Schorndorf

Schorndorfer Notarzt wird auf dem Weg zur Arbeit im Auto ohnmächtig und braucht selbst Hilfe

Kopie von Dr. Helwich
Dr. David Helwich. © privat

Als Arzt ist er es gewohnt, anderen Menschen zu helfen, doch dieses Mal brauchte er selbst Hilfe: Als Dr. David Helwich vor fast zwei Wochen mit seinem Auto auf dem Weg zu seiner Arbeit in der Notfallpraxis in Schorndorf war, fühlte er, dass etwas nicht mit ihm stimmte. Um 15 Uhr hätte er an jenem Sonntag im Juni seinen Dienst antreten sollen, doch plötzlich fühlte er sich schlapp und elend. Dann wurde ihm schwarz vor den Augen. Er versuchte noch, mit dem Auto rechts ran zu fahren – was dann geschah, weiß er nicht mehr genau: Mit seinem Wagen landete er am Kreisverkehr an der Ausfahrt aus der B 29. Er öffnete das Autofenster, rief um Hilfe. Mehrere Leute kamen, einer gab ihm Wasser, ein anderer alarmierte den Rettungsdienst. Die Polizei kam und wollte, dass er sich einem Alkoholtest unterzieht. Dass er sich dagegen gewehrt hat, hat er noch in Erinnerung. Dann kam David Helwich im Krankenhaus wieder zu sich.

Der Sensor spielte verrückt

Was war passiert? „Ich bin Diabetiker“, berichtet der Arzt. Um seine Zuckerwerte im Blick zu haben, trägt er seit einem halben Jahr einen Sensor am Körper. Der aber muss an diesem Tag verrückt gespielt und viel zu hohe Werte angezeigt haben. Aufgrund der anscheinend rasant gestiegenen Werte spritzte er sich Insulin, um seinen Blutzuckerspiegel zu senken. Ein Fehler, wie sich herausstellte: Aufgrund der daraus folgenden krassen Unterzuckerung verlor David Helwich das Bewusstsein.

Der Alkoholtest

Im Krankenhaus bekam er Zucker-Infusionen und unterzog sich dann doch noch dem Alkoholtest, den die Polizei von ihm erneut eingeforderte. „Ich hab geblasen, hab aber gar nicht auf das Ergebnis geschaut“, erzählt er. „Es war mir egal.“ Nach den Infusionen ging es ihm schnell besser, der Zuckerspiegel ging hoch. Das Gerät habe aber noch immer falsche Werte angezeigt.  „Ich musste mit meinem Dienst weitermachen“, erzählt er. Gegen 16 Uhr wurde aus dem Arzt, der Hilfe brauchte, wieder der Doktor, der anderen half. Helwich begann seinen Dienst fast wie vorgesehen, ließ sich jede Stunde aber seinen Zuckerspiegel messen. Bis 22 Uhr arbeitete er an diesem Tag noch in der Notfallpraxis. Dass trotz seiner Hypoglykämie nicht mehr passiert war und er schnell tatkräftige Helfer fand, dafür ist David Helwich heute sehr dankbar. „Danke an die Leute, die mir geholfen und Wasser gegeben haben“, sagte er. „Sie haben genau das Richtige getan.“

Chirurg im Krankenhaus in Brackenheim

David Helwich, Deutscher mit Wurzeln in Kasachstan, war 1994 nach Deutschland gekommen. Er war Chirurg in einer chirurgischen Praxis in Waiblingen und arbeitete die letzten fünf Jahre vor seinem Ruhestand im Krankenhaus in Brackenheim. Seitdem übernimmt der Mediziner Dienste in der Notfallpraxis des Landkreises. „Ich habe eine Frau, drei Kinder, sieben Enkelkinder und bald eine Urenkelin“, erzählt er vergnügt.

Sie alle werden froh sein, dass ihr Mann, Vater, Opa und Uropa schnelle Helfer gefunden hat.

Als Arzt ist er es gewohnt, anderen Menschen zu helfen, doch dieses Mal brauchte er selbst Hilfe: Als Dr. David Helwich vor fast zwei Wochen mit seinem Auto auf dem Weg zu seiner Arbeit in der Notfallpraxis in Schorndorf war, fühlte er, dass etwas nicht mit ihm stimmte. Um 15 Uhr hätte er an jenem Sonntag im Juni seinen Dienst antreten sollen, doch plötzlich fühlte er sich schlapp und elend. Dann wurde ihm schwarz vor den Augen. Er versuchte noch, mit dem Auto rechts ran zu fahren – was dann

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