Schorndorf

Schorndorfer Oberbürgermeister-Wahl: Das ist der vorläufige Terminplan

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Statt neue Projekte anzugehen, befindet sich die Stadtverwaltung gezwungenermaßen im Krisenmodus. © Gaby Schneider

Als erster Bewerber hatte Matthias Klopfer seine Kandidatur für den Posten des Oberbürgermeisters in Esslingen bekanntgemacht, inzwischen gibt es in Esslingen zwei weitere Männer, die den scheidenden Oberbürgermeister Jürgen Zieger beerben möchten: Zum einen ist das der Esslinger Linke-Stadt- und -Kreisrat Martin Auerbach (44), zum anderen der 53-jährige Ministerialdirigent im Kultusministerium, Vittorio Lazaridis, der seit 2009 für die Grünen Stadtrat im Stuttgarter Rathaus ist. Mittlerweile werden aber auch in Schorndorf die Weichen für die Zukunft gestellt. Zwar weiß noch niemand, wann der Schorndorfer Chefsessel frei wird. Ob Matthias Klopfer die Wahl in Esslingen gewinnt, entscheidet sich frühestens am 11. Juli oder im zweiten Wahlgang am 25. Juli. Doch ob Sieger oder nicht: Ein Nachfolger muss in jedem Fall gewählt werden, da Klopfer bereits angekündigt hat, dass er in keinem Fall in Schorndorf wieder antreten wird. Verliert er die Wahl in Esslingen, will er bis zum Ende seiner regulären Amtszeit bis September 2022 in Schorndorf bleiben.

Kann im Oktober schon gewählt werden?

Schorndorf und die Fraktionen befinden sich also in der Schwebe. Gewählt werden könnte der oder die Neue aber vielleicht schon im Oktober. „Wenn Matthias Klopfer im Juli in Esslingen zum Oberbürgermeister gewählt wird, hat der Gemeinderat über den Wahltag und die Stellenausschreibung zu entscheiden“, erklärt Sonja Schnaberich-Lang, Fachbereichsleiterin Kommunales und Repräsentationen, auf Anfrage. Gewählt werden müsste spätestens drei Monate nach Freiwerden der Stelle. Geht man von einem Amtsantritt in Esslingen zum 1. Oktober aus, müsste der Nachfolger bis spätestens 31. Dezember gewählt sein. „Wir prüfen derzeit mögliche Optionen im Oktober oder November“, so Sonja Schnaberich-Lang. Sollte Klopfer in Esslingen scheitern und bis zum regulären Ende seiner Amtszeit im Jahr 2022 in Schorndorf bleiben, soll der neue Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin der aktuellen Planung zufolge im Juli 2022 gekürt werden. „Ziel ist dann, dass die Wahl vor den Sommerferien abgeschlossen ist“, erklärt Sonja Schnaberich-Lang. Auch hier entscheidet der Gemeinderat über den Wahltag und den Zeitpunkt der Stellenausschreibung.

Fraktionen in Warteposition

Noch haben die Fraktionen bei ihrer Kandidatensuche also viel Zeit. „Wir sind gebremst aktiv, weil ja noch nicht feststeht, ob OB Klopfer in Esslingen gewählt wird“, vermeldet CDU-Fraktionschef Hermann Beutel auf Anfrage. Deshalb habe die CDU auch noch keine Gespräche mit anderen Fraktionen geführt. Wird es schwer, einen Nachfolger für Klopfer zu finden? „Schorndorf“, betont Beutel, „ist eine sehr attraktive Stadt.“ Deshalb gehe er von guten Bewerber(inne)n aus. Wobei seiner Fraktion am liebsten natürlich jemand von der CDU wäre. Wichtiger sei aber, dass der oder die Neue Schorndorf gut durch die schwieriger werdenden Zeiten steuere, betont Beutel.

"Eine verzwickte Situation"

Während die SPD-Fraktion die Wahl in Esslingen abwarten will, haben die Grünen mit der Suche schon vorsichtig angefangen. „Wir strecken unsere Fühler aus“, so Ulrich Kost. Das gestalte sich allerdings schwierig, weil sich so kurz nach der Landtagswahl alles erst neu zurechtrüttle. Aus anderen Fraktionen höre er, dass man bis nach der Esslinger OB-Wahl warten will. Bisher gebe es also keine gemeinsamen Bemühungen, wobei er die allerdings auch nicht kommen sehe, sagt der Grünen-Chef. Auch für die FDP-FW-Fraktion ist klar, dass sie sich irgendwann Gedanken machen muss, wer als Oberbürgermeister zu Schorndorf passen würde. Selbstverständlich, so Fraktionschef Gerhard Nickel, würden im Vorfeld interfraktionelle Gespräche geführt werden. Stand jetzt sei das aber noch zu früh. „Zunächst wünsche ich unserem Oberbürgermeister Matthias Klopfer, dass er die Bürgerinnen und Bürger Esslingens davon überzeugen kann, dass er der Richtige für Esslingen ist“, sagt Nickel. Erst dann seien ernsthafte Gespräche über die Nachfolge möglich. „Es ist eine verzwickte Situation, die es so selten gibt“, meint GLS-Sprecher Werner Neher. Erst wenn Klopfer in Esslingen gewählt ist, würden sich andere überlegen, ob sie sich zur Wahl stellen wollen. Er selbst werde jedenfalls nicht untätig bleiben und sich auch mit den anderen Gruppierungen und dem Grünen-Ortsverband über einen Nachfolger beraten.

Auch die AfD-Fraktion macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger. „Dabei sehen wir uns nach Kandidaten in unseren eigenen Reihen, aber selbstverständlich auch nach verdienten parteilosen Kommunalpolitikern um“, erklärt AfD-Sprecher Lars Haise. Ein Kandidat sei aus Sicht der AfD dann geeignet, wenn er in der Lage sei, Brücken zwischen den Fraktionen im Gemeinderat zu bauen.

Darüber hinaus sollte er nicht verbissen einer wie auch immer gearteten Parteiideologie anhängen, meint Haise.

Als erster Bewerber hatte Matthias Klopfer seine Kandidatur für den Posten des Oberbürgermeisters in Esslingen bekanntgemacht, inzwischen gibt es in Esslingen zwei weitere Männer, die den scheidenden Oberbürgermeister Jürgen Zieger beerben möchten: Zum einen ist das der Esslinger Linke-Stadt- und -Kreisrat Martin Auerbach (44), zum anderen der 53-jährige Ministerialdirigent im Kultusministerium, Vittorio Lazaridis, der seit 2009 für die Grünen Stadtrat im Stuttgarter Rathaus ist.

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