Schorndorf

Schorndorf verändert sich: Wie tickt die neue Chefplanerin Franziska Haist?

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Franziska Haist ist die neue Fachbereichsleiterin Stadtplanung in Schorndorf. © Ralph Steinemann Pressefoto

Was passiert auf dem Archivplatz? Wird aus dem Unteren Marktplatz eine grüne Zone, wo wird man in Zukunft noch bauen können? Auf Franziska Haist, die neue Fachbereichsleiterin Stadtplanung, warten spannende Aufgaben. Zum 1. Oktober hat sie die Nachfolge von Thorsten Donn angetreten, der Leiter des Amts für Stadtplanung und Wohnen in Stuttgart wurde. Mitten in einer Zeit des Umbruchs hat die 42-Jährige einen der wichtigsten Posten in Schorndorf übernommen. Mit dem Bau der Stadtbücherei bekommt auch der Archivplatz ein neues Gesicht, die Debatte über Parkplätze (und Parkgebühren) tobt. Aber auch dass Schorndorf grüner werden soll, wird angesichts des Klimawandels immer lauter gefordert - schließlich heizt sich der Marktplatz im Sommer stark auf. Menschen wollen bauen, doch Baugebiete auf der grünen Wiese sind nicht mehr gewollt und die Bebauung der seltenen Grünstreifen in der Stadt ist meist heftig umstritten.

Einfamilienhausgebiete sind nicht mehr zeitgemäß

Fakt ist also: Eine vorausschauende und attraktive Stadtplanung gehört wohl zu den wichtigsten Zielen in der Stadt. Dass bei der Entwicklung neuer Baugebiete nicht weitergemacht werden kann wie bisher, dass reine Einfamilienhausgebiete nicht mehr zeitgemäß sind, da der Flächenverbrauch zu groß ist und die Preise zu heftig sind, hatte sie bereits bei ihrer Vorstellung im Gemeinderat betont. „Wir sollten weniger in den Außenbereich gehen, im Idealfall gar nicht mehr“, ist die gelernte Stadtplanerin überzeugt. Der Ausbau im Bestand sei eine mögliche Antwort, am Ende entscheide aber immer der Gemeinderat darüber, was gemacht wird. Das Breuninger-Areal, bei dem aktuell rund 220 Wohnungen vor der Fertigstellung stehen, findet sie sinnvoll, da an zentraler Stelle und nicht weit vom Bahnhof verdichtet wurde. „Es muss passen“, sagt Franziska Haist. Und: „Eine ultimative Lösung hat keiner.“

Bürger sollen sich gut behandelt fühlen

Eigentlich war es nie ihr Ziel, Fachbereichsleiterin zu werden. „Ich dachte, man sitzt nur in Besprechungen“, sagt Franziska Haist und lacht. Mittlerweile sieht sie vor allem den enormen Gestaltungsspielraum, den das Amt mit sich bringt. Weil ihr eine gewisse Ordnung und vor allem die Gleichbehandlung aller Bürger wichtig sind, macht sie gerne Bebauungspläne, die dem Bauen die rechtlichen Voraussetzungen zugrunde legen. Dass ihr Fachgebiet vielen Leuten ein Buch mit sieben Siegeln ist und die Fachsprache komplett unverständlich, weiß sie wohl. Und hat sich deshalb vorgenommen, klar und bürgernah aufzutreten. „Wenn zu mir jemand in die Beratung kommt, soll er am Schluss wissen, was er darf und warum“, sagt sie. Und vor allem soll er sich nicht so schlecht behandelt fühlen wie sie selbst, als sie in Stuttgart vor Jahren ihren Personalausweis beantragt hat.

Die Stelle war dreimal ausgeschrieben

Angefangen hat sie bei der Stadt Schorndorf als Sachbearbeiterin für Bauleitplanung, Baugesuche und Bauberatung unter der Leitung des damaligen Fachbereichsleiters Manfred Beier. Im Juni 2021 wurde sie Abteilungsleiterin und stellvertretende Fachbereichsleiterin. Das gefiel ihr durchaus – weshalb sie sich auch nicht sofort um die Nachfolge von Thorsten Donn beworben hat. Erst als die Stelle zum dritten Mal ausgeschrieben wurde, warf sie ihren Hut in den Ring – und überzeugte. Damit hat sie nun Personalverantwortung für 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und die hat sie gerne. „Meine Kollegen sind mir wichtig, sie sollen gerne arbeiten“, sagt Haist. Zusammen hätten sie ein hohes Arbeitspensum zu bewältigen – und Fachkräfte stünden nicht gerade Schlange. „Ich fördere sie, aber ich fordere auch was ein.“

Engagement fürs Ferienwaldheim Möhringen

Menschen sind ihr wichtig. Das zeigt auch ihre liebste Freizeitbeschäftigung. Zu Hause in Stuttgart engagiert sich Franziska Haist im Ferienwaldheim Möhringen. Seit fast 20 Jahren arbeitet sie dort bei der ehrenamtlichen Leitung mit und stellt die Betreuung für 500 bis 600 Kinder über fünf Wochen auf die Beine. Zuständig ist sie nicht nur für Organisation und Vorbereitung des Waldheims, sondern auch für die Schulung der 150 Mitarbeitenden. Ansonsten liebt sie es, zum Ausgleich auf ihrem Stückle mit vielen Apfelbäumen die Wiese zu mähen oder Unkraut zu jäten. „Da kann man den Kopf komplett frei bekommen, abschalten und nichts denken.“ Der ideale Ausgleich also zu Bebauungsplänen und dem Alltag am Schreibtisch.

Was passiert auf dem Archivplatz? Wird aus dem Unteren Marktplatz eine grüne Zone, wo wird man in Zukunft noch bauen können? Auf Franziska Haist, die neue Fachbereichsleiterin Stadtplanung, warten spannende Aufgaben. Zum 1. Oktober hat sie die Nachfolge von Thorsten Donn angetreten, der Leiter des Amts für Stadtplanung und Wohnen in Stuttgart wurde. Mitten in einer Zeit des Umbruchs hat die 42-Jährige einen der wichtigsten Posten in Schorndorf übernommen. Mit dem Bau der Stadtbücherei

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