Schorndorf

Schorndorf soll bis 2035 klimaneutral werden

Eautoparken
Oberbürgermeister Klopfer, hier in einem E-Auto, will die Stadt bis 2035 klimaneutral machen. © Gaby Schneider (Archiv)

In seiner Rede zum Haushalt 2021 hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Weichen für eine klimaneutrale Stadt gestellt. „Wir sollten uns gemeinsam auf den Weg machen, dass Schorndorf 2035 klimaneutral wird“, sagte er in der Sitzung des Gemeinderats. Im März wird der Gemeinderat über einen Einwohnerantrag zum Klimaschutz beraten, zu dem es bereits konstruktive Vorgespräche gegeben habe. „Ich freue mich darauf“, sagte der Oberbürgermeister, der in der Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung eine Zukunftsaufgabe sieht. Allerdings müsse man sich bewusst sein, dass dies dann die verbindliche Leitlinie des kommunalpolitischen Handelns darstelle und für die kommenden 15 Jahre sehr viel Kraft, sehr viele gute Ideen, aber auch sehr viel Geld notwendig sei. 2021 sollen seinen Vorstellungen zufolge Konzepte erarbeitet, aber auch erste konkrete Ideen umgesetzt werden. Bei jeder Entscheidung der Verwaltung, bei jedem Beschluss des Gemeinderates oder des Aufsichtsrates müsse das übergeordnete Ziel dann auch berücksichtigt werden. „Und manche Dinge werden für manche hier unangenehm sein“, sagte der Oberbürgermeister. Im Einzelnen kündigte er an:

• „Das Auto wird in den Innenstädten an Bedeutung verlieren.

• Öffentlicher Raum wird vorrangig für Fußgänger und Radfahrer reserviert werden.

• Fotovoltaik wird auf allen Dächern, aber vielleicht auch auf Feldern notwendig werden.

• Wir sollten einen neuen Anlauf machen, um Windkraft zu erzeugen.

• Der Fuhrpark muss schnellstmöglich auf alternative Antriebe umgestellt werden.

• Bei der Neuausschreibung des Busverkehrs kann es nur noch alternative Antriebe geben.

• Eine Beschaffung von gebrauchten Dieselzügen für den Wiesel scheidet aus.“

Ein Klimaschutzkonzept und eine Stabsstelle

Schorndorf brauche einen „Klimastadtplan 2035“, so der Oberbürgermeister weiter, außerdem ein umfassendes Klimaschutzkonzept, eine CO2-Bilanz und ein fortlaufendes Controlling. „Wir werden deshalb eine Stabsstelle ,Nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaschutz und Mobilität’ schaffen, mit neuem Personal, als Querschnittsthema“, kündigte Klopfer an. „Und ich werde persönlich die Verantwortung für dieses Thema übernehmen.“ Die Stadt müsse als Vorbild vorangehen – etwa mit dem Ziel, dass die eigenen Immobilien schon bis 2030 klimaneutral sind, ein Klimabeirat ins Leben gerufen wird, der die Stadt begleitet, und alle Gemeinderatsbeschlüsse immer auch das Ziel der Klimaneutralität berücksichtigen. Ein kommunaler Wärmeplan sei Pflicht bis zum Jahr 2023. Neben dem Ausbau der regenerativen Energien soll die Energieeffizienz noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden.

Klimaschutz soll Spaß machen

Und auch das ist Klopfer wichtig: Klimaschutz soll seiner Ansicht nach keineswegs zu einem unfrohen Leben führen: „Mit einem Modell, das aus Verzicht, Verlust von Lebensfreude und geringerer persönlicher Lebensqualität besteht, werden wir in einer demokratischen, liberalen Gesellschaft nicht erfolgreich sein können“, zeigte er sich überzeugt. Die Bürgerinnen und Bürger wollten reisen – in Zukunft aber vielleicht nicht im Billigflieger. Der neue Radschnellweg nach Stuttgart lade zum täglichen Pendeln mit dem Rad ein, der 15-Minuten-Takt auf der S-Bahn seit dem letzten Wochenende mache den ÖPNV sehr viel attraktiver. Eines ist für den Oberbürgermeister klar: „Die Klimakrise ist bedrohlicher als Corona.“ In der Pandemie habe sich gezeigt, dass das Leben in kurzer Zeit verändert werden und wissenschaftlicher Fortschritt extrem beschleunigt werden könne. Der große Unterschied: Während Corona für jeden direkt spürbar sei, seien die Konsequenzen des Klimawandels vielleicht erst in einigen Jahrzehnten zu spüren.

Folgen von Corona für die Innenstadt

Schon jetzt sehr schmerzhaft sind die Folgen des Virus für den Einzelhandel. In seiner Haushaltsrede verwies der Oberbürgermeister auch auf die Situation in der Innenstadt. Die Fragen für Klopfer: „Wer überlebt den Lockdown nicht, wer kapituliert vor dem Onlinehandel, wer findet keinen Nachfolger?“ Der Wandel werde nur gelingen, wenn die Immobilienbesitzer mehr Gesamtverantwortung übernehmen. Entscheidend darf nach Ansicht Klopfers nicht die kurzfristig höhere Rendite sein, sondern die nachhaltige Entwicklung der Nachbarschaft. Die Mieten in den Erdgeschosslagen werden in den kommenden Jahren deutlich nach unten gehen, glaubt er, die Fluktuation werde zunehmen. Auch die Stadt werde mehr Verantwortung übernehmen, Zwischenmieter sein, um Leerstand zu vermeiden, und außerdem geplant Schlüsselimmobilien erwerben.

Die größte Investition in der Geschichte der Stadt

Die größte Investition der kommenden Jahre in Schorndorf kommt nicht von der Stadt, sondern vom Landkreis. Gemeinsam sei es gelungen, den Klinik-Standort in Schorndorf zu sichern, erinnerte Matthias Klopfer. Seit diesem Jahr gibt es eine erweiterte Notfallaufnahme, mit Herzkatheter und interdisziplinärer Aufnahmestation. 2021 sollen weitere zehn Millionen Euro investiert werden, in ein neues MRT, die Sanierung einer Pflegestation und die Neukonzeption der zentralen Patientenaufnahme. Bis 2030 investiert der Kreis mehr als 100 Millionen Euro in die Klinik, vor allem in einen komplett neuen Funktionsbau, mit neuen OP-Sälen, neuer Intensivstation, neuer Notfallaufnahme. „Das Land unterstützt diese größte Investition in der Geschichte unserer Stadt maßgeblich und sorgt damit nicht nur für eine herausragende medizinische Versorgung der Patienten, sondern auch für die Sicherung und den Ausbau der bislang 700 Arbeitsplätze.“

In seiner Rede zum Haushalt 2021 hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Weichen für eine klimaneutrale Stadt gestellt. „Wir sollten uns gemeinsam auf den Weg machen, dass Schorndorf 2035 klimaneutral wird“, sagte er in der Sitzung des Gemeinderats. Im März wird der Gemeinderat über einen Einwohnerantrag zum Klimaschutz beraten, zu dem es bereits konstruktive Vorgespräche gegeben habe. „Ich freue mich darauf“, sagte der Oberbürgermeister, der in der Begrenzung der globalen

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