Schorndorf

Schorndorfer bilden Menschenkette für Solidarität und gegen Montagsspaziergänger

Menschenkette
Mit Abstand und Masken: Die Teilnehmer der Menschenkette. © Büttner

Für den gebotenen Abstand spannten sie zwischen sich Schals, Halstücher und Peace-Flaggen: Gut 350 Personen aus Schorndorf und dem Umland haben am Dienstagabend auf dem Schorndorfer Marktplatz zusammen eine Menschenkette gebildet, um ein Zeichen zu setzen für Solidarität, Respekt und Demokratie. Am Ende war die Menschenkette so lang, dass sie weite Teile der Innenstadt zwischen Marktplatz, Johann-Philipp-Palm-Straße, Schlosspark und Archivstraße umspannte. „Unsere Teilnahme setzt ein Zeichen für ein Nein zu den Montagsspaziergängen“, sagte SPD-Stadträtin Heidi Rapp, die die Kundgebung federführend organisiert hatte.

Mitten in der Menschenkette stand auch der designierte Oberbürgermeister Bernd Hornikel, der – noch – als Privatmann an der Kundgebung teilnahm. „Mir stinken manche Corona-Regeln auch, aber es geht um die Solidarität mit denen, die sich nicht schützen können“, sagte er. Die Montagsspaziergänge, die bewusst illegal seien, seien aber nicht nur Protest gegen die Einschränkungen aufgrund der Pandemie, sondern ein Zeichen dafür, mit der geltenden Rechtsordnung ein Problem zu haben.

„Man sollte sich von einer Minderheit nicht entzweien lassen“

„Es gibt auch andere Ansichten als die der Montagsspaziergänger“, konstatierte Grünen-Stadträtin Friederike Köstlin im Schlosspark zufrieden mit Blick auf die lange Kette. Zusammen mit ihrer Fraktionskollegin Simone Höfer hatte sie sich in die Kette eingereiht. „Man sollte sich nicht entzweien lassen und von einer Minderheit mundtot machen lassen“, sagte Simone Höfer. Lange habe diese Minderheit sehr viel Raum für ihre Ansichten bekommen. Aus Esslingen war die frühere Pressesprecherin der Stadt Schorndorf, Nicole Amolsch, gekommen, um sich solidarisch zu zeigen. Auch Burkhard Nagel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Urbacher Gemeinderat, war es wichtig, ein Zeichen zu setzen gegen Menschen, die sich nicht solidarisch zeigten und die Pandemie zu lässig nähmen. Eine Aktion wie die in Schorndorf sei in Urbach nicht geplant. „Wir schließen uns aber gerne an“, sagte er.

Am Rande der Menschenkette standen Schaulustige, Vertreter der Stadtverwaltung und der Polizei. Zu Störungen kam es nicht, die Kundgebung verlief friedlich. Am Ende gedachten die Teilnehmer auf dem Marktplatz in einer Schweigeminute der vielen Corona-Toten.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich ein Bündnis von Vertretern aus Politik, Kirche, Kunst und zahlreichen Schorndorfer Einzelpersonen gebildet und den Schorndorfer Appell veröffentlicht. Ausdrücklich abgelehnt werden darin die Montagsspaziergänge, weil sie kein legitimer und konstruktiver Protest gegen die Corona-Maßnahmen seien.

Mehr als 600 Menschen haben bisher unterzeichnet

Getragen wird der Appell von der Awo Schorndorf, dem Club Manufaktur, der Partei Schorndorf, der evangelischen Gesamtkirchengemeinde, den Naturfreunden, der Offenen Gesellschaft Schorndorf, dem Ortsverband Schorndorf Bündnis 90 / Die Grünen, dem Schorndorfer Bündnis gegen Rassismus und Rechtsextremismus, der SPD-Fraktion, der SPD und der Tafel Schorndorf. Mittlerweile wurde der Aufruf von mehr als 600 Menschen unterschrieben.

Für den gebotenen Abstand spannten sie zwischen sich Schals, Halstücher und Peace-Flaggen: Gut 350 Personen aus Schorndorf und dem Umland haben am Dienstagabend auf dem Schorndorfer Marktplatz zusammen eine Menschenkette gebildet, um ein Zeichen zu setzen für Solidarität, Respekt und Demokratie. Am Ende war die Menschenkette so lang, dass sie weite Teile der Innenstadt zwischen Marktplatz, Johann-Philipp-Palm-Straße, Schlosspark und Archivstraße umspannte. „Unsere Teilnahme setzt ein Zeichen

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