Schorndorf

Schorndorfer Stadtwerke: Verkraftet das Netz den Elektroheiz-Ansturm im Winter?

Energiesparen
Aus Sorge vor Gasknappheit haben schon etliche Deutsche zusätzliche Elektroheizungen angeschafft. © Gaby Schneider

Christoph Sugg vom Toom-Baumarkt in Schorndorf kann es bestätigen: Die Menschen kaufen derzeit Heizlüfter, Radiatoren und Infrarotplatten wie nie zuvor. „Es ist verrückt, was auf dem Markt los ist“, berichtet er auf telefonische Nachfrage. Angesichts des Ukraine-Krieges und der gestiegenen Energiekosten, wollten jene Kunden auf Nummer sicher gehen und im Winter nicht allein von ihrer Gas- oder Ölheizung abhängig sein.

Daher investierten sie in zusätzliche Geräte, die elektrisch betrieben werden und in der Lage sind, Räume zügig aufzuwärmen. Und auch die Nachfrage nach Notstromaggregaten sei deutlich in die Höhe gegangen. So mancher habe inzwischen vorgesorgt, falls in diesem Winter der Strom ausfällt.

Lieferengpass seit Monaten

Indes - der Markt kann die Nachfrage kaum stillen. „Wir kennen es eigentlich nicht, dass wir dem Kunden sagen müssen, dass wir etwas nicht da haben und nicht schnell bestellen können.“ In diesem Jahr aber sei’s die Realität, so Sugg.

Ein Beispiel: Üblicherweise, so berichtet es der Schorndorfer Geschäftsmann, verkaufe er im Jahr rund 100 Radiatoren. In diesem Jahr allerdings rechnet er mit erheblich mehr. Schon im Sommer hat er daher 500 Stück vorbestellt. Zu leicht erhöhten Preisen. Kommende Woche erwartet er wieder eine Lieferung.

Und er weiß jetzt schon, dass die Radiatoren schnell weg sein werden. „Alles was mit Heizung zu tun hat, verkauft sich enorm.“ Auch Brennstoffe, Holzpellets und Briketts gingen blendend. Erst letztens hat er in einer Woche 25 Kaminöfen verkauft. „Sonst verkauf’ ich in einem ganzen Jahr so viel.“

Gerne würde er mehr Radiatoren bestellen. „Aber die Industrie ist nicht in der Lage, die Nachfrage zu stillen“, berichtet er. Gleichzeitig steigen natürlich die Preise. Wer heute die gleichen Radiatoren bestelle wie er im Sommer, müsse mit Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent rechnen.

Am effizientesten sind Infrarotwärmeplatten

Was seine Kunden konkret kaufen? Wer eine Wand frei habe, entscheide sich derzeit häufig für Infrarotwärmeplatten, weiß Sugg. Sie seien besonders effizient, dafür aber nicht so mobil wie Radiatoren. Letztere seien wiederum die einfachsten Hilfsmittel, um einen Raum unabhängig von der eigentlichen Heizung aufzuwärmen.

Was den Energieverbrauch betreffe, erreichten sie durchschnittliche Werte, und weil sie keine Lüftung haben, gebe es auch keine Staubentwicklung. Dafür benötigten sie vergleichsweise lange, um einen Raum auf die gewünschte Temperatur aufzuheizen. Wer nur morgens kurz sein Badezimmer aufwärmen wolle, greife daher häufig zu Heizlüftern. „Da hat man eine schnelle Leistung, genau dann, wenn man sie braucht“, erklärt Sugg.

Ebenfalls beliebt: Isoliermaterialien

Und noch etwas: Auch Rohrisolierungen, Fensterabdichtungen und sonstige Materialien zum Dämmen erfreuten sich derzeit großer Beliebtheit.

Wie sich die Schorndorfer Stadtwerke auf die zahlreichen Stromheizungen einstellen, die womöglich im kommenden Winter gleichzeitig eingesteckt werden?

Stadtwerke bleiben entspannt

Eine mögliche Zusatzbelastung des Stromnetzes im kommenden Winter durch Heizen mit strombetriebenen Zusatzgeräten, z. B. Heizlüftern halte man für beherrschbar, heißt es vonseiten der Stadtwerke auf Nachfrage. Es lohne sich wirtschaftlich nicht, daher rieten die Stadtwerke Schorndorf aktuell dazu, bei der herkömmlichen Heizvariante zu bleiben, so die Pressesprecherin.

Aber es gilt auch: „Sollte die Verdichtung mit Zusatzgeräten deutlich höher ausfallen als erwartet, kann es sein, dass wir in Grenzbereiche kommen.“

Christoph Sugg vom Toom-Baumarkt in Schorndorf kann es bestätigen: Die Menschen kaufen derzeit Heizlüfter, Radiatoren und Infrarotplatten wie nie zuvor. „Es ist verrückt, was auf dem Markt los ist“, berichtet er auf telefonische Nachfrage. Angesichts des Ukraine-Krieges und der gestiegenen Energiekosten, wollten jene Kunden auf Nummer sicher gehen und im Winter nicht allein von ihrer Gas- oder Ölheizung abhängig sein.

Daher investierten sie in zusätzliche Geräte, die elektrisch

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