Schorndorf

Schorndorf: Warum immer mehr Apotheken Corona-Impfungen anbieten

Covid Impfung
Apotheken erreichen die Personen, die sonst keine Anlaufstelle gehabt hätten und damit durchs Impf-Raster gefallen wären. © Gabriel Habermann

Viele Experten sehen in der Impfung den schnellsten Weg aus der Corona-Pandemie. Deshalb hat der Bund das Impfangebot ausgeweitet: Seit dem 8. Februar dürfen auch Apotheken gegen Covid-19 impfen. Zu Beginn haben die Schorndorfer Apotheken noch verhalten auf die Möglichkeit zur Impfung reagiert, inzwischen hat sich das Blatt aber gewendet.

Nachfrage in den Apotheken nach einer Impfung steigt

„Wir werden vorerst keine Corona-Impfungen anbieten“, sagte Thorsten Leiter Anfang Februar auf Nachfrage unserer Redaktion. Leiter ist Inhaber der Uhland-, Daimler- und Künkelin-Apotheke. Auch Peter Gamm von der Gaupp’schen Apotheke stimmte seinem Kollegen zu, auch er wolle ab dem 8. Februar vorerst keine Impfung anbieten.

Beide Apotheker hätten ihr Personal zwar auf Schulungen geschickt und die Räumlichkeiten vorbereitet - man wolle die Impflage aber erst einmal abwarten. Zudem sei das Impfangebot in Schorndorf ausreichend, man wolle kein Konkurrenzangebot zu den Hausärzten schaffen. Einzelne Impfaktionen in den vergangenen Tagen hätten den beiden Apothekern aber gezeigt: Die Menschen in Schorndorf nehmen das Impfangebot in den Apotheken an. Deshalb wollen Gamm und Leiter ab sofort mehr impfen.

„Nachdem die Politik die Apotheken zum Impfen aufgefordert hat, gab es auch immer wieder Nachfragen unserer Kundinnen und Kunden, wann wir in der Apotheke impfen“, erklärt Peter Gamm. Die Gaupp’sche Apotheke startete ihr Impfangebot am vergangenen Wochenende, rund 30 Impfungen konnten durchgeführt werden. Gamm ist mit der Bilanz zufrieden, denn: „Es waren auch einige Ungeimpfte dabei, die zur Erstimpfung kamen.“

Für den Apotheker gibt es dafür eine logische Erklärung: „Vielleicht können wir mit unserem niederschwelligen Angebot Menschen erreichen, die gar keine Hausarztpraxis haben oder für die der Gang zum Impfzentrum bisher zu umständlich war.“ Die Impfmöglichkeit in der Apotheke sieht Gamm deshalb als sinnvolle Ergänzung zum hausärztlichen Impfangebot. Außerdem seien die Impftermine der Gaupp’schen Apotheke auf das Wochenende gelegt, wenn die Arztpraxen geschlossen haben. Und mit Blick schon auf den kommenden Herbst meint Gamm: „Jede einzelne Covid-19-Impfung ist wichtig, um dauerhaft aus der Pandemie zu kommen, dazu möchten mein Team und ich unseren Beitrag leisten.“

Gaupp´sche Apotheke: Impfen jeden Freitag und Samstag

Auch Thorsten Leiter hat bereits erste Erfahrungen mit der Corona-Impfung gemacht. Bereits am Sonntag, 13. Februar, hatte Leiter in den Räumlichkeiten der Künkelin-Apotheke für zwei Stunden einzelne Termine angeboten. Das Fazit: „Die erste Impfaktion lief gut, es hat soweit alles funktioniert.“ 15 Personen wurden in dem Zeitraum geimpft, laut Leiter gab es sogar zwei Viertimpfungen für die über 70-Jährigen.

Schon bei der Terminvergabe habe sich gezeigt, warum das Impfangebot in der Apotheke Sinn macht. „Es war auffällig, wie viele in unsere Apotheken gekommen sind und nach einer Impfung gefragt haben“, so Leiter. „Das waren Leute, die ansonsten keine Anlaufstelle hatten und nicht wussten, wie sie sonst an einen Impftermin kommen.“ Laut Thorsten Leiter könnte man so die ein oder andere Person erreicht haben, die „sonst durchs Raster gefallen wäre“. Das sei durch die persönlichen Gespräche klar geworden.

Der Apotheker könne sich vorstellen, auch weiterhin einzelne Impfaktionen anzubieten. „Vor allem sonntags haben viele Zeit und müssen nicht zur Arbeit.“ Es soll aber vorerst keine festen und regelmäßigen Impftage geben. „Wir stehen bereit, sobald mehr Bedarf da ist“, erklärt Leiter.

Peter Gamm hingegen bietet ab sofort regelmäßige und wiederkehrende Impftermine an. Immer freitags von 15 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr können sich Interessierte in der Gaupp’schen Apotheke impfen lassen. „Verimpft werden derzeit Biontech und Moderna als Erst-/Zweit- oder Boosterimpfung für alle impffähigen Personen ab zwölf Jahren“, teilt der Apotheker mit.

Der sogenannte Totimpfstoff Novavax könne in der Apotheke voraussichtlich ab Mitte März verimpft werden. Für eine Impfung müsse allerdings ein Termin vereinbart werden, entweder vor Ort, über die Homepage oder telefonisch.

Viele Experten sehen in der Impfung den schnellsten Weg aus der Corona-Pandemie. Deshalb hat der Bund das Impfangebot ausgeweitet: Seit dem 8. Februar dürfen auch Apotheken gegen Covid-19 impfen. Zu Beginn haben die Schorndorfer Apotheken noch verhalten auf die Möglichkeit zur Impfung reagiert, inzwischen hat sich das Blatt aber gewendet.

Nachfrage in den Apotheken nach einer Impfung steigt

„Wir werden vorerst keine Corona-Impfungen anbieten“, sagte Thorsten Leiter Anfang

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