Schorndorf

Schorndorf: Wer bekommt die FFP2-Maske?

FFP2 Masken
Problemlos verlief die Maskenabgabe in der Daimler-Apotheke. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Idee des Bundesgesundheitsministeriums, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen mit kostenlosen FFP2-Masken zu versorgen, ist erwartungsgemäß auf großes Interesse gestoßen. Da die Aktion des Bundesgesundheitsministeriums den Apothekern innerhalb weniger Tage aufs Auge gedrückt worden war, hatte der Apothekerverband vor einem Kraftakt gewarnt. Doch die Apotheker waren vorbereitet: Ersten Erfahrungen zufolge verlief die Abgabe meist ohne Probleme. In einer Apotheke gab es allerdings Ärger.

Vor und in den Apotheken haben sich Schlangen gebildet

Dienstagmorgen um 11 Uhr. Vor und in den Apotheken haben sich Schlangen gebildet. In der Gaupp’schen Apotheke und in der Daimler-Apotheke war die Abgabe der begehrten Schutzmasken ins Freie verlegt worden, um Abstand und frische Luft zu gewährleisten. Seite an Seite standen die beiden Apotheker Thorsten und Gerhard Leiter vor der Daimler-Apotheke, um die Masken zu verteilen. Wer die FFP2-Masken ergattern wollte, die weit besser schützen als selbst genähter Mund-Nasen-Schutz, musste seinen Personalausweis bereithalten und eine Empfangserklärung unterschreiben, in der man sich als berechtigt erklärte, die Masken zu bekommen. Geduldig standen die Kunden in der Schlange, hielten den gebotenen Abstand, die Personalausweise bereit. Drei Stunden nach dem Start der Aktion hatten die beiden Apotheker schon fast 600 Masken ausgegeben. Für ein großes Kontingent hatten sie zuvor gesorgt: „Allein für Dezember haben wir 6000 Masken“, sagt Thorsten Leiter. „Das wird reichen. Niemand muss Angst haben, dass er keine bekommt.“

Die ersten Personen kamen um acht Uhr

Geduldig warteten die Kunden auch vor der Gaupp’schen Apotheke, wo Lars Parnitzke die kostenlosen Masken verteilte. Auch in der Palm’schen Apotheke war die Nachfrage lebhaft, die Maskenabgabe verlief aber in geordneten Bahnen. „Die ersten Personen, die eine Maske abholen wollten, waren um acht Uhr da“, berichtete Inhaber Erich Poppe. Die Aktion findet er gut, Masken seien Teil des Schutzes – „und momentan können wir jeden Schutz gebrauchen“, sagte er. Mit den FFP2-Masken habe er sich im Vorfeld eingedeckt, jetzt organisiert er den Nachschub. Dass manche Menschen das Angebot unrechtmäßig ausnutzen und sich in verschiedenen Apotheken mehrmals eindecken könnten, sei nicht auszuschließen. „Aber ich vertraue auf die Ehrlichkeit der Leute.“

Apotheken bekommen Pauschalbeträge für die Masken

Nicht überall verlief die Abgabe ohne Ärger. Der Schorndorfer Hans Dietrich Karnath wollte in der Vitalwelt-Apotheke für sich und seine Frau Masken holen, wurde dort aber abgewiesen, weil er kein Stammkunde sei. Auf Nachfrage bestätigt Apothekerin Petra Zipf: „Wir haben den Herrn gebeten, in seine Haus-Apotheke zu gehen.“ Der Grund sei, dass die Apotheken für die Masken von der Abrechnungsstelle Pauschalbeträge bekämen, die sich nach der Zahl der Risikopatienten der Apotheke richten. Ob ein Patient zu dieser Gruppe gehört, sei an der Rezeptstatistik zu erkennen. „Der Herr war sehr erbost“, sagt die Apothekerin. „Aber ich will nicht in die Situation kommen, für meine Krebspatienten nicht genügend Masken zu haben.“ Im Moment seien in ihrer Apotheke noch genügend Masken vorhanden, sie warte auf die Lieferung der Nachbestellung. „Ich hoffe, dass die Lieferkette nicht abreißt.“

Eine neue Rechtsverordnung

War das korrekt? Ja, sagt Frank Eickmann, stellvertretender Geschäftsführer und Pressesprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg. Im Topf des Bundesamts für soziale Sicherung seien 491 Millionen Euro, die für die erste Tranche der Maskenabgabe an die Apotheken verteilt würden. „Nicht jede Apotheke bekommt gleich viel Geld, sondern abhängig nach Anzahl der Patienten“, erklärt Eickmannn. Ermittelt würde die Zahl der Patienten über die Menge der verschreibungspflichtigen Medikamente. „Eine Apotheke soll ihre Kunden versorgen. Wenn alle Kunden in dieselbe Apotheke gehen würden, hätte diese zu wenig Geld.“ Darüber hinaus appelliert der Apothekersprecher an beide Seiten, Verständnis zu zeigen: Die Rechtsverordnung sei für alle neu und habe „Riesenbrüche“, was man auch daran sehe, dass die Kunden theoretisch Masken bei mehreren Apotheken holen könnten: „Es wird nicht überall rund laufen.“

Masken für 27 Millionen Bürger

Mit der Aktion will Bundesminister Jens Spahn 27 Millionen Bundesbürger noch vor Weihnachten mit gut schützenden Mund-Nasen-Masken ausstatten. In einem ersten Schritt sollen die bezugsberechtigten Bürger noch im Dezember drei Masken erhalten. Weitere Masken soll es dann mit speziellen Bezugsscheinen im neuen Jahr geben. Die Maskenausgabe der ersten Welle läuft bis 6. Januar und ist kostenfrei. Bei der Abgabe der weiteren Masken im Januar und im Februar wird eine Eigenbeteiligung von zwei Euro pro sechs Masken fällig. Wer als Risikopatient nicht selbst in die Apotheke gehen kann, kann sich die Masken auch abholen lassen. Der Abholer benötigt dann eine Vollmacht und den Personalausweis der berechtigten Person.

Die Idee des Bundesgesundheitsministeriums, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen mit kostenlosen FFP2-Masken zu versorgen, ist erwartungsgemäß auf großes Interesse gestoßen. Da die Aktion des Bundesgesundheitsministeriums den Apothekern innerhalb weniger Tage aufs Auge gedrückt worden war, hatte der Apothekerverband vor einem Kraftakt gewarnt. Doch die Apotheker waren vorbereitet: Ersten Erfahrungen zufolge verlief die Abgabe meist ohne Probleme. In einer Apotheke gab es

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper