Schorndorf

"Schweren Herzens": Post-Apotheke in Schorndorf schließt nach fast 50 Jahren

Postapotheke Schorndorf
Die Post-Apotheke in der Schulstraße schließt Ende des Jahres. © Weirauch

„Schweren Herzens muss ich zum 23. Dezember die Post-Apotheke schließen. Der Fachkräftemangel, der uns in fast allen Branchen erreicht, geht leider auch an der Apothekenlandschaft nicht vorbei“, mit diesen Zeilen hat Apotheker Erich Poppe seine Stammkunden aus der Schorndorfer Post-Apotheke angeschrieben und auf die Schließung hingewiesen.

Personal der Post-Apotheke wird nicht gekündigt

Es ist dem Apotheker anzumerken, dass es ihn ins Gemüt trifft: „Ich habe lange mit mir gerungen, aber im Moment gibt es keine andere Möglichkeit.“ Das Personalproblem – Poppe zieht die Schultern hoch. Ratlosigkeit. „Ich habe Annoncen geschaltet. Aber es hat nichts gebracht.“

Es sei keinesfalls so, dass niemand mehr Pharmazie studiere und dass „die Wirtschaft oder die Verwaltung Pharmazeuten abwirbt“. „Deshalb frage ich mich schon, wo die alle hin sind“, sagt Poppe. Die Mitarbeiterinnen, die bisher fest in der Post-Apotheke gearbeitet haben, werden selbstredend nicht gekündigt: Das Personal der Post-Apotheke, „die bekannten Gesichter“, wie es Poppe nennt, werde sich in seiner zweiten Apotheke – der Dr. Palm’schen – am Marktplatz um die gesundheitlichen Anliegen der Kunden kümmern.

„Der Kunde hat den gleichen Service – nur ein paar Meter weiter.“ Rund 16 Beschäftigte hat Erich Poppe in Schorndorf. Er ist froh, dass er dieses Team hat. Annährend 50 Jahre existiert die Post Apotheke in Schorndorf. Betriebswirtschaftlich sei es „immer ein gutes Geschäft gewesen“, und auch die Nähe zum Bahnhof habe sich immer rentiert.

Aber der Wandel der Zeit sei eben spürbar. „Auch wenn jetzt noch im Haus über der Post-Apotheke Arztpraxen sind – früher gab es ja noch viel mehr Ärzte. Und auch der Busbahnhof, der früher größer war, sorgte für eine hohe Kundenfrequenz.“ Dass es in Schorndorf viele Apotheken gibt, auch das weiß Erich Poppe nur zu gut. Dennoch weiß er um seine Stammkunden: „Das ist mir wichtig: Wir sind weiter da.“

Die Einrichtung bleibt

Die Räume in der Schulstraße 4 hat Poppe angemietet und wird diese auch behalten: „Das Apothekenrelevante nehmen wir raus, die Einrichtung bleibt – ich hoffe, dass ich die Post-Apotheke wieder öffnen kann.“ Wann das sein wird?

Ob nach Wochen oder gar Monaten – unklar. „Das kann ich jetzt noch nicht voraussagen“, so Erich Poppe. Die bestehenden Kundenkarten können genauso in der Dr. Palm’schen Apotheke benutzt werden und auch die Jahresausdrucke für Finanzamt und Krankenkasse erhalten Kunden wie gewohnt.

„Schweren Herzens muss ich zum 23. Dezember die Post-Apotheke schließen. Der Fachkräftemangel, der uns in fast allen Branchen erreicht, geht leider auch an der Apothekenlandschaft nicht vorbei“, mit diesen Zeilen hat Apotheker Erich Poppe seine Stammkunden aus der Schorndorfer Post-Apotheke angeschrieben und auf die Schließung hingewiesen.

Personal der Post-Apotheke wird nicht gekündigt

Es ist dem Apotheker anzumerken, dass es ihn ins Gemüt trifft: „Ich habe lange mit mir

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