Schorndorf

Schorndorf: „Querbeet“ und Tafelladen erstrahlen in neuem Glanz

Tafel Schorndorf
Viele Bürger waren bei der offiziellen Eröffnung der Tafel dabei. © privat

Es ist 9.30 Uhr. Gut zehn Leute stehen vor dem Eingang zum Tafelladen in der Wilhelmstraße. Und das, obwohl dieser erst um 13 Uhr öffnet. Womöglich treibt sie die Angst um, vor Weihnachten nicht genug Nahrung zu bekommen. Damit genau diese Menschen nicht direkt an der Straße, praktisch auf dem Präsentierteller, in der Schlange stehen müssen, hat die Tafel umgebaut. Kurz vor Weihnachten wurden der neue Tafelladen und das „Querbeet“ neu eröffnet.

Nachfrage steigt seit 2015 stetig

„Vor einem Jahr haben wir noch gut die Hälfte an Kunden hier gehabt“, erinnert sich Renate Frank, Leiterin der Tafel. Seit dem Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine kommen allerdings jeden Tag mindestens 100 bedürftige Menschen in den Tafelladen.

Das bestätigt ihr Leitungskollege Helmut Topfstedt. Schon seit der ersten großen Flüchtlingswelle um 2015 sei die Nachfrage bei der Tafel stetig gewachsen. Die Leute standen in einer langen Schlange die Straße entlang. Gleichzeitig wurde so das ein oder andere Mal die Polizei mit ihren Streifenwagen behindert. Zur Erinnerung: Der Tafelladen und die Polizei Schorndorf sind direkte Nachbarn.

Vermieter übernimmt Teil der Kosten

Um diesen Problemen, die tendenziell nicht kleiner werden, entgegenzuwirken, ist die Tafel nun in die gegenüberliegenden Räume der ehemaligen Glaserei Rosteck gezogen. Dort gibt es nun eine neue Verkaufsfläche, Lagerräume, sanitäre Anlagen und ein Büro. Außerdem hat der Laden nun endlich zwei Eingänge, was den Kundenverkehr und die Logistik deutlich erleichtere.

Dafür mussten in das alte Industriegebäude unter anderem Wände eingezogen werden. Acht bis zehn Wochen habe der Umbau gedauert. Die Planung allerdings lief über anderthalb Jahre, erklärt Renate Frank. „Der Vermieter, die Grundstücksverwaltung Sommer, hat einen erheblichen Teil der Kosten übernommen. Das ist natürlich toll“, sagt Helmut Topfstedt.

Dort, wo der Tafelladen bis vor wenigen Wochen noch war, befindet sich heute das „Querbeet“. Das ist der Laden der Tafel, an dem alles außer Lebensmittel verkauft wird. Dort gibt es vor allem Secondhand-Klamotten, Haushaltsartikel, Kinderspiele, Spielsachen, Bücher und vieles mehr.

Beide neuen Verkaufsflächen sind geschmackvoll gestaltet und dekoriert. Man hat nicht den Eindruck, in einem Secondhand-Laden für Bedürftige zu stehen. Und das, obwohl bei der Tafel nur Leute mit einem Tafelausweis einkaufen dürfen. Diesen bekommt man nur dann ausgestellt, wenn man als wirklich bedürftig gilt. „Wir wollen den Leuten damit ein gutes Gefühl geben, sie sollen sich wohlfühlen“, erklärt Helmut Topfstedt, während er durch das „Querbeet“ führt.

Warme Kleidung: „Querbeet“ überrannt

Dass die Nachfrage von sozial Schwachen auch in Schorndorf enorm ist, hat Renate Frank dann spätestens bei der Wiedereröffnung gemerkt: „Das Querbeet ist am ersten Tag überrannt worden“, berichtet sie. In den wenigen Wochen, als der Laden aufgrund des Umbaus schließen musste, sei es nämlich so richtig kalt geworden. „Die Leute brauchten dringend warme Kleidung“, berichtet die Tafel-Leiterin. Schon während des Umbaus seien die Mitarbeiter der Tafel in der Stadt angesprochen worden, wann der Laden denn endlich wieder öffne.

Zur Eröffnung waren aber nicht nur die Kunden gekommen. Auch OB Bernd Hornikel und Tim Schopf als Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt waren mit von der Partie. Außerdem übergab die Palm-Stiftung der Schorndorfer Tafel einen Spendenscheck über 5 000 Euro.

Es ist 9.30 Uhr. Gut zehn Leute stehen vor dem Eingang zum Tafelladen in der Wilhelmstraße. Und das, obwohl dieser erst um 13 Uhr öffnet. Womöglich treibt sie die Angst um, vor Weihnachten nicht genug Nahrung zu bekommen. Damit genau diese Menschen nicht direkt an der Straße, praktisch auf dem Präsentierteller, in der Schlange stehen müssen, hat die Tafel umgebaut. Kurz vor Weihnachten wurden der neue Tafelladen und das „Querbeet“ neu eröffnet.

Nachfrage steigt seit 2015

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