Schorndorf

Schorndorfer Teilorte auf dem Weg in die Zukunft - Startschuss für Ortschaftsentwicklung gefallen

Zukunft Ortsteile 2
Schorndorf hat sich für das Landesprojekt „Der Ländliche Raum für Zukunft“ beworben. Erwünscht ist ein gemeinsamer Schritt für die Entwicklung der Schorndorfer Stadtteile. Unsere Collage zeigt links oben Weiler und Buhlbronn, in der Bildmitte Haubersbronn, Schlichten und Oberberken, unten Miedelsbach und Schornbach © zvw

Schon lange haben sich die sieben Schorndorfer Teilorte mehr Entwicklung gewünscht, jetzt geht es los. Schorndorf bewirbt sich beim Land um Mittel für die Ortschafts- und Quartiersentwicklung aus dem Projekt „Ländlicher Raum“. Gleichzeitig wird eine Projektgruppe für die Teilorte ins Leben gerufen und bei der Stadt eine 50-Prozent-Stelle geschaffen. Das Projekt startet am 1. Juni und läuft ein Jahr lang, also bis 31. Mai 2022. Das ebenso ehrgeizige wie klare Vorhaben lautet: Innerhalb eines Jahres sollen sieben Ziele erreicht werden.

Ein Konzept für alle und eins für jede Ortschaft

Dass die Stadtteile mehr Leben und Entwicklung wollen, das fordern viele Bewohner schon lange. Immerhin lebt in den sieben Teilorten ein Drittel der Schorndorfer Bevölkerung. Den Wunsch nach mehr Bewegung haben zuletzt aber auch die Haushaltsanträge zur Quartiersentwicklung deutlich gemacht. „Wir haben versucht, das schnell umzusetzen“, erklärte Oberbürgermeister Matthias Klopfer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, und tatsächlich ist das Tempo beeindruckend. Angestrebt wird im Zuge des Projekts „Ländlicher Raum“ ein gemeinsam abgestimmtes Konzept der Ortschaften, Steckbriefe mit den jeweiligen Schwerpunkten sollen erstellt, ein auf jeden Ortsteil abgestimmtes soziales Quartiersentwicklungskonzept entwickelt werden. Am Ende sollen dabei mehr als schöne Ideen rauskommen: „Wir haben uns überlegt, wie machen wir’s konkret,“, sagte Christian Bergmann, Fachbereichsleiter Familie und Soziales. Unter anderem könnte es etwa darum gehen, die Vereine beim Neustart nach Corona zu unterstützen, ihnen bei der Suche nach neuen Ehrenamtlichen zu helfen oder einen Förderverein für ein Bürgerfest zu gründen. Was genau gebraucht wird, soll aber eine Bedarfsanalyse zeigen. In dem ganzen Prozess soll Bergmanns Fachbereich nicht nur die Koordination in den Ortschaften übernehmen, sondern auch vor Ort unterstützen. Dafür soll eine eigene Stelle mit 50 Prozent eingerichtet werden. Diese soll unter anderem durch befristete, interne Stellenerhöhungen und Umschichtungen möglich werden.

Workshops und ein Projektentwicklungsplan

Und das ist geplant: In allen Ortschaften sollen Angebote für Begegnung geschaffen, Nachbarschaften gestärkt und Netzwerke gefördert werden. Mit den Menschen in den Ortschaften sollen konkrete Maßnahmen entwickelt und diese im Idealfall auf andere Orts- und Stadtteile übertragen werden können. In den kommenden Wochen werden mögliche Ziele und Maßnahmen mit den Ortsvorstehern besprochen, kündigte Christian Bergmann an. Workshops sollen folgen, ein Projektentwicklungsplan erstellt werden. Ein zentraler Punkt ist die Bürgerbeteiligung: Denn gerade die Menschen in den Ortschaften sollen bei der Quartiersentwicklung zu Wort kommen, sich an der Entwicklung beteiligen können. „Bürgerschaftliches Engagement braucht geeignete Rahmenbedingungen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage. Schlüsselpersonen und Multiplikatoren in den Ortschaften sollen sich durch ihr Engagement, ihren Blick auf den Ortsteil und ihre Vernetzung im Ortsteil und in der Stadtverwaltung einbringen und sogenannte Verantwortungsgemeinschaften bilden. Die sollen Bergmann zufolge für die Projekte dann die Regie übernehmen.

Weil nicht alle Ideen und Projekte gleichzeitig umgesetzt werden können, werden Prioritäten gesetzt. Im Fokus der sozialen Quartiersentwicklung stehen ältere Menschen, Menschen, die sich engagieren wollen, Familien mit Kindern sowie Kinder und Jugendliche – weitere Schwerpunkte können aber gesetzt werden. Um den Erfolg des Projekts nach zwölf Monaten überprüfen zu können , sollen die Ziele der Ortschaften klar formuliert und deren Umsetzung mit der Quartierskoordination geplant werden. Die Ortsvorsteher behalten die Verantwortung für die Ziele und Strategien und bekommen zugleich Unterstützung für deren Umsetzungen vor Ort. Die sieben Ziele dienen in den kommenden Monaten als Arbeitsgrundlage.

Das Projekt könnte auch Vorbild für die Kernstadt werden

Bei den Ortsvorstehern rannte Christian Bergmann erwartungsgemäß offene Türen ein. „Es geht voran“, freute sich der Miedelsbacher Ortsvorsteher Thomas Rösch. Im Namen aller Ortsvorsteher dankte er der Verwaltung für die schnelle Umsetzung der Etatanträge. „Schön, dass es jetzt einen Ansprechpartner für uns gibt.“

Auf Zustimmung stieß der Plan auch im Gemeinderat. Das Projekt diene dazu, Gemeinschaft möglich zu machen, und könne auch Vorbild für die Quartiere in der Kernstadt werden, begeisterte sich CDU-Chef Hermann Beutel. Die Nachbarschaft müsse mittlerweile Dinge erledigen, die früher von der Verwandtschaft abgedeckt wurde, sagte Beutel und dankte den Ortsvorstehern für die vielen Stunden, die in das Projekt bereits investiert worden seien. „Ein wunderbarer Ansatz“, lobte auch Ulrich Kost im Namen der Grünen, „eine gute Sache“, befand Andreas Schneider. Jürgen Erdmann (SPD) freute sich über die breite Zustimmung im Gemeinderat, Sabine Brennenstuhl (FDP/FW) lobte besonders die schnelle Umsetzung der Anträge, moniert allerdings „noch viele schwammige Aspekte“. „Ich setze aber auf die Aufbruchstimmung in den Ortschaften“, sagte sie: „Der Weg ist das Ziel. Wir müssen ins Gespräch kommen.“

Schon lange haben sich die sieben Schorndorfer Teilorte mehr Entwicklung gewünscht, jetzt geht es los. Schorndorf bewirbt sich beim Land um Mittel für die Ortschafts- und Quartiersentwicklung aus dem Projekt „Ländlicher Raum“. Gleichzeitig wird eine Projektgruppe für die Teilorte ins Leben gerufen und bei der Stadt eine 50-Prozent-Stelle geschaffen. Das Projekt startet am 1. Juni und läuft ein Jahr lang, also bis 31. Mai 2022. Das ebenso ehrgeizige wie klare Vorhaben lautet: Innerhalb eines

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