Schorndorf

Schorndorfer Anruth und Ulrich Theurer feiern Goldene Hochzeit: Was das Stuttgarter Olgäle mit einer glücklichen Ehe zu tun hat

Theurer
Anruth und Ulrich Theurer in ihrem Garten an der Alten Steige. © Alexandra Palmizi

Heute vor 50 Jahren, am 31. Juli 1971, haben sich Anruth und Ulrich Theurer, vier Tage nach der standesamtlichen Hochzeit, in der Stuttgarter Stiftskirche trauen lassen. „Wir wollten auf jeden Fall auch kirchlich heiraten“, sagt Ulrich Theurer. „Beide sind wir bekennende Protestanten, aber keine großen Kirchgänger.“ Das Paar sieht sich aber in der Tradition Luthers. „Man muss den Mut haben zu reformieren und für etwas einzustehen.“ Aber wo haben sich die Jubilare denn kennengelernt?

Romantische Verlobung auf einem Bänkle in Rottenburg ob der Tauber

Nun, der junge Lehrer besuchte einst seine als OP-Krankenschwester tätige Mutter im Stuttgarter Olgäle. Und hier hatte er dann eine Erscheinung: „Da schwebte ein goldener Engel übers Parkett.“ Anruth hieß das Wesen. „Und da habe ich dann nachgeforscht.“ Wir kürzen die schöne Geschichte schweren Herzens ab. Jedenfalls vermittelte Theurer seinem Schwarm, man möchte sagen beziehungstaktisch klug, einen Nachhilfeschüler; beide hatten kurz zuvor das schwere Rauchen aufgegeben; und auch sonst passte viel zusammen. Jedenfalls am 30. Oktober 1970 haben sie sich dann nach eingehender Prüfung verlobt, auf einem Bänkle im fränkischen Rottenburg ob der Tauber. Dem Geburtsort von Anruth Theurer. Von 1971 bis 1979 wohnten die Theurers zunächst in Grunbach. Danach bauten sie in Schorndorf und bezogen ihre eigene Doppelhaushälfte an der Alten Steige, wo sie bis heute, „in fantastischer Nachbarschaft“, leben. Ein Heim, in dem sie drei Töchter großgezogen haben. Aber die gemeinsame biografische, familiäre und dann auch politische Prägung des Paares ist der 2. Weltkrieg mit seinen Verwüstungen. Ulrich Theurer: „Mein Vater ist gefallen. Eine Tante ist in Grafeneck umgebracht worden. Ich bin nur mit mittleren und älteren Damen aufgewachsen.“ Und bei Anruth Theurer: „Mein Vater war im Krieg, kam heim und ist nicht mehr zurechtgekommen."

1949 zog ihre Familie nach Würzburg. „Da fängt meine Erinnerung an: Alles war kaputt nach dem Krieg.“ Die Konsequenz die beide daraus war zunächst ihr Engagement in der sozialliberalen FDP, in die sie 1972 eintraten. „Sie ist die Politischere von uns beiden“, bekennt Uli Theurer, sie hat anlässlich der Initiative „Bürger für Brandt“ zu diesem Schritt gedrängt und meinte: „Eigentlich sollten wir uns politisch engagieren.“ Beide betrachten sich mehr als „Kultur- denn als Wirtschafts-Liberale“. Kritisch auch ihrer eigenen Partei gegenüber. „Wenn’s sein muss, schreiben wir dem Westerwelle - der nicht geantwortet hat - oder dem Lindner auch einen Brief.“ Aber auch kommunal brachte man sich ein. Von 1980 bis 2009 war Ulrich Theurer für die FDP im Schorndorfer Gemeinderat. Hervorzuheben ist seine immer vermittelnde Arbeit als langjähriger Vorsitzender im Kulturforum. Dazu war er als Orts-, Kreis- und Bezirksvorsitzender der Liberalen in der Region Stuttgart, wie er sagt, „kräftig unterwegs“.

„Das gemeinsame Politische war bei uns immer der Kitt der Ehe“

Also Ehe- und Familienflucht durch politisches Engagement, fragen wir etwas bösartig das Paar. Und da ist nun Erstaunliches zu hören. „Ich hab’ das ja auch unterstützt“, sagt Anruth Theurer. „Mein Mann war nach dem Gemeinderat kein Nachsitzer. Er ist danach immer schnell heimgekommen.“ Und, „wenn es bei uns eine Ehekrise gab - und die gab’s - dann war das gemeinsame Politische immer der Kitt.“ Und wo unterscheidet sich das Ehepaar voneinander? Nun, bekennt Anruth Theurer: "Ich bin auch offen für Schlager, der Uli ist da eher auf Klassik beschränkt.“ Und „ich bin überhaupt kein Koch; aber meine Frau kocht fantastisch. Ein Riesenunterschied!“

Die beiden ehemaligen Lehrer, sie für Deutsch und Französisch an der Gottlieb-Daimler-Realschule, er für Geschichte, Englisch und Gemeinschaftskunde am Burggymnasium, engagierten sich besonders auch im internationalen Schüleraustausch. Im Februar wurde Uli Theurer 80, im Oktober wird Anruth Theurer 75. Heute feiern sie im Thüringischen mit ihren drei Töchtern, deren Partnern und vier Enkeltöchtern im engsten Familienkreis.

Heute vor 50 Jahren, am 31. Juli 1971, haben sich Anruth und Ulrich Theurer, vier Tage nach der standesamtlichen Hochzeit, in der Stuttgarter Stiftskirche trauen lassen. „Wir wollten auf jeden Fall auch kirchlich heiraten“, sagt Ulrich Theurer. „Beide sind wir bekennende Protestanten, aber keine großen Kirchgänger.“ Das Paar sieht sich aber in der Tradition Luthers. „Man muss den Mut haben zu reformieren und für etwas einzustehen.“ Aber wo haben sich die Jubilare denn

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