Schorndorf

Schorndorfer Schüler gestalten Gipsstatuen und Bilder für Auktion des Vereins "Mission Happy Kids"

Schülerkunst
Die Schülerinnen und Schüler beim Herstellen von abstrakten Gipsplastiken, mit Unterstützung von Lehrerin Jennifer Hieber (rechts). © Benjamin Büttner

Die 8 a der Gottlieb-Daimler-Realschule ist gerade am Werkeln, besser gesagt am Gipsen – und das sozusagen für einen guten Zweck. Der Schorndorfer Verein „Mission Happy Kids“, der vor allem Kinder in der rumänischen Stadt Rodna unterstützt, hat unter dem Motto „Kinder malen für Kinder“ eine Kunstauktion ins Auge gefasst, um ihren zehn Patenkindern aus Rumänien in Deutschland in den Ferien ein Sommercamp finanziell zu ermöglichen (wir berichteten). „Aber ob das jetzt so im Sommer umzusetzen ist, wissen wir aufgrund des Krieges in der Ukraine nicht“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Daniela Pachner.

Die Schicksale der geflüchteten Mütter mit ihren Kindern treibe um: „Wir haben im Verein entschieden, dass wir auch geflüchtete Kinder aus der Ukraine unterstützen wollen, die in Rodna ankommen. Wir wollen unserem Motto ‘Persönlich und vor Ort’ treu bleiben und Kinder in Rodna unterstützen – egal welcher Herkunft.“ Bisher seien jedoch in Rodna noch keine Flüchtlinge angekommen.

Sein Ziel, eine kleine Kunstauktion zu veranstalten, hat der Verein nicht aus dem Blick verloren und vor einiger Zeit unter anderem bei der Gottlieb-Daimler-Realschule angefragt, ob es nicht möglich sei, im Kunstunterricht Bilder anzufertigen, die man dann versteigern könnte. „Die Schulleitung hat das Go gegeben und so haben wir im BK-Unterricht losgelegt“, erzählt Kunstlehrerin Jennifer Hieber, die auch Deutsch und Biologie unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler seien von der Idee angetan gewesen, „etwas herzustellen, was dann einen guten Zweck erfüllen kann“.

Hauptsächlich haben die siebten und achten Klassen an dem Projekt teilgenommen, so Hieber. Aber auch Schüler aus anderen Klassen hätten sich beteiligen dürfen. Ein Segen sei es, dass man „endlich wieder in der Schule werkeln“ könne: „Kunstunterricht im Home-Schooling ist so gut wie gar nicht machbar“, sagt die Lehrerin.

Blumendraht, Nylonstrumpf und Gips ergeben ein Kunstwerk

Nun herrscht im Kunst-Klassenzimmer, das derzeit wegen der Umbaumaßnahmen im Schulgebäude in ein Nebenhaus verlegt wurde, wieder reges Treiben. Die Schüler und Schülerinnen sind mit einem speziellen Mineral beschäftigt. „Es entsteht eine abstrakte Gipsplastik“, erzählen Marlene und Pauline, die nebeneinander sitzen. Sie führen vor, wie sie Stücke einer Gipsrolle in Wasser eintauchen und dann befestigen. Kurios ist der Untergrund.

Pauline erklärt: „Wir haben in ein kleines Holzbrett zwei Löcher gebohrt, um einen Blumendraht befestigen zu können, und darüber haben wir einen Nylonstrumpf gespannt, auf dem jetzt der Gips fest wird.“ Man merke den Schülerinnen und Schülern an, dass sie viel Spaß daran haben, etwas herzustellen, was dann wertgeschätzt werde, hat Jennifer Hieber beobachtet. Sie weiß, dass ihren Schützlingen während der Pandemie und des Home-Schoolings vor allem auch das Zusammensein gefehlt hat. Umso schöner sei es, wenn man jetzt „wieder gemeinsam etwas herstellen kann“.

Verletzung: Es ist sogar Blut geflossen

Einiges ist sogar schon fertig. Beispielsweise die Radierung von Joel (10 a). Er hat zum vorgegebenen Thema „Träume und Albträume“ einen Basketballspieler gezeichnet. Ist es sein Traum, Basketballspieler zu werden? Joel lacht: „Da hätte ich wahrscheinlich schon etwas früher anfangen müssen. Aber ich spiele sehr gerne Basketball.“ Frederik aus der 7 a hatte Spaß an der Pastellkreide und ein Drachenauge auf einem großen Blatt Papier verewigt. „Da habe ich etwa eine Doppelstunde dran gearbeitet“, erzählt er stolz. Auch Elvis und Adnan (8 c) freuen sich, mit ihren Bildern bei der geplanten Auktion dabei sein zu können.

„Bei Elvis ist sogar Blut geflossen“, berichtet Jennifer Hieber. Der Schüler nickt: „Ja, bei meinem Linolschnitt habe ich mich verletzt.“ Aber er habe tapfer weitergemacht, so Hieber. Neben den Linolschnitten mit den Themen wie „Vollmondnacht“, „Hafenliebe“ oder „Stadtansichten“ hat Adnan außerdem eine surrealistische Landschaftsdarstellung zu Papier gebracht. Am unteren Bildrand habe er einen Teil einer Pizza gezeichnet, sagt der Junge und zeigt darauf. „Es könnte aber auch ein Kürbis sein“, äußert Elvis seine Meinung. Der Fantasie bei der Betrachtung ist also keine Grenze gesetzt.

Eindrucksvoll erscheinen auch Statuen, die Bronzefiguren gleichen. Die Kunstlehrerin erklärt: „Aus Gips wurde eine Figur geformt und dann mit Sand bearbeitet.“ Zwischen 20 und 30 Stücke – ob Bilder oder Skulpturen – werden für die Auktion zusammengestellt. „Ich hoffe, dass bei der Auktion ein bisschen was an Geld zusammenkommt“, so Jennifer Hieber.

Bis die Auktion stattfindet, bleiben die Kunstwerke in der Schule. Einen Austragungsort hat der Verein „Mission Happy Kids“ bisher noch nicht gefunden. „Beim Termin sind wir von der Location abhängig, je nachdem, welchen Auktions-Ort wir finden. Optimal wäre es, wenn die Auktion im Mai oder Juni stattfinden könnte“, so der Wunsch von Daniela Pachner.

Die 8 a der Gottlieb-Daimler-Realschule ist gerade am Werkeln, besser gesagt am Gipsen – und das sozusagen für einen guten Zweck. Der Schorndorfer Verein „Mission Happy Kids“, der vor allem Kinder in der rumänischen Stadt Rodna unterstützt, hat unter dem Motto „Kinder malen für Kinder“ eine Kunstauktion ins Auge gefasst, um ihren zehn Patenkindern aus Rumänien in Deutschland in den Ferien ein Sommercamp finanziell zu ermöglichen (wir berichteten). „Aber ob das jetzt so im Sommer umzusetzen

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