Schorndorf

Schorndorfer Farbanschlag: Antifa hat sich in der Adresse geirrt

Farbanschlag
Außenstelle des Landratsamts in der Silcherstraße als zweiter Anschlagsort der Antifa. Vier mit roter Farbe gefüllte Christbaumkugeln landeten auf der Fassade des jüdisch-orientalischen Ladens von AfD-Stadtrat Franz Laslo. © privat

Nach den Farbanschlägen vom Wochenende auf das Wohn- und Geschäftshaus des AfD-Stadtrats Franz Laslo und die Außenstelle des Landratsamts  hat die Antifa ein anonymes Bekennerschreiben im Internet veröffentlicht. Daraus geht auch hervor: Die Antifa hat sich zumindest bei einem Anschlag in der Adresse geirrt. Eigentlich wollte sie das Haus von Lars Haise, Fraktionsvorsitzender der AfD im Schorndorfer Gemeinderat und stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands, treffen. Tatsächlich haben sie in der Nacht auf Sonntag das Wohn- und Geschäftshaus von AfD-Stadtrat Laslo, in dem sich in der Gottlieb-Daimler-Straße sein jüdisch-orientalischer Laden „Beit Shalom“ befindet, mit vier mit roter Farbe gefüllten Christbaumkugeln beworfen.

8. Mai – Tag der Befreiung

Das Datum des Anschlags immerhin war bewusst gewählt: „Am 8. Mai 1945“, heißt es in dem unter „de.indymedia.org“ veröffentlichten Bekennerschreiben, „wurde der deutsche Faschismus von den Alliierten militärisch besiegt.“ Doch obwohl die Wehrmacht, die SS und andere Nazi-Verbände aufgelöst und die NSDAP verboten wurde, ist der Faschismus in Deutschland aus Sicht der Antifa nicht ausgemerzt. Darum hat die Rems-Murr-Ortsgruppe den Jahrestag der Befreiung zum Anlass genommen, „um zwei Orte zu markieren, die symbolisch für die faschistische Kontinuität in Deutschland stehen“: zum einen das – vermeintliche – Wohnhaus des AfD-Fraktionsvorsitzenden im Schorndorfer Gemeinderat. Ausgewählt wurde Lars Haise, weil er „durch seine Wahrnehmung von Mandaten innerhalb der AfD aktiv an der Rechtsentwicklung in der BRD mitverantwortlich ist“. Darüber könne, so das Bekennerschreiben, auch der Antrag der Fraktion auf Umbenennung des August-Lämmle-Wegs in Schorndorf nicht hinwegtäuschen.

Die Außenstelle des Landratsamts in der Silcherstraße bekam laut Bekennerschreiben den Schriftzug „8. Mai Tag der Befreiung“ verpasst und eine mit blauen Lack gefüllte Flasche an die Fassade, weil die Regierungsbehörde für die Antifa „stellvertretend für alle Gerichte, Polizeistationen und staatlichen Institutionen (steht), in die nach 1945 nahtlos Nazi-Beamte integriert wurden“. Eine ernsthafte Entnazifizierung der Behörden, so die Argumentation weiter, habe in der Bundesrepublik nie stattgefunden.

Der vierte Angriff auf den Israelladen

Für Franz Laslo ist, auch wenn er wohl gar nicht gemeint war, mit dem Farbanschlag auf sein Haus eine „neue Dimension des Terrors“ in Schorndorf erreicht. War es doch bereits der vierte Anschlag in Folge auf ihn und seinen Israelladen: 2017 fielen mehrere Schüsse auf das Schaufenster. Ein Jahr darauf gab es eine Schaufensterattacke mit einem schweren Hammer. Wenig später beklagte Laslo einen verbalen Angriff, bei dem er auch angespuckt worden sei, wie er in einer Gerichtsverhandlung als Zeuge gegen den mutmaßlichen, später allerdings freigesprochenen Täter aussagte. Er sieht in den wiederholten Anschlägen auf sein Geschäft und im Angriff auch auf den Schorndorfer AfD-Stand zur Landtagswahl ein Mittel, um ein Klima der Angst zu schaffen. Für ihn hat sich „der links-motivierte Terror in Schorndorf“ längst etabliert.

Die Polizei geht, spätestens mit dem Vorliegen dieses Bekennerschreibens, von einer politisch motivierten Tat aus. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei Waiblingen ist mit den Ermittlungen beauftragt und bittet Zeugen um sachdienliche Hinweise unter der Rufnummer 0 73 61/5 80-0.

Nach den Farbanschlägen vom Wochenende auf das Wohn- und Geschäftshaus des AfD-Stadtrats Franz Laslo und die Außenstelle des Landratsamts  hat die Antifa ein anonymes Bekennerschreiben im Internet veröffentlicht. Daraus geht auch hervor: Die Antifa hat sich zumindest bei einem Anschlag in der Adresse geirrt. Eigentlich wollte sie das Haus von Lars Haise, Fraktionsvorsitzender der AfD im Schorndorfer Gemeinderat und stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands, treffen. Tatsächlich

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