Schorndorf

Schorndorf: Ukraine-Flüchtlinge sollen in Sporthallen unterkommen

Ukraine Solidarität
Flaggen am Rathaus. © Gabriel Habermann

Die Stadt macht sich für die Aufnahme einer großen Flüchtlingswelle aus der Ukraine bereit. Nach Aufrufen an die Bürger, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sind bei der Stadt rund 90 Angebote eingegangen. Nach Angaben von Oberbürgermeister Bernd Hornikel werden diese Zimmer, Wohnungen und Häuser aktuell geprüft und katalogisiert. „Wie ist die Qualität der Unterkünfte? Wie viele Flüchtende kriegen wir unter?“ Das seien Fragen, die jetzt beantwortet werden müssten. Zehn Personen sind laut Hornikel von der Stadt bereits untergebracht worden, doch nicht alle Flüchtlinge, die nach Schorndorf gekommen sind, haben sich bei der Stadtverwaltung gemeldet. Viele seien privat untergekommen.

500 Plätze in fünf Hallen

Wochen nach Ausbruch des Krieges ist kein Ende des Tötens und der Zerstörung in Sicht. Wie viele Menschen nach Schorndorf kommen werden, ist unklar. Fest steht aber, dass auch in der Stadt die Zahl der Geflüchteten stark steigen wird. Um alle aufnehmen zu können, werden die wenigen freien städtischen Plätze (aktuell 30) nicht reichen.

Einen erneuten Aufruf an die Bürger will Oberbürgermeister Bernd Hornikel starten, außerdem werden derzeit in der Kernstadt und den Ortsteilen Sport- und Festhallen geprüft, in denen die Menschen unterkommen sollen. „Bei fünf Hallen könnten wir 500 Plätze zur Verfügung stellen“, sagt Tina Werner, persönliche Referentin des Oberbürgermeisters. Ein erstes Kontingent an Feldbetten wurde bereits geordert. „Wir bereiten die Aufnahme vor“, sagt Hornikel. „Aber es macht keinen Sinn, die Hallen jetzt schon zuzumachen und nachher kommt keiner.“

Die Kosten übernimmt der Landkreis

Die Kosten für die Geflüchteten aus der Ukraine übernimmt der Landkreis. Die Menschen, die in Schorndorf ankommen, sollten sich zunächst bei der Ausländerbehörde im Künkelin-Rathaus und dann im Bürgerbüro melden. „Unsere Bitte ist, dass die Person, die die Flüchtlinge aufnimmt, sie auch zur Behörde begleitet“, sagt Tina Werner.

Wer Menschen aus der Ukraine Wohnraum bietet, bekommt bei deren Unterbringung in einem privaten Zimmer einen monatlichen Pauschalbetrag von 100 Euro pro untergebrachter Person, maximal aber 400 Euro. Bei Wohnungen richtet sich die Kostenübernahme nach der Wohnungsgröße und nach der Zahl der Personen, die dort unterkommen. Für eine 60 Quadratmeter große Wohnung für zwei Personen übernimmt der Landkreis zum Beispiel einen Anteil von 550 Euro, bei vier Personen in einer 90 Quadratmeter großen Wohnung 800 Euro.

„Sehr viele wollen helfen“, sagt Tina Werner. Doch auch Fragen gibt es – etwa wie lange die Menschen aus dem Kriegsgebiet bleiben werden. Das aber kann auch die Stadt nicht beantworten, weil es auch vom weiteren Kriegsgeschehen abhänge. Die Stadtverwaltung bittet die Bevölkerung, die Unterbringung so lange wie möglich zu gewährleisten, weil Privatwohnungen nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung ständen. Gleichwohl sieht OB Hornikel diese Art der Unterbringung auf Zeit angelegt. Aus diesem Grund werde derzeit auch die Notunterbringung in größeren Einheiten geprüft.

Integrationsteam bietet Hilfe an

Für die Geflüchteten bietet das Integrationsteam der Stadt Unterstützung an. Das Integrationsteam bereitet aktuell ein Merkblatt vor, das die ersten Schritte in Deutschland für Geflüchtete aus der Ukraine auflistet und die wichtigsten Informationen enthält: unter anderem Anmeldung des Wohnsitzes, Kontoeröffnung, Antrag auf Asylbewerberleistungen und Fiktionsbescheinigung. Sind die Geflüchteten absolut mittellos, können sie bis zur Gewährung der Sozialleistungen beim Fachbereich Familie und Soziales Lebensmittelgutscheine für die Tafel erhalten.

Die Stadt sucht Ehrenamtliche, die die Geflüchteten unterstützen. Wer mithelfen möchte, kann sich über das Formular zur Ukraine-Hilfe auf der Website der städtischen Ehrenamtsbörse eintragen. Auch ukrainisch sprechende Menschen werden als Dolmetscher gesucht. Derzeit sind bei der Stadt rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unmittelbar mit dem Thema befasst.

Die Stadt macht sich für die Aufnahme einer großen Flüchtlingswelle aus der Ukraine bereit. Nach Aufrufen an die Bürger, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sind bei der Stadt rund 90 Angebote eingegangen. Nach Angaben von Oberbürgermeister Bernd Hornikel werden diese Zimmer, Wohnungen und Häuser aktuell geprüft und katalogisiert. „Wie ist die Qualität der Unterkünfte? Wie viele Flüchtende kriegen wir unter?“ Das seien Fragen, die jetzt beantwortet werden müssten. Zehn Personen sind

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