Schorndorf

Schorndorf: Tankrabatt endet bald - soll ich noch schnell volltanken?

SpritpreiseScho
Ein Preisvergleich lohnt sich immer. © Gaby Schneider

Der Tankrabatt sorgte fast drei Monate lang auch an Schorndorfs Zapfsäulen für sinkende Benzinpreise. Doch bald ist damit Schluss. Denn im September wird die Energiesteuer wieder auf das Normalniveau angehoben. Nach wochenlanger Stagnation steigen die Preise schon jetzt wieder. Der ADAC macht auf regional stark abweichende Unterschiede aufmerksam und warnt: Vor allem in Süddeutschland werden die Preise für Benzin und Diesel deutlich teurer.

Der Rohölpreis und die Nachfrage nach Sprit steigen

Ab kommenden Mittwoch ist der Tankrabatt Geschichte. Dann werden pro Liter Benzin wieder 65 Cent statt 35 Cent an Steuern fällig. Beim Diesel wird die Energiesteuer pro Liter dann wieder 47 Cent anstatt der aktuellen 33 Cent betragen. Doch völlig unabhängig davon zeigt sich schon jetzt: Sprit wird seit einigen Tagen wieder teurer. Der Liter Superbenzin kostete laut dem Online-Portal ich-tanke.de Mitte August durchschnittlich 1,76 Euro. Nur knapp zwei Wochen später liegt er im deutschlandweiten Vergleich bei etwa 1,80 Euro - Tendenz steigend. Am Donnerstagmorgen kostete der Liter Super an den Tankstellen in Schorndorf kurzzeitig bis zu 1,84 Euro, der Diesel überschritt teilweise wieder die 2,10-Euro-Marke.

Wie der ADAC mitteilt, liegen die steigenden Preise unter anderem am aktuell wieder rapide steigenden Rohölpreis. Der Automobilclub erklärt: „Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell knapp über 100 Dollar, das sind rund acht Dollar mehr als vor Wochenfrist.“ Damit ist das Rohöl aber keineswegs auf einem Rekordhoch: Noch im Juni kostete das Barrel über 120 US-Dollar.

Aber auch die hohe Nachfrage könnte eine Rolle spielen, meint der ADAC. Denn kurz bevor der Tankrabatt endet, wird es einige Autofahrer an die Zapfsäulen ziehen.

Hohes Nord-Süd-Gefälle: In Baden-Württemberg ist Benzin besonders teuer

Trotzdem macht es laut dem ADAC nicht unbedingt Sinn, noch schnell vor Ende des Rabatts vollzutanken. Denn laut dem Verkehrsclub haben auch die Tankstellenbetreiber ein Interesse daran, ihre Reserven in dieser Woche noch mit niedrig versteuertem Kraftstoff zu füllen. Denn so können sie auch nach dem 1. September noch günstigere Preise anbieten – ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Doch die Preise in Süddeutschland, und somit auch in Schorndorf, steigen trotzdem schon seit einigen Tagen. Laut ADAC zeigt sich vor allem beim Diesel-Preis ein „massives Nord-Süd-Gefälle“. Die Preisunterschiede seien regional noch nie so weit auseinandergegangen wie jetzt. Am tiefsten in die Tasche greifen müssen demnach Autofahrer aus Bayern, aber auch in Baden-Württemberg ist der Kraftstoff im Bundesvergleich sehr teuer. Der Liter Diesel kostet im Südwesten fast 15 Cent mehr als in Hamburg.

Zu welcher Uhrzeit spart man an der Tankstelle am meisten?

Dafür verantwortlich ist unter anderem der niedrige Wasserstand des Rheins, der den Transport von Kraftstoff in den Süden per Schiff erschwert. „Da dies nach ADAC-Einschätzung aber nicht der einzige Grund für die extremen Preisunterschiede ist, sind die laufenden Untersuchungen des Bundeskartellamts besonders wichtig“, teilt der Automobilclub auf seiner Website mit. Das Vor-Tankrabatt-Niveau haben Superbenzin, E10 und Diesel aber noch lange nicht erreicht. Im Mai überstiegen die Super-Preise (E5) teilweise 2,20 Euro und kurz nach Ausbruch des Ukraine-Krieges vor einem halben Jahr zeitweise sogar 2,60 Euro.

Doch Benzin schwankt nicht nur wochen- oder monatsweise stark im Preis. Jeden Tag gibt es „gute“ und „schlechte“ Tankzeiten. Morgens zwischen 7 und 8 Uhr, wenn sich die meisten Menschen auf den Weg zur Arbeit machen, ist Benzin am teuersten. Das geht aus einer Studie des ADAC hervor. Danach fällt der Preis nur kurz – um ab 9 Uhr wieder zu steigen.

Den Tag über folgen weitere Preisspitzen gegen 10 Uhr, 13 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr, 20 Uhr und schließlich ab 23 Uhr. Dann pendelt sich der Preis auf ein nächtliches Niveau ein. Die besten Zeiten, um zu tanken, sind laut ADAC zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr. Bis zu zwölf Cent günstiger ist der Liter Kraftstoff zu diesen Zeiten. Wer also zum richtigen Zeitpunkt tankt, kann viel Geld sparen.

Der Tankrabatt sorgte fast drei Monate lang auch an Schorndorfs Zapfsäulen für sinkende Benzinpreise. Doch bald ist damit Schluss. Denn im September wird die Energiesteuer wieder auf das Normalniveau angehoben. Nach wochenlanger Stagnation steigen die Preise schon jetzt wieder. Der ADAC macht auf regional stark abweichende Unterschiede aufmerksam und warnt: Vor allem in Süddeutschland werden die Preise für Benzin und Diesel deutlich teurer.

Der Rohölpreis und die Nachfrage nach Sprit

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper