Schorndorf

Schorndorfer Elternbeirat kritisiert Pläne zur Kita-Gebühren-Erhöhung

Kindergarten
Symbolfoto. © ZVW/Alexandra Palmizi

Stimmt auch der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 30. September, zu, werden Eltern von Kindergartenkindern in Schorndorf vom 1. Januar an tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Stadtverwaltung hat bereits im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats einen Entwurf vorgelegt, wonach die Gebühren für alle Familien steigen sollen – auch für Familien mit vier und mehr Kindern. Dies im Übrigen war ein Antrag der SPD-Fraktion, die den Vorschlag als Sparmaßnahme in der Haushaltsstrukturkommission eingebracht hatte. Einzig die AfD-Fraktion stimmte dagegen, scheiterte mit ihrem Antrag aber an der Mehrheit des Ausschusses.

Aktuell werden für rund 90 Kinder in Schorndorf keine Gebühren erhoben. Doch zum Jahreswechsel könnte die Betreuung für ihre Eltern deutlich teurer werden: Für Kleinkinder unter drei Jahren werden in der Ganztagesbetreuung Gebühren von bis zu 158 Euro fällig. Dagegen hatte der Gesamtelternbeirat der Kindertagesstätten bereits vor der Ausschusssitzung protestiert. Viele Familien, so der Tenor, hätten im vergangenen Corona-Jahr unter Kurzarbeit oder Fehlzeiten bei der Arbeit aufgrund von Kita-Schließungen gelitten. Ob und wann die erhoffte Konjunkturerholung eintrifft und die Gehälter wieder steigen, sei noch nicht abzusehen, da man schon mit einer vierten Corona-Welle konfrontiert sei. Eine Gebührenanpassung in diesem Ausmaß geht für den Gesamtelternbeirat in die falsche Richtung – und würde „leider auch wieder die Schwächsten treffen“.

Was ist mit der sogenannten Mittelschicht?

Im Verwaltungsausschuss stieß der Vorschlag der Verwaltung dennoch auf breite Zustimmung. Immerhin, gab die Stadtverwaltung zu bedenken, könnten Eltern bei einem jährlichen Familieneinkommen von bis zu 70.000 Euro einen Antrag auf eine Reduzierung der Gebühren stellen. Weil davon die Familien mit mittlerem Einkommen aber wenig haben, meldet sich der Gesamtelternbeirat jetzt noch einmal zu Wort und weist darauf hin, dass Eltern in den vergangenen Wochen und Monaten zwar oft Anerkennung gezollt wurde, für das, was sie in der anstrengenden Lockdown-Zeit geleistet haben. „Leider merken wir davon nichts. Die ärmeren Familien mit einem Familieneinkommen von weniger als 70.000 Euro brutto im Jahr werden unterstützt – unserer Meinung nach sehr gut und wichtig! Die reichen Familien sollen belastet werden, denn die können es sich leisten – auch ok. Aber was ist mit den Familien, bei denen beide Elternteile arbeiten gehen, über dem Betrag liegen, aber eben doch nicht zu den Vielverdienern gehören – der sogenannten Mittelschicht?“

Pro Kind 30 Euro mehr im Monat zu bezahlen, finden die Elternvertreter, sei auch bei der Mittelschicht schmerzhaft spürbar. Dass Eltern nur etwa ein Fünftel der Betreuungskosten bezahlen und dass am Ende auch für Schorndorf die Bilanz stimmen muss, auch das haben die Eltern verstanden. „Aber“, fragen sie, „möchte man in Schorndorf wirklich die Rolle rückwärts provozieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zerstören; die Frauen gar wieder in eine vorgegebene Rolle drängen?“ Die Schorndorfer Kita-Gebühren, auch das kritisieren die Eltern in ihrer Stellungnahme, seien im Vergleich zu den Nachbargemeinden sowieso schon hoch. Darum wünscht sich der Gesamtelternbeirat der Kitas, dass von den Entscheidungsträgern „unsere Nöte ebenso beachtet werden wie die der anderen Schorndorfer Bürger und dass wirklich jede Familie mit kleinen Kindern das angestrebte Familienmodell leben und sich leisten kann“.

Stimmt auch der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 30. September, zu, werden Eltern von Kindergartenkindern in Schorndorf vom 1. Januar an tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Stadtverwaltung hat bereits im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats einen Entwurf vorgelegt, wonach die Gebühren für alle Familien steigen sollen – auch für Familien mit vier und mehr Kindern. Dies im Übrigen war ein Antrag der SPD-Fraktion, die den Vorschlag als Sparmaßnahme in der

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