Schorndorf

Schorndorf: Wo bitte geht es zum Corona-Test?

Lehrer Test
Thorsten Leiter bei Tests für Lehrer und Erzieher in der Turnhalle des Gymnasiums © Gabriel Habermann

Vielleicht kommt es ja irgendwann so weit, dass wir morgens nach dem Zähneputzen routinemäßig in ein Röhrchen spucken, um zu checken, ob wir coronafrei guten Gewissens das Haus verlassen können. Noch sind wir allerdings weit davon entfernt. Apotheker wie Peter Gamm von der Gauppschen Apotheke in Schorndorf warten in dieser Woche auf die Sendung der längst vorhandenen Selbsttests. Die Laientests, die es als Spucktest oder als Nasenabstrichtest aus dem vorderen Nasenbereich gibt, sollen laut Gamm vermutlich ab Anfang nächster Woche erhältlich sein. Schlecht sieht es in diesen Tagen auch bei den Discountern aus: Schon vergangenen Samstag hatte Aldi die begehrten Tests neben der Kasse liegen, doch mittags waren sie ausverkauft. Im Drogeriemarkt Müller? Fehlanzeige. Und bei der Drogeriemarkt-Kette dm in Schorndorf verweist man auf den 11. März.

Abgerechnet wird rückwirkend

Derweil haben die von der Bundesregierung angekündigten Bürgertestes begonnen. Zwar nicht zweimal, wie mal angekündigt war, aber immerhin einmal in der Woche können sich die Menschen kostenlos in Apotheken und Arztpraxen auf das Virus testen lassen (Infos unter www.rems-murr-kreis.de). Eine dieser Apotheken ist die Gauppsche Apotheke am oberen Marktplatz. „Wir wissen noch nicht, wie die Abrechnung ablaufen soll“, sagt Apotheker Peter Gamm. Er gehe aber davon aus, rückwirkend ab dem 8. März abrechnen zu können. Wer sich kostenlos testen lassen will, muss über die Homepage des Rems-Murr-Kreises einen Termin vereinbaren. „Noch“, sagt Peter Gamm, „gibt es freie Termine.“ Viel verdient sei nicht mit den Tests, doch seine Kunden sollten die Möglichkeit haben, sich bei ihm testen zu lassen. Er selbst sieht sich in der Verantwortung, dabei mitzuwirken, zumal er die Tests für eine sehr sinnvolle Maßnahme hält. Eine 100-prozentige Sicherheit sei durch keine Maßnahmen gegeben, in der Summe bieten die einzelnen Teile aus seiner Sicht aber einen großen Vorteil. „Je mehr Hürden wir dem Virus entgegenstellen, desto besser sind unsere Chancen“, ist er überzeugt. Insofern sei es auch wichtig, auch die Schnelltests unter die Leute zu bringen. Der Bedarf der Laientests sei indes schwer abzuschätzen, da die Tests auch in den Discountern angeboten werden.

Mit Sorge beobachten derzeit viele die Wiedereröffnung der Schulen und Kitas. Um das Risiko zu begrenzen, haben die Impfungen von Lehrern und Erziehern begonnen, aber auch zwei kostenlose Coronatests in der Woche stehen Lehrern und Erziehern zur Verfügung. Den ganzen Vormittag und einen Teil des Nachmittags hat Thorsten Leiter, Apotheker der Daimler- und der Uhland-Apotheke, an diesem Dienstag in der Turnhalle des Burg-Gymnasiums, in der Gottlieb-Daimler-Realschule und in der Fuchshofschule Lehrer und Erzieher auf Corona getestet. Getestet wurde mit den neuen Schnelltests für den vorderen Nasenbereich. Diese müssen, anders als bisher verwendete Teststäbchen, nicht mehr tief in die Nase geschoben werden.

Testen im Klassenzimmer?

Noch unklar ist, wie die Tests von Kindern und Jugendlichen organisiert werden. Aus Sicht des Apothekers müssten die Schüler klassenweise in ihren Klassenzimmern an die Reihe kommen. „Schüler zum Coronatest auf die Reise zu schicken, wird zum Scheitern verurteilt sein“, glaubt er. Kommende Woche will er versuchsweise eine Klasse in der Gottlieb-Daimler-Realschule auf das Virus testen. Derzeit werde geklärt, unter welchen Bedingungen die Klasse getestet werden soll.

Was ist mit Missbrauch?

Wie berichtet, hatten Bund und Länder vereinbart, dass der Bund von Montag an allen Bürgern mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche anbieten soll. Für die Bereitstellung sind die Bundesländer verantwortlich. Damit die Tests in der Breite ankommen, soll geschultes Personal - vor allem in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren - die Testungen per Nasen- oder Rachenabstrich durchführen. Noch unklar ist, wie verhindert werden kann, dass sich Menschen mehr als einmal pro Woche gratis testen lassen.

Nach den Discountern peilen auch die Drogeriemarktketten dm und Rossmann den Start des Verkaufs von Selbsttests für zu Hause an. Ursprünglich hatten beide Ketten den Verkaufsbeginn der Laientests für Dienstag, 9. März, in Aussicht gestellt, dies aber an Lieferungen gekoppelt. Diese kamen offenbar nicht so schnell wie erhofft. Die Edeka-Supermärkte wollen die Tests ebenfalls «in Kürze» anbieten.

Vielleicht kommt es ja irgendwann so weit, dass wir morgens nach dem Zähneputzen routinemäßig in ein Röhrchen spucken, um zu checken, ob wir coronafrei guten Gewissens das Haus verlassen können. Noch sind wir allerdings weit davon entfernt. Apotheker wie Peter Gamm von der Gauppschen Apotheke in Schorndorf warten in dieser Woche auf die Sendung der längst vorhandenen Selbsttests. Die Laientests, die es als Spucktest oder als Nasenabstrichtest aus dem vorderen Nasenbereich gibt, sollen laut

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