Schorndorf

Schorndorfer Kulturforum bietet Poesie aus dem Netz und plant für den Sommer wieder eine Kulturbühne

kulturforum
Straßenaktion „Poesie statt Geschwätz“ mit Gedichten aus dem (analogen) Netz. © Dieter März

Stefanie Grünes und Katharina Stopper vom Kulturforum sprühen geradezu vor Verwirklichungsfeuer. Beim Pressetermin in der Q-Galerie stellen sie all die Projekte vor, die in coronaverhangenen Zeiten im Büro und den verschiedenen Sektionen geplant worden sind und nun bald ans Licht der Öffentlichkeit sollen. Live, in echt, zusammen mit anderen erlebbar!

Nach einer langen Zeit, während der alles verschoben, abgesagt wurde oder nur in körperlos digi-vegetarischen Kanälen spukte, soll es nun bald wieder die direkte Begegnung geben, also (fleischliche) Inkarnationen des Geistes, von denen die Kultur nun einmal zuvörderst lebt. Einen schönen und witzigen Vorgeschmack davon hat es davon schon vor ein paar Wochen mit der Aktion „Ein literarisches Zeichen. Poesie statt Geschwätz“ gegeben.

Gedichte aus dem Netz gefischt

Bei dieser von Mona Kirschner angeregten Aktion wurden den Besuchern des Wochenmarkts an einem sonnigen Samstag von Mitgliedern der Sektion Literatur Körbchen an langen Stangen entgegengehalten. Darinnen lagen auf Postkarten gedruckt sechs verschiedene Gedichte. Man war dazu angehalten, sich Poesie aus dem Netz (!) nicht zu laden, sondern eigenhändig zu fischen. Ein charmantes Angebot, das bei vielen begeisterten Anklang fand. In etlichen Schorndorfer Geschäften liegen die Gedicht-Karten nun ebenfalls aus. Und die Aktion soll an einem Sommerwochenende rund um die Neuauflage der Kulturbühne zwischen VHS und Stadtpark wiederholt werden. Die Auftritte dort waren – mit pandemiebedingten Abstandsregeln – ein kulturelles Highlight vergangenen Jahres.

Familiennachmittag am 1. August

Jeweils freitags und samstags soll es dort nun wieder vom 23. Juli bis zum 14. August – unter der künstlerischen Leitung von Joe Saling – ein Programm mit Konzerten, Poetry Slam und Lesungen geben. „Erstmalig“, freut sich Steffi Grünes, „wird es am 1. August einen Familiennachmittag mit Zauberern, Musik und“, so hofft sie, „vielleicht einem Eiswagen geben“.

Aber auch im Feld der Bildenden Künste hat das Kulturforum einiges im Köcher. Da ist zunächst die äußerst sehenswerte Ausstellung „Erkundungen“ mit Monika Majer und Monika Schaber (), die bis zum 8. August verlängert werden konnte. Und dann ist da die organisatorische Beteiligung der Kulturforums-Mitglieder Ebba Kaynak und Eberhard Abele beim internationalen Kunst-Projekt der Stadtkirche vom 13. Juni bis 31. Oktober.

Kunst – Kirche – Identität

Ein – man kann es jetzt schon sagen – mutiges und anregendes künstlerisches Projekt über die Frage des Eigenen und des Fremden, über Heimat und Globalisierung, Kunst und Glauben, mit einem anregenden Begleitprogramm. Kunst – auch hier – allemal ein Anlass zum Gespräch, zur Auseinandersetzung, zur Findung einer ausbalanciert vielstimmigen – und eben nicht: fundamentalistisch fixierten – Identität! Derzeit leider und vielleicht doch notwenigerweise ein ebenso heiß wie verquer diskutiertes Thema.

Ein weiteres aktuelles Vorhaben ist ein Foto-Projekt zum Thema „Momente in der Pandemie“. Angeregt von Andrea und Didi März sollen hier Fotos aus der ganzen Schorndorfer Bevölkerung gesammelt und dann vorgestellt werden: Eine Ausstellung ist geplant mit dokumentarischem Charakter, um festzuhalten, wie es uns in den Irritationen mit Corona, in der Familie und außerhalb, im Garten oder auf der Straße ergangen ist. „Wir sind gespannt, was da kommt“, sagt Stefanie Grünes und verbindet das mit einem Aufruf, Fotos zum Thema bis zum 30. September 2021 ans Kulturforum einzusenden.

Zurück zur Literatur. Alle Lesungen, die unter dem Motto „Daheim“ geplant waren, wurden verschoben. Einige sind nun neu terminiert. Es kommen Autoren aus der Nähe, der Region, so Eva Zeller und Walle Sayer mit einer Lyrik-Lesung am 14. Juli. Am 28. Juni liest Nina Blazon für Kinder um 10 Uhr in der Stadtbücherei aus ihrem Buch „Ein Baum für Tomti“.

Und so soll es weitergehen. Es sieht so aus, als ob es bald wieder ein kulturelles Leben nach Corona geben wird.

Stefanie Grünes und Katharina Stopper vom Kulturforum sprühen geradezu vor Verwirklichungsfeuer. Beim Pressetermin in der Q-Galerie stellen sie all die Projekte vor, die in coronaverhangenen Zeiten im Büro und den verschiedenen Sektionen geplant worden sind und nun bald ans Licht der Öffentlichkeit sollen. Live, in echt, zusammen mit anderen erlebbar!

Nach einer langen Zeit, während der alles verschoben, abgesagt wurde oder nur in körperlos digi-vegetarischen Kanälen spukte, soll es

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