Schorndorf

Schorndorfer Kita Kunterbunt: Leiterin Laura Kauert berichtet von ihren Erfahrungen aus der Corona-Zeit

Kita Kunterbunt
Laura Kauert leitet die Kita Kunterbunt in Weiler. © Gabriel Habermann

Gerade Kinder, so scheint es, sind in Zeiten der Pandemiebekämpfung oft zu kurz gekommen. Doch in der Kita Kunterbunt in Weiler zeichnet sich ein anderes Bild ab. Leiterin Laura Kauert erzählt, dass in ihrer Betreuungsstätte alles dafür getan wird, um den Kindern einen möglichst normalen Betreuungsalltag zu ermöglichen.

Schon lange herrscht in den Kindergärten und Kitas der Betrieb unter Pandemiebedingungen. Doch was bedeutet das konkret für die Betreuerinnen und Kinder? In der Kita Kunterbunt gibt es tatsächlich weniger Einschränkungen, als zunächst vermutet. Da die Einrichtung sowieso nur zwei Gruppen betreut, dürfen sich diese ganz normal vermischen.

Kinder sind selbstständiger geworden

Eine der größten Veränderungen ist laut Laura Kauert, dass die Eltern ihre Kinder nicht mehr in das Gebäude begleiten dürfen. Die Kita-Leiterin sieht das allerdings positiv: „Somit gibt es eine klare Trennung an der Tür. Seitdem haben wir viel weniger Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich zu trennen.“ Teilweise seien sie sogar selbstständiger geworden. Außerdem hat man ab der ersten Minute Zeit für die Kinder selbst, sagt sie. Dafür ist die Kommunikation mit den Eltern digitaler geworden. Gerade im ersten Lockdown haben die Betreuerinnen viel mit ihren Ansprechpartnern gechattet und konnten sich bei Bedarf auch mehr Zeit für Gespräche auf digitalem Weg nehmen. Schließlich ist es sehr wichtig, die Eltern fortlaufend über die Entwicklung ihrer Kinder zu informieren. „Die gegenseitige Wertschätzung und Qualität der Gespräche haben gefühlt an Bedeutung gewonnen“, sagt Laura Kauert.

Was ebenfalls anders ist als üblich, sind die Eingewöhnungstage der Jüngsten. Normalerweise darf hierfür eine Bezugsperson eine Woche lang zusammen mit dem Kind in die Kita kommen. So soll schrittweise eine Beziehung zu einer Erzieherin aufgebaut werden, ohne das Kind zu schnell ins kalte Wasser zu werfen. Aktuell beschränkt sich die Eingewöhnung coronabedingt auf 75 Minuten. „Auch das kriegen wir hin“, sagt Laura Kauert.

Trotzdem sei diese kurze Eingewöhnungszeit nicht optimal für die Kinder. Dass dieser Zustand nicht dauerhaft herrschen kann, unterstreicht die Kita-Leiterin deutlich. Sie und ihre Kolleginnen arbeiten an der Grenze des Machbaren, aber immer „im Sinne der Kinder“.

Kommunikation ist wichtig

Der Kita-Alltag läuft davon abgesehen eigentlich normal ab. Das sei auch sehr wichtig, denn es geht in der Kita Kunterbunt um viel mehr als nur das gemeinsame Spielen. Ein ganz wichtiger Bestandteil ist die Bildungsarbeit mit den Kindern. „Wir sind nicht nur eine Aufbewahrungsstätte“, betont Laura Kauert. Denn viele Grundlagen für das tägliche Leben, oder den späteren Alltag in der Grundschule, erlernen die Kinder in der Kita. Es werden Märchen vorgelesen und die Kinder lernen, sich umzuziehen. Am wichtigsten ist aber die Sprachbildung, erklärt die Erzieherin. Gerade bei Kindern ohne deutsche Eltern sei die tägliche Kommunikation mit den Betreuerinnen und den anderen Kindern essenziell.

Um das Coronavirus so gut es geht einzudämmen, bekommen alle Eltern Schnelltests gestellt. Sie können ihre Kinder dann auf freiwilliger Basis testen. „Da war Kommunikation wichtig und dass wir sensibel damit umgehen.“ Rund dreiviertel der Kinder kommen mittlerweile getestet in die Kita. Gerade Kindern, die zuhause mit vielen Leuten zusammenleben und im Lockdown stark eingeschränkt waren, will Laura Kauert besonders helfen. Sie sieht es als ihren Auftrag, den Kindern „einen guten Weg zu ebnen und ein normales Umfeld zu schaffen.“ Denn in Zeiten des Lockdowns konnten sie sich kaum entfalten. Dafür versorgten die Erzieherinnen die Familien mit Bastelmaterial für zu Hause oder statteten ihnen einfach einen kleinen Fensterbesuch ab. Ihre Kolleginnen bezeichnet sie auch deshalb als „Allround-Talente“, die sich in dieser Zeit nicht entmutigen lassen.

Auch deshalb fühlen sich die Kindergärtnerinnen nicht genügend wahrgenommen. "Teilweise kann man meinen, dass es uns für die große Politik gar nicht gibt", sagt Laura Kauert. Wie es in Zukunft weitergeht, darauf ist sie besonders gespannt. Denn die Corona-Zeit habe auch viel positive Veränderungen gebracht. „Ich würde mir wünschen, dass wir das nicht alles einfach vergessen und dann einfach so weitermachen wie immer“, sagt sie. Es hat durchaus einen Vorteil, sich in Zukunft daran zu erinnern.

Gerade Kinder, so scheint es, sind in Zeiten der Pandemiebekämpfung oft zu kurz gekommen. Doch in der Kita Kunterbunt in Weiler zeichnet sich ein anderes Bild ab. Leiterin Laura Kauert erzählt, dass in ihrer Betreuungsstätte alles dafür getan wird, um den Kindern einen möglichst normalen Betreuungsalltag zu ermöglichen.

Schon lange herrscht in den Kindergärten und Kitas der Betrieb unter Pandemiebedingungen. Doch was bedeutet das konkret für die Betreuerinnen und Kinder? In der Kita

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