Schorndorf

Schorndorf: So will das Citymanagement für eine lebendige Stadt sorgen

Tourismus und Citymanagement
Nur ein Teil des Teams vom Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement, kurz „TuC“: Betriebsleiterin Julia Geiger, Alina Giedat (federführend für Veranstaltungen) und Viktoria Schedel vom Citymanagement (von links). © Alexandra Palmizi

Geben Sie es zu, lieber Leserinnen und Leser: Bei dem Wort „TuC“ haben Sie zuallererst an den einfachen Cracker in der gelben Verpackung gedacht. Seien Sie nun nicht enttäuscht, wenn hinter „TuC“ viel mehr steckt als nur der reine Knabberspaß. Die drei Buchstaben stehen für den Schorndorfer Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement, der seit Januar 2021 offiziell in der Stadt für „Trubel und Wirbel“ sorgt – im positiven Sinn, versteht sich. Aber was macht das Team „TuC“ eigentlich genau und für was sind die rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (fünf Vollzeitstellen, zehn Teilzeitstellen) des Eigenbetriebs verantwortlich?

Antworten darauf gibt ein Teil des Teams: Julia Geiger, die sich mit Lars Scheel die Betriebsleitung aufteilt, Alina Giedat, die federführend die Schorndorfer Veranstaltungen im Blick hat, und Viktoria Schedel vom Citymanagement. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind allesamt zuständig für alle Aktivitäten des Stadt-, Tourismus- und Citymarketings sowie des Citymanagements.

Stärken der Stadt nutzen, Akzente setzen und Neues entsprechend gestalten

TuC besteht aus drei tragenden Säulen: Veranstaltungen (Gewerbeevents, sonstige Events, Märkte/Marktwesen), Citymanagement (Citymarketing, Wifö Innenstadt, Innenstadtentwicklung, Networking) und Tourismus (Marketing, Infrastruktur, Tourismusservices und Stadtinfo). Einen Großteil der Aufgaben hat der Eigenbetrieb vom damaligen Citymarketingverein Schorndorf Centro übernommen. Schorndorf Centro existiere zwar immer noch, aber in anderer Art und Weise. Lars Scheel (Vollzeit) und Julia Geiger (Teilzeit) teilen sich die „TuC“-Betriebsleitung. Zu ihrem Team gehören außer Alina Giedat und Viktoria Scheel unter anderem auch die früheren Centro-Mitarbeiter Andreas Fink (Veranstaltungen) und Ariane Eisenbraun (Assistenz). Seinen Sitz hat der Eigenbetrieb zentral im Herzen der Stadt, in den Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss des Gebäudes in der Johann-Philipp-Palm-Straße 10.

Das große Ziel von „TuC“: die bestehenden Stärken der Stadt nutzen, ausbauen und hervorheben sowie Akzente setzen und Neues schaffen, ansprechend gestalten und auf vielfältige Weise noch mehr Leben und gute Laune in die Innenstadt bringen. Julia Geiger gibt einen Einblick in die „Hochsaison der Veranstaltungen – diese Kalendereinträge erstrecken sich von März bis Dezember.

Viele Events konnten bisher ohne Corona-Auflagen gestemmt werden, zeigt sich das Team erleichtert. Dennoch, so sagt Alina Giedat, habe sie immer einen Plan B oder gar C in der Schublade gehabt: „Mehrere Szenarien haben wir ja während der Pandemie mit den Veranstaltungen durchgemacht.“ Beispiel: Beim Event „Summer in the City“ im vergangenen Jahr wurden die Zuhörer noch gezählt, in diesem Jahr geht es wieder „ganz normal“ zu („Summer in the City“ während der Sommerferien bis 8. September jeweils donnerstags ab 18 Uhr auf dem Marktplatz). Oder die Weintage 2021 – das Areal musste noch eingezäunt werden, um die Masse an Menschen besser auf Abstand halten zu können.

Rückblick auf die erste Jahreshälfte 2022: Musste der geplante Krämermarkt im März pandemiebedingt noch abgesagt werden, konnten Veranstaltungen wie beispielsweise das Frühlingserwachen und der Siziliansche Markt, die Remstal-Museumsnacht mit Schorndorfer Beteiligung, der Gässlesmarkt, das Sommernachtsshopping, der Flohmarkt, die kleine Gassenmusik sowie „Musik und Genuss im Stadtpark“ (erstmalig veranstaltet) ohne Corona-Regelungen ausgerichtet werden. Die SchoWo nicht zu vergessen – das „TuC“-Team war an der Mitorganisation beteiligt.

Blick auf Stadt-, Krämer- und Weihnachtsmarkt

Ende August stehen die Schorndorfer Weintage im Kalender. „Den 30. Oktober haben wir ebenfalls schon im Blick“, sagt Geiger. Denn da wird der Stadtmarkt veranstaltet und jetzt überlege man sich schon, wie man das Thema Halloween miteinbringen kann. „Ebenso hoffen wir, dass wir den Krämermarkt am 16. November und den Weihnachtsmarkt vom 26. November bis 21. Dezember veranstalten dürfen.“ Es wäre der erste Weihnachtsmarkt, den der Eigenbetrieb gestalten würde. Schmerzlich ist die Erinnerung an den vergangenen Dezember: Da musste der Weihnachtsmarkt kurzfristig abgesagt werden, nur drei Buden sorgten für etwas Adventsstimmung in der Stadt.

Was sehr gut angelaufen sei, ist der Austausch zwischen „TuC“ und den Einzelhändlern und die damit verbundene Zusammenarbeit. Der Schorndorfer Stadtgutschein zum Beispiel werde vom Bereich Citymarketing- und - management abgewickelt. Viktoria Schedel, seit Juli 2021 mit im Team dabei, kümmert sich nicht nur um die Aktivierung und Koordination der Akteure in Schorndorf, sondern derzeit intensiv auch um Facebook- und Instagram-Einträge. Dazu gehören zum Beispiel Beiträge über Einzelhändler und Betriebe sowie Besuche auf dem Wochenmarkt, Vorstellung der Markthändler oder Tipps für Leckereien vom Markt.

Ein weiteres Steckenpferd: Leerstandsmanagement. Dass der Online-Handel dem Einzelhandel in den Innenstädten seit Jahren das Leben schwermacht und die Corona-Krise so manchen Einzelhändlern die Luft abgeschnürt hat, ist als Thema beim Citymanagement präsent.

Erster Pop-up-Store in Schorndorf wieder geschlossen

„In manchen Bereichen und Ecken Schorndorfs sind Leerstände sichtbar. Dies gilt es zu beleben“, sagt Schedel. Einen ersten Schritt, um einen attraktiveren Mix in der Innenstadt zu schaffen und neue Business-Ideen zu fördern, hat das Citymanagement mit dem sogenannten Pop-up-Store-Projekt gestartet (wir berichteten). Der erste Pop-up-Store hatte mit „by emba – 925 Sterling Silver Jewelry“ in der Kirchgasse 16 im Juni eröffnet. Vor kurzem sind die Geschäftsführerinnen und Schwestern Bahar Kocaaga (30) und Emine Bakir (24), die ihr Schmucklabel 2019 gegründet hatten, laut Viktoria Schedel aber wieder aus dem Ladengeschäft ausgezogen. Ging die Geschäftsidee nach hinten los?

Projektleiterin Schedel klärt auf: „Die beiden Mädels hatten ihr Standbein ja schon, weil sie ihre Ware hauptsächlich über ihren Online-Shop vertreiben. Dementsprechend hat es sich nicht gelohnt, diese Ladenfläche weiterzuführen.“ Aber genau das mache das Konzept ja aus: Man wolle Jungunternehmern eine Möglichkeit bieten, Standorte auszuprobieren und ihre Store-Idee zu testen.

Sie habe weitere Interessenten auf der Liste, die sich für das Ladengeschäft in der Kirchgasse interessieren, sagt Schedel. Der Pop-up-Store werde weiter im sogenannten Sandwich-Format für acht Wochen vermietet, erklärt Schedel. Sandwich ist eine der möglichen Anmietformate, und zwar das kürzere. In diesem Fall kann man eine Ladenfläche ab drei bis zwölf Wochen anmieten.

"Mobilität hineinzaubern"

Was in Zukunft noch beim Team „TuC“ ansteht? An kreativen Ideen mangle es nicht. „Die Gestaltungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum liegen uns sehr am Herzen“, betont Schedel. Als Beispiel nennt sie die Kinderrennbahn am Unteren Marktplatz, die schon 2021 „in Betrieb genommen wurde“ (wir berichteten) und bei den Kindern im sprichwörtlichen Sinne „der Renner ist“. Mehr als 1000 kleine Daimler-Flitzer wurden bisher schon ausgeliehen (direkt neben der Rennbahn beim Geschäft „Liebevoll“ sind die kleinen Autos geparkt). „Während die Kinder ihren Spaß haben, können die Mamas oder Papas auf Bänken Platz nehmen und beispielsweise ein Eis genießen.“ In diese Richtung soll es weitergehen: In die Innenstadt wolle man noch mehr (schattige) Sitzmöglichkeiten erschaffen, mehr „Mobilität hineinzaubern“. Im Bereich Tourismus wolle man weitere neue Stadtführungen kreieren und alte auf den Prüfstand stellen. „Außerdem werden wir ausprobieren, wie wir den erkennbaren Trend Genuss, Wein, Kulinarik und Natur miteinander in Einklang bringen können“, sagt Julia Geiger. Denkbar wären Weinführungen am Grafenberg, um diesen wahrhaft schönen Aussichtspunkt noch mehr in den Fokus zu rücken.

Geben Sie es zu, lieber Leserinnen und Leser: Bei dem Wort „TuC“ haben Sie zuallererst an den einfachen Cracker in der gelben Verpackung gedacht. Seien Sie nun nicht enttäuscht, wenn hinter „TuC“ viel mehr steckt als nur der reine Knabberspaß. Die drei Buchstaben stehen für den Schorndorfer Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement, der seit Januar 2021 offiziell in der Stadt für „Trubel und Wirbel“ sorgt – im positiven Sinn, versteht sich. Aber was macht das Team „TuC“ eigentlich genau und

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