Schorndorf

Schorndorfer Weihnachtswelt im Lockdown: "Care-Paket" von den Freunden aus Sizilien

Lebensmittelkontrolle
Die landwirtschaftlichen Selbstvermarkter Maria und Salvatore Dangelo (im blauen beziehungsweise roten Anorak) aus Lucca Sicula mit ihrem Stand sizilianischer Köstlichkeiten auf dem Schorndorfer Weihnachtsmarkt 2019. Die Lebensmittelkontrolleure hatten nichts auszusetzen. © Benjamin Büttner

Die verflixte 13! Genau seit zwölf Jahren waren Maria und Salvatore Dangelo mit ihrem Stand auf dem Schorndorfer Weihnachtsmarkt dabei. Eine wahre Bereicherung. Denn wenn man sich nun bei den Leuten umhört, wird in höchsten Tönen geschwärmt, besonders von dem sagenhaften „sugo di pomodoro“, der eigenhändig von Maria Dangelo hergestellten Tomatensoße, mit der sich viele Kunden oft gleich mehrfach für einen langen Winter eingedeckt hatten. Nun, im 13. Jahr, mussten die Dangelos coronabedingt zu Hause bleiben.

Nicht aber ihre Leckereien. Als Sabine Seelow, ehemalige Buchhändlerin, über deren Laden die Dangelos während des Weihnachtsmarktes immer gewohnt hatten, davon hörte, dass es damit dieses Jahr nichts wird, dachte sie: „Was machen wir jetzt, damit die Verbindung bleibt?“, und hat dann „alle möglichen Leute gefragt, ob sie etwas bei den sizilianischen Oliven- und Orangen-Anbauern bestellen möchten“.

Immer besonders: Stimmung und Kunden auf dem Weihnachtsmarkt

Gesagt, getan. Und so kam dann Anfang Dezember die ersehnte Lieferung aus dem bei Agrigent liegenden Dorf Lucca Sicula in Schorndorf an. Ein sizilianisches Care-Paket zu Weihnachten! Und natürlich war auch das „sugo di pomodoro“ dabei.

Aber wie geht es den Dangelos selbst, in Zeiten von Corona? Unsere Zeitung bat den des Italienischen mächtigen Centro-Vorsitzenden Gerhard Nickel, einmal nachzufragen. Und so erfuhr die Redaktion, dass der Markt hier sehr wichtig für sie sei, „weil sie so einen Großteil ihrer Waren ohne Zwischenhandel direkt vermarkten können“.

„Natale blindato“: „Gepanzerte“ Weihnachten auf Sizilien

Die Dangelos betreiben eine „Azienda Agricola“, zu der eine Olivenplantage gehört. Sie verkaufen unter anderem native Olivenöle, Orangen- und Zitronensirup, Orangenblüten-Honig und eingelegte Oliven. Salvatore, im Übrigen Rennfahrer, „Erster in seiner Klasse als Rallye-Crack“, wie Nickel sagt, lässt mitteilen, wie sehr er seinen Dezemberaufenthalt in Schorndorf vermisst. „Es sind in Schorndorf viele Freunde. Die Stimmung, die Kunden, das war immer etwas Besonderes!“

Natürlich leiden die Dangelos auch unter Einbußen. „Wir liefern gerade nur noch zehn Prozent dessen, was sonst verkauft wurde.“ Die Ernte sei eher gering gewesen, aber „die Qualität des Öls ist klasse!“

Man ist auf Sizilien gerade immer mit Masken unterwegs. „Die Polizei kontrolliert scharf.“ Weihnachten wird ein sogenanntes „natale blindato“, ein „gepanzertes Weihnachten“ werden. Sonst wird zum Fest groß gegessen, mit Lamm und Fisch. „Die Frauen gehen an Heiligabend in die Mitternachtsmesse. Die Männer nicht.“ Es war für Maria (63) und Salvatore (70) immer ein großes Fest mit der Familie: den beiden Töchtern und fünf Enkeln. Fürs neue Jahr wünschen sich die Dangelos, dass sie vielleicht zum „Frühlingserwachen“ wieder in Schorndorf sein können.

„Die Absage des Weihnachtsmarktes war richtig“, sagt dazu Gerhard Nickel am Ende. „Aber es ist für die Innenstadt eine Katastrophe!“ Und für die Dangelos.

Die verflixte 13! Genau seit zwölf Jahren waren Maria und Salvatore Dangelo mit ihrem Stand auf dem Schorndorfer Weihnachtsmarkt dabei. Eine wahre Bereicherung. Denn wenn man sich nun bei den Leuten umhört, wird in höchsten Tönen geschwärmt, besonders von dem sagenhaften „sugo di pomodoro“, der eigenhändig von Maria Dangelo hergestellten Tomatensoße, mit der sich viele Kunden oft gleich mehrfach für einen langen Winter eingedeckt hatten. Nun, im 13. Jahr, mussten die Dangelos coronabedingt

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