Schorndorf

Schorndorfer Arzt Michael Hagen steht für Covid-Impfung in den Startlöchern

Der Allgemeinmediziner Michael Hagen
Der Allgemeinmediziner Michael Hagen. © Benjamin Büttner

In der Woche nach Ostern sollen die Corona-Impfungen in den Arztpraxen starten. Hoffnungen auf einen schnellen Impftermin sollten sich allerdings noch nicht allzu viele machen. Anfangs, heißt es seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, steht nur eine sehr begrenzte Liefermenge zur Verfügung. Von 6. April an sollen die Ärzte 20 Impfdosen in der Woche verimpfen können. Diese sind in erster Linie für Menschen über 80 Jahren bestimmt, die zu Hause gepflegt werden, danach sind die über 70-Jährigen an der Reihe.

Noch sind viele logistische und organisatorische Fragen offen, doch schon jetzt gehen bei Michael Hagen, Hausarzt in der Gemeinschaftspraxis Dr. Frieder Schmidt / Michael Hagen in Weiler, täglich Anfragen wegen eines Impftermins ein. Termine, die er aber aktuell noch nicht vergeben kann. „Wir sind Impffreunde und wir sind impfbereit“, sagt der Arzt. Bis vor kurzem hatte er indes keinerlei Infos, wie er an den Impfstoff kommt, zum genauen Start und zur Abrechnung. Inzwischen weiß er immerhin, dass seine Praxis am Dienstag, 6. April, mit „maximal 18 Impfdosen“ beliefert wird. Ausgeliefert wird das Vakzin über die Apotheken. Am Mittwoch, 7. April, könnten die Impfungen dann losgehen.

100 000 Ärzte im Land stehen fürs Impfen bereit

Stand jetzt erhalten die Praxen lediglich die Reste der Impfstoffe aus den Impfzentren. Die Kassenärztliche Vereinigung hält das für völlig inakzeptabel. „Wir kritisieren das massiv“, sagt KV-Sprecher Kai Sonntag. Die Ärzte könnten in den Praxen nicht nur besser impfen, als das in den Impfzentren der Fall sei, sondern auch wirtschaftlicher. Räume, Ausstattung, Personal: All das sei in den Arztpraxen, in denen seit Jahren Millionen Menschen gegen alles Mögliche geimpft werden, bereits vorhanden. „Die Impfzentren kosten dagegen jeden Tag ein Vermögen, die Organisation ist ein riesiger Aufwand.“ Nach Einschätzung des KV-Sprechers stehen die Arztpraxen fürs Impfen bereit, täglich könnten 100 000 Impfungen im Land stattfinden. „Dann würden die Impfungen an Fahrt aufnehmen!“

Viele lassen sich lieber von ihrem vertrauten Hausarzt impfen

Darauf wartet auch Michael Hagen, der die Anrufer bisher nur auf eine Warteliste setzen kann. „Viele unserer Patienten sind impfwillig, wir müssen sie aber vertrösten.“ Für die Hausärzte sei es wichtig, endlich starten zu können. „Die Menschen haben Vertrauen zu ihren Hausärzten“, weiß er. Nicht wenige der Patienten wollten sich ausdrücklich von ihrem vertrauten Arzt impfen lassen und warteten deshalb lieber auf einen Termin bei ihm, als in ein Impfzentrum zu gehen.

Wie viele Menschen letzten Endes geimpft werden können, wird auch davon abhängen, ob die 20 angekündigten Impfdosen für die Hausärzte pro Praxis oder pro Arzt gelten sollen. Und was ist mit den Ärzten und Ärztinnen, die in Teilzeit arbeiten? Wie werden diese bei der Verteilung von Impfstoff berücksichtigt? Darauf hat auch die Kassenärztliche Vereinigung noch keine Antwort: „Das wissen wir noch nicht“, schreibt KV-Sprecher Kai Sonntag. „Das klären wir gerade noch ab.“

Immerhin hat Michael Hagen in einem anderen Punkt inzwischen Sicherheit. Zu den Aufgaben der Ärzte gehört es, über die Impfrisiken aufzuklären. Seine Befürchtung, dass die Ärzte für mögliche Impfschäden haften müssten, ist aber vom Tisch: „Die Haftung für Impfschäden, die trotz fachgerechter Verwendung des Impfstoffs auftreten, übernimmt, wie bei allen Impfungen, der Staat“, so der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Doch andere Fragen, wie die Überwachung der Patienten und die Vergütung der Impfung, sind nach Angaben Michael Hagens ungeklärt.

Ein Testlauf verlief absolut unproblematisch

Bei einem Testlauf, der seit drei Wochen in 40 Praxen des Landes läuft, ist bisher alles problemlos verlaufen. Anhaltspunkte, dass die Impfungen an irgendeiner Stelle schwierig verlaufen könnten, gebe es nicht, sagt Kai Sonntag. Die Menge für eine Woche soll den Ärzten in aufgetautem Zustand geliefert werden, den Impfstoff könnten sie während dieser Zeit in einem normalen Kühlschrank lagern. Bis dahin sind die letzten Fragen – hoffentlich – geklärt. Ein Informationspaket hat die KV ihren Mitgliedern jedenfalls zugesagt.

In der Woche nach Ostern sollen die Corona-Impfungen in den Arztpraxen starten. Hoffnungen auf einen schnellen Impftermin sollten sich allerdings noch nicht allzu viele machen. Anfangs, heißt es seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, steht nur eine sehr begrenzte Liefermenge zur Verfügung. Von 6. April an sollen die Ärzte 20 Impfdosen in der Woche verimpfen können. Diese sind in erster Linie für Menschen über 80 Jahren bestimmt, die zu Hause gepflegt werden, danach sind

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