

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