Schorndorf

Schorndorf: Spielgruppe für Kinder aus der Ukraine in der Awo-Begegnungsstätte

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Der Duplo-Zug – eins der liebsten Spielzeuge in der von Tetiana Bedai geleiteten Spielgruppe für ukrainische Kinder in der Awo-Begegnungsstätte. © Gaby Schneider

Solomia und Miron bemalen an einem Tisch ein Blatt nach dem anderen mit Wasserfarben. Auf den beiden Spielteppichen sitzen Max, Timothei und Zoma mit ihrem liebsten Spielzeug: einem selbstfahrenden Duplo-Zug. Eigentlich eine ganz normale Spielgruppen-Szene. Doch normal ist hier gar nichts: Die Kinder, die montags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr in den kleinen Saal der Awo-Begegnungsstätte am Stadtpark kommen können, sind nach Ausbruch des Krieges mit ihren Müttern aus der Ukraine geflohen. Nebenan findet ein Deutschkurs für die Erwachsenen statt. Die Kinder im Alter zwischen eineinhalb und sechs Jahren aber sollen erst mal ankommen, sich ganz aufs Spielen konzentrieren können und nicht überfordert werden.

Dafür sorgt Tetiana Bedai. Sie hat als Erzieherin in einem Kindergarten in Kiew gearbeitet, bevor sie mit ihrem 15-jährigen Sohn nach Deutschland fliehen musste. Jetzt leitet sie die Spielgruppe, die Tim Schopf, Vorsitzender des Awo-Ortsvereins und neuerdings auch Geschäftsführer der Awo-Kinder- und Jugendhilfe, vor fünf Wochen gegründet hat: Über einen Bekannten hat er Tetiana Bedai kennengelernt, in der Awo-Begegnungsstätte gab’s Platz – also hat er über Facebook um Möbel- und Spielzeugspenden gebeten. Innerhalb nur eines Wochenendes war alles da, was es für eine Spielgruppe braucht: Kindertische und -stühle, Spielteppiche, Regale, Schleich-Figuren, eine Spielküche – und der Duplo-Zug, den Schopf von Freunden bekommen hat.

Spielgruppe im Familienzentrum könnte erweitert werden

„Was macht man mit den ganzen Kindern?“, diese Frage hat sich Tim Schopf, der bis Ende April den Bewegungskindergarten „Purzelbaum“ geleitet hat und SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat ist, sofort aufgedrängt, als die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine ankamen. Mittlerweile ist die Spielgruppe mit elf Kindern voll belegt. Es ist geplant, die bestehende Spielgruppe im Familienzentrum im Arnold-Areal bei Bedarf zu erweitern. Denn in den Schorndorfer Kitas sind bisher noch keine ukrainischen Kinder untergekommen. Bis Mitte April gab es dafür auch noch keine rechtliche Grundlage. Mittlerweile liegen nach Auskunft der Stadtverwaltung acht Anmeldungen vor. „Generell“, so Pressesprecherin Verena Krabbe, „müssen sich die Eltern wie alle anderen Familien bei Little Bird registrieren und dort einen Platz beantragen.“

Der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) empfiehlt aber, solange nicht klar ist, wie lange die Familien in Deutschland bleiben werden, niederschwellige Angebote wie Eltern-Kind-Gruppen oder Sprachkurse mit Kinderbetreuung. Da die Stadt die Spielgruppe aber finanziell nicht unterstützt und dies auch auf Nachfrage nicht tun will, hat Tim Schopf dafür gesorgt, dass Tetiana Bedai einen Vertrag bekommt und von der Awo bezahlt wird. Noch darf die Erzieherin, obwohl ihre Ausbildung in Deutschland anerkannt ist, nicht in einem Kindergarten arbeiten – „sie muss erst Deutsch können“, sagt Schopf.

Solomia und Miron bemalen an einem Tisch ein Blatt nach dem anderen mit Wasserfarben. Auf den beiden Spielteppichen sitzen Max, Timothei und Zoma mit ihrem liebsten Spielzeug: einem selbstfahrenden Duplo-Zug. Eigentlich eine ganz normale Spielgruppen-Szene. Doch normal ist hier gar nichts: Die Kinder, die montags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr in den kleinen Saal der Awo-Begegnungsstätte am Stadtpark kommen können, sind nach Ausbruch des Krieges mit ihren Müttern aus der Ukraine geflohen.

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