Schorndorf

Schorndorfer Partnerstädte: „Alle haben die gleichen Probleme“

Tuscaloosa
Besuche des Partnerschaftsvereins im Ausland, wie hier vor der Jemison-Van de Graaff Mansion in Tuscaloosa, müssen vorerst ausfallen. © Thomas Röder

Das Osterfest steht vor der Tür und wird, wie schon im vergangenen Jahr, im Schatten von Corona stattfinden. Die Eiersuche wird hauptsächlich auf die eigenen vier Wände beschränkt, und auch die Familienbesuche sind nur unter bestimmten Vorlagen möglich. Doch wie sieht es eigentlich mit Beschränkungen in anderen Ländern aus? Thomas Röder vom Partnerschaftsverein hat sich bei seinen Kollegen in den Partnerstädten umgehört und sie gefragt, welche typischen Osterbräuche dennoch gefeiert werden können.

Das Virus hat Tulle fest im Griff

Im französischen Tulle gibt es mit einer Inzidenz von 215 vergleichsweise viele Corona-Fälle. „Es ist in diesem Teil Frankreichs um einiges schlimmer als bei uns“, berichtet Thomas Röder. Erst kürzlich sollen sich an einem örtlichen Gymnasium gleich 37 Lehrer und unzählige Schüler auf einmal infiziert haben. Die Schulen und Supermärkte der Stadt bleiben vorerst geöffnet. Kulturelle Einrichtungen und die Gastronomie hingegen sind geschlossen.

Die Besonderheiten am Osterfest sind in der Region Limousin, neben dem Eiersuchen, vor allem kulinarischer Natur: Mit Orangenblüten aromatisierte Meringues, Osterlamm und Eierpastete werden am Ostersamstag traditionell im Freien verspeist. In den angrenzenden Regionen der Auvergne und Haute-Corrèze ist es zudem Brauch, seine Nachbarn mitten in der Nacht oder sehr früh am Morgen zu wecken, um sie um Eier zu bitten.

In Bury wächst die Hoffnung, Dueville ist Hotspot

Das im Nordwesten Englands gelegene Bury liegt mit einer Inzidenz von 97 zwar weit über dem britischen Corona-Durchschnitt, doch man kann sich durch die vielen Impfungen in den vergangenen Wochen berechtigt Hoffnung auf mehr Normalität machen. Thomas Röder sagt: „Kürzlich sind die Zahlen der Infizierten in Bury wieder gestiegen. Grund dafür könnte die Wiedereröffnung der Schulen in der Stadt sein.“ Nach Ostern werden diese erst einmal wieder für zwei Wochen geschlossen bleiben, um eine schnelle Ausbreitung zu verhindern. Währenddessen soll weiter durchgeimpft werden.

Robert Kendall, Einwohner der Partnerstadt, berichtet vom Verschwinden einiger Osterbräuche in den letzten vier Jahrzehnten. Trotzdem sei es in der Region um das Mittelgebirge Lancashire Pennines üblich, Gottesdienste auf einem der Hügel abzuhalten. Das traditionelle Osteressen, der Lammbraten, hätte hingegen an Stellenwert verloren. Auch das Eiersuchen fände heutzutage nicht mehr unbedingt im eigenen Garten, sondern eher bei Werbeaktionen verschiedener Geschäfte statt. Im italienischen Dueville müssen die Menschen mit besonders harten Einschränkungen leben. Pünktlich zu Ostern wurde die Region Venetien als „rot“ eingestuft. Die Einschränkungen sind entsprechend hart. Das Haus darf nur aus dringend notwendigen Gründen verlassen werden. An den Feiertagen selbst dürfen zwei Personen eines Haushaltes einen weiteren Hausstand besuchen. Das belaste die Menschen dort sehr, wie Thomas Röder berichtet.

In Tuscaloosa wird viel geimpft und in Errenteria entspannt sich die Lage

Ostern hat in ganz Italien nämlich einen hohen Stellenwert. Die Italiener feiern meist traditionell katholisch und im Kreise der Familie. Auch in Dueville steht dabei das Essen im Vordergrund: Typisch sind mehrere Gänge mit dem Osterlamm als Hauptspeise. Die gebräuchlichen Ausflüge in das Umland Venetiens werden dieses Jahr wohl ausfallen müssen. Auch das Leben über dem Atlantik ist seit mehr als einem Jahr von Corona geprägt. Im US-amerikanischen Tuscaloosa sei jedoch von allen Partnerstädten mit Abstand am meisten geimpft worden.

Von 4,8 Millionen Einwohnern des Bundesstaates Alabama erhielten bereits knapp 800 000 beide Impfungen. Vorrang haben die über 55-Jährigen. Geschäfte und Gastronomie haben geöffnet. Lorrie Lane hat eine lokale Facebook-Gruppe ins Leben gerufen, auf der sie zur aktuellen Pandemielage informiert.

Sie berichtet: „Jeder hier hat genug von der Pandemie. Es gibt viele Menschen, die im letzten Jahr kaum ihr Haus verlassen haben. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die so tun, als gäbe es gar keine Pandemie.“ Vorgeschlagene Maßnahmen des Bürgermeisters, wie das Schließen der Bars, stoßen in den republikanisch geprägten Südstaaten traditionell auf großen Widerstand. An Ostern steht in Tuscaloosa die Kirche im Vordergrund.

„Dieses Jahr werden sich dort eher weniger Besucher einfinden“, sagt Thomas Röder. Gerade die Bekannten des Partnerschaftsvereins würden auf große Feiern verzichten und sich trotz Impfung in kleinen Gruppen treffen.

„Um unsere spanische Partnerstadt Errenteria war es sehr lange still“, sagt Thomas Röder. Spanien war vergleichsweise stark von Corona betroffen. Die Lage habe sich aber etwas entspannt. Hotels und Restaurants sind vereinzelt geöffnet, und innerhalb des Baskenlandes seien Ausflüge an Ostern möglich.

Alle Städtepartnerschaften leiden nach Röders Informationen stark unter Corona. Die geplanten Besuche mussten abgesagt oder verschoben werden. „Wir wollten vergangenes Jahr in Bury das 25-jährige Jubiläum unserer Partnerschaft feiern. Das findet vorerst nicht statt“, sagt er.

Der für August geplante Besuch in Tuscaloosa liegt ebenfalls auf Eis. Dafür planen die Amerikaner einen Besuch auf der nächsten Schorndorfer Weihnachtswelt. Röder sagt abschließend: „Alle haben die gleichen Probleme. Leider war eine praktische Hilfe in dieser Zeit nicht möglich.“

Bis dahin hält der Partnerschaftsverein den Kontakt in die Welt über Telefon- und Videokonferenzen.

Das Osterfest steht vor der Tür und wird, wie schon im vergangenen Jahr, im Schatten von Corona stattfinden. Die Eiersuche wird hauptsächlich auf die eigenen vier Wände beschränkt, und auch die Familienbesuche sind nur unter bestimmten Vorlagen möglich. Doch wie sieht es eigentlich mit Beschränkungen in anderen Ländern aus? Thomas Röder vom Partnerschaftsverein hat sich bei seinen Kollegen in den Partnerstädten umgehört und sie gefragt, welche typischen Osterbräuche dennoch gefeiert werden

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