Schorndorf

Schorndorfer Pfarrerin Dorothee Eisrich war eine von 4000 beim Weltkirchenrat

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Mit Christen aus der ganzen Welt kam Pfarrerin Dorothee Eisrich (rechts) beim Weltkirchenrat in Kontakt – so auch mit indigenen Frauen aus vom Klimawandel besonders betroffenen Inselstaaten im Pazifik und der Karibik. © privat

Beseelt und tief berührt von den vielen Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt ist Dorothee Eisrich vom Weltkirchenrat zurückgekehrt. Für die Pfarrerin der Stadtkirchengemeinde, die von 31. August bis 8. September als Botschafterin der Landeskirche an dem Mega-Ereignis in Karlsruhe teilgenommen hat, waren die neun Tage wie das Eintauchen in eine Kraftquelle: Zum elften Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist der Ökumenische Rat der christlichen Kirchen zu einer Vollversammlung zusammengekommen.

Und trotz aller drängenden Fragen und Probleme, von denen die Menschen im globalen Süden ungleich schwerer betroffen sind: Die Atmosphäre der Offenheit und Freude und vor allem der Aufruf zum gemeinsamen Handeln, mit dem das Treffen von 4000 Christen zu Ende gegangen ist, wirken in Dorothee Eisrich nach: „Das motiviert, sich selbst und seinen Lebensstil zu hinterfragen.“

Klimawandel, Rassismus, die zunehmende ökonomische Ungerechtigkeit, Kriege, Gewalt an Frauen, die Corona-Pandemie und ihre gravierenden Folgen, gefährdete Demokratien – die Probleme, die es heute weltweit gibt, liegen auf dem Tisch und werden sich im Alleingang nicht lösen lassen. Und so hatten bei der Vollversammlung der christlichen Kirchen, die nur alle acht Jahre stattfindet, auch keineswegs nur die 900 Delegierten mit ihren Abstimmungen und Entscheidungen das Sagen. Die Möglichkeit zur Vernetzung und zur Begegnung waren für Dorothee Eisrich „der effektivere und kreativere Teil“. Gegenseitige Ermutigung – das ist etwas, was für die Schorndorferin beim Weltkirchenrat „auf Schritt und Tritt“ zu erleben war.

Bauern in Indien können ihre Familien nicht mehr ernähren

Jeden Tag hatte sie aufs Neue die Chance, mit Frauen und Männern aus der ganzen Welt ins Gespräch zu kommen: Eine Anwältin für Menschenrechte aus dem Südsudan berichtete ihr, dass dort allein der Gang aufs Feld lebensgefährlich sein kann. Von einer Pfarrerin aus Indien hat sie erfahren, dass sich dort reihenweise Bauern umbringen, weil der Klimawandel dazu führt, dass sie ihre Familien nicht mehr ernähren können. Eindrücklich in Erinnerung geblieben ist ihr auch der Bericht, dass am Horn von Afrika schon seit vier Jahren der Regen ausgeblieben ist. „Das bedeutet Hunger“, sagt Eisrich, „und die Menschen können nichts dafür.“

Nicht über den Umweg der Medien, sondern im direkten Kontakt von den Lebensumständen der Menschen zu erfahren – das war für Dorothee Eisrich ein großer Gewinn aus den Tagen in Karlsruhe. Und war ihr schon zuvor klar, dass gegenseitige Wahrnehmung ein Schlüssel für Gerechtigkeit sein kann, so hat sie beim Weltkirchenrat ganz deutlich gespürt: „Wir sind viele.“ Das verbindende Element der christlichen Kirchen ist für sie, „dass wir uns füreinander interessieren“. Und die Transformation von der (eurozentristischen) Selbstbezogenheit zum (globalen) Miteinander war für sie „mit Händen zu greifen“. Genauso die Erwartung der Menschen, und vor allem der Jugendlichen aus dem globalen Süden, „dass was vorangeht“.

Und so ist Dorothee Eisrich entschlossen, die Kontakte und Netzwerke, zu denen auch die Verbindung mit der Partnergemeinde in Kenia gehört, weiterzupflegen. Beim Partnerschaftssonntag am 6. November will sie im Gottesdienst über die aktuelle Situation in Kitale informieren, wo die Menschen schwer von Dürre und pandemiebedingter Arbeitslosigkeit betroffen sind. Da sie als Botschafterin der Landeskirche – und einzige Vertreterin aus dem Rems-Murr-Kreis – bei der Vollversammlung dabei war, sieht sie sich als Multiplikatorin und versteht sich als Teil einer weltweiten Bewegung. „Dass wir uns gehört haben und es weitertragen in unsere Kontexte“ – das war für Dorothee Eisrich „das Wunder“ des Weltkirchenrats.

Beseelt und tief berührt von den vielen Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt ist Dorothee Eisrich vom Weltkirchenrat zurückgekehrt. Für die Pfarrerin der Stadtkirchengemeinde, die von 31. August bis 8. September als Botschafterin der Landeskirche an dem Mega-Ereignis in Karlsruhe teilgenommen hat, waren die neun Tage wie das Eintauchen in eine Kraftquelle: Zum elften Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist der Ökumenische Rat der christlichen Kirchen zu einer Vollversammlung

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