Schorndorf

Schorndorf plant schon das nächste sechsgruppige Kinderhaus

Ansicht Stoererweg
Das geplante sechsgruppige Kinderhaus im Stöhrerweg, dessen Bau sich coronabedingt um ein paar Monate verzögert, wird nicht die letzte große Betreuungseinrichtung sein, die in Schorndorf benötigt und gebaut wird. Das nächste Kinderhaus, ebenfalls sechsgruppig, soll auf dem freien Areal an der Ecke Uhlandstraße/Alte Steige entstehen und vor allem dem zunehmenden Mangel an Ü-3-Plätzen in der Kernstadt abhelfen. © Medienwerkstatt

Die sechsgruppigen Kinderhäuser Haldenstraße in Haubersbronn und Purzelbaum im Sportpark Rems sind gerade erst eröffnet worden und mit dem Bau des geplanten sechsgruppigen Kindergartens Stöhrerweg in der Nordstadt ist coronabedingt noch gar nicht begonnen worden – da denkt die Stadt schon an den Bau des nächsten sechsgruppigen Kindergartens, diesmal in der Südstadt an der Ecke Uhlandstraße/Alte Steige. Und wenn bei der Vorberatung der Kindergartenbedarfsplanung im Verwaltungs- und Sozialausschuss mehrfach davon die Rede war, dass man sich zunächst auf dieses eine weitere Kinderhaus konzentrieren sollte, dann heißt das nichts anderes, als dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Grund ist vor allem die Entwicklung der Zahlen bei der Betreuung der über dreijährigen Kinder, die, wie zuvor auch schon beim Tagesordnungspunkt „Bevölkerungsprofil – Demografisches Profil 2035“ herauszuhören gewesen war, in den nächsten Jahren aufgrund gestiegener und steigender Geburtenzahlen sprunghaft ansteigen – und, was die Betreuungssituation angeht, leichter zu prognostizieren sind als die der unter Dreijährigen. Weil die über Dreijährigen den Kindergarten annähernd zu 100 Prozent besuchen, während, wie Oberbürgermeister Matthias Klopfer sagte, die Betreuungsquote im U-3-Bereich „nach wie vor eine große Unbekannte“ ist – weshalb die Stadt bei ihren Vorausberechnungen davon ausgeht, dass für 50 Prozent der Ein- bis Dreijährigen ein Betreuungsplatz reklamiert wird.

In der Kita Haldenstraße soll die Gruppenstruktur geändert werden

„U 3 ist bei uns gerade nicht der große Schwerpunkt“, sagte im Verwaltungsausschuss der Leiter des Fachbereichs Kindertagesstätten, Markus Weiß, mit Blick darauf, dass es derzeit sogar einen Überhang an U-3-Plätzen gibt, weshalb diese in verschiedenen Einrichtungen mit Ü-3-Kindern belegt sind, was auch damit zu tun hat, dass unter einjährige Kinder ausschließlich in der Tagespflege betreut werden. Eine der insgesamt 17 Beschlussempfehlungen, über die der Verwaltungsausschuss beraten hat und über die in der Gemeinderatssitzung am 28. Mai abschließend entschieden wird, zielt denn auch darauf ab, die Gruppenstruktur in der Kita Haldenstraße in Haubersbronn in Absprache mit der evangelischen Kirchengemeinde als Trägerin so anzupassen, dass zugunsten weiterer Ü-3-Plätze mit verlängerten Öffnungszeiten U-3-Plätze abgebaut werden. Den anderen Fall gibt es aber auch: Weil in Miedelsbach U-3-Plätze fehlen, soll möglichst bis zum Kindergartenjahr 2021/22 eine TigeR-Gruppe eingerichtet werden.

Schornbach braucht dringend eine dritte Ü-3-Betreuungsgruppe

Was nun den Ü-3-Bereich angeht, so wird in der jetzt vorliegenden aktuellen Kindergartenbedarfsplanung, die laut dem Ersten Bürgermeister Edgar Hemmerich mit so verlässlichen Zahlen unterlegt ist wie noch keine vor ihr, davon ausgegangen, dass der Bedarf bis 2022 um 146 und bis 2025 um 268 Plätze – abzüglich der Kinder, die aus den verschiedensten Gründen extern versorgt werden – steigt. Was nicht allein die Kernstadt betrifft und auch nicht allein durch Baumaßnahmen in der Kernstadt aufgefangen werden kann. So ist zum Beispiel in Schornbach die Nachfrage nach Ü-3-Betreuungsplätzen jetzt schon deutlich höher als das Angebot. 49 Plätzen stehen theoretisch 78 zu betreuende Kinder gegenüber – wobei die Tendenz beim Bedarf in den nächsten Jahren noch leicht steigend ist. Das hat zur Folge, dass einerseits freie U-3-Plätze mit Ü-3-Kindern belegt sind und dass eine größere Anzahl von Schornbacher Kindern in der Kernstadt oder in anderen Stadtteilen betreut wird. „Der Jahrgang, der 2017 geboren wurde, hat seither um 80 Prozent zugelegt“, sagte Markus Weiß, weshalb es aus Sicht der Verwaltung dringend geboten ist, dass möglichst bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 die Voraussetzungen für eine dritte Ü-3-Gruppe in Schornbach geschaffen sind. Die finanziellen Auswirkungen beziffert die Stadt bei den Investitionskosten auf 800 000 Euro und bei den Betriebskosten auf zusätzlich 250 000 Euro jährlich. Beim Bau eines sechsgruppigen Kindergartens an der Ecke Uhlandstraße/Alte Steige rechnet die Stadt bei Anwendung des auch schon in Haubersbronn und beim Kindergarten Stöhrerweg – geplante Fertigstellung bis zum Sommer 2021 – erprobten Verfahrens mit einem Generalübernehmer mit Investitionskosten in Höhe von rund fünf Millionen und mit jährlichen Betriebskosten von circa 1,2 Millionen jährlich.

Keine Alternative zu einer weiteren großen Einrichtung

Wobei, so der Hinweis von SPD-Stadträtin Heidi Rapp, die Entwicklung in Schornbach zwangsläufig und leicht zeitversetzt auch Auswirkungen auf die Rainbrunnenschule haben dürfte. Für Einzelstadträtin Andrea Sieber stellt sich im Hinblick auf den Neubau eines weiteren sechsgruppigen Kindergartens, der bis zum Sommer 2022 realisiert werden soll, die Frage, ob nicht auch einmal mit mobilen Einrichtungen, also mit Containerlösungen gearbeitet werden könnte, zumal heute noch nicht abzusehen sei, welche Auswirkungen die Corona-Dynamik auf die künftigen Betreuungsbedarfe habe – in die eine oder andere Richtung. In der Gesamtkostenbetrachtung seien mobile Lösungen nicht so günstig, wie sie im ersten Moment schienen, meinte Finanzbürgermeister Thorsten Englert. Keine Alternative zu einem weiteren großen Haus gibt es bei der jetzigen Ausgangssituation auch für SPD-Stadtrat und Kinderhausleiter Tim Schopf, obwohl er große Einrichtungen unter pädagogischen Aspekten eher skeptisch sieht. Und grundsätzlich einverstanden mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen Vorgehensweise zeigten sich auch CDU-Stadtrat Dr. Max Klinger, der bei aller Sympathie für das Motto „Kurze Beine, kurze Wege“ angesichts des ständigen Auf und Abs bei den Zahlen Verständnis für ein gewisses Maß an Zentralisierung hat, Sabine Brennenstuhl. FDP/FW („An den vorgeschlagenen Baumaßnahmen kommt niemand vorbei“) und Grünen-Fraktionschef Ulrich Kost. „Größere Kitas werden notwendig sein, die vor allem die Flexibilität bieten, damit zukünftige Anforderungen in den Gebäuden abgebildet werden können“, lautet auch eine der Kernbotschaften von Markus Weiß – verbunden mit dem Hinweis, dass kleinere Einrichtungen langfristig wegfallen könnten. Eine weitere Kernbotschaft des Fachbereichsleiters lautet, dass eine Vorort-Versorgung mit einer breiten Angebotsvielfalt künftig nicht mehr angeboten werden könne. Trockener Kommentar von Tim Schopf: „Das haben wir doch schon jetzt nicht mehr.“

Weiler: Viele Kinder pendeln ein, viele Kinder pendeln aus

Eine besondere Situation gibt es in Weiler insofern, als deutlich zu wenig Betreuungsplätze für die Kinder aus dem Stadtteil zur Verfügung stehen, weil es lediglich 15 Ganztagesplätze gibt, was wiederum mit der stark auf Waldpädagogik setzenden Angebotsstruktur zu tun hat. Beides, Waldpädagogik auf der einen und zu wenig Betreuungsplätze auf der anderen Seite, führt dazu, dass 28 Kinder aus Weiler aus der Kernstadt betreut werden und gleichzeitig 38 Kinder aus Schorndorf eine Weilermer Einrichtung besuchen. Die Aussage der Verwaltung, dass Weiler „perspektivisch genauer zu betrachten“ sei und in den Bedarfsplanungen 2021/22 und 2022/23 „genauer begutachtet“ werden solle, reichte Ortsvorsteher Klaus Beck nicht aus. Vor allem im Hinblick darauf, dass in Weiler schon jetzt und auch in nächster Zeit viel gebaut werde, müsse möglichst schnell eine Lösung gefunden werden, wie das Betreuungsangebot in Weiler ausgeweitet werden könne. Woraufhin Markus Weiß darauf verwies, dass die nächste Aktualisierung des Kindergartenbedarfsplans eventuell schon im September anstehe und dass dann sicher auch die Weilermer Problematik eine Rolle spielen werde.

Die sechsgruppigen Kinderhäuser Haldenstraße in Haubersbronn und Purzelbaum im Sportpark Rems sind gerade erst eröffnet worden und mit dem Bau des geplanten sechsgruppigen Kindergartens Stöhrerweg in der Nordstadt ist coronabedingt noch gar nicht begonnen worden – da denkt die Stadt schon an den Bau des nächsten sechsgruppigen Kindergartens, diesmal in der Südstadt an der Ecke Uhlandstraße/Alte Steige. Und wenn bei der Vorberatung der Kindergartenbedarfsplanung im Verwaltungs- und

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