Schorndorf

Schwieriger Weg zur Aldi-Baustelle

1/2
aldineu
Aldi-Süd baut neu: Nebenan läuft der Verkauf in der bestehenden Filiale weiter. © Palmizi/ZVW
2/2
aldineu
Hauruck: An der Baustelle vorbei geht’s in Richtung Nordstadt nur über die Spielplatz-Schwelle. © ALEXANDRA PALMIZI

Schorndorf. Im August haben die Bauarbeiten begonnen, bis spätestens Juni 2019 soll die neue Aldi-Filiale fertig sein – in neuem Design und um 200 Quadratmeter größer als bisher. Vorher aber muss Aldi-Süd die Erreichbarkeit der noch bestehenden Filiale verbessern: Wegen der Bauarbeiten war der Fußweg aus Richtung Rainbrunnenstraße versperrt, jetzt soll baldmöglichst ein neuer angelegt werden.

Noch führt die Ausweichstrecke über den Kinderspielplatz – allerdings nur für die besonders mobilen Kunden: Mit Rollator oder Kinderwagen, ja sogar mit Fahrrad ist der Absatz auf das Aldi-Gelände nur mit Mühe zu überwinden. Ein Zustand, den Mischa Allgaier, stellvertretender Fachbereichsleiter Infrastruktur der Stadt Schorndorf, zunächst unterschätzt hat, der aber offenbar auch von Aldi-Süd gar nicht bedacht wurde. Von der Nordstadt war die Filiale mit Einrichtung der Baustelle nur über Umwege zu erreichen. Jetzt soll baldmöglichst nachgebessert und ein Fußweg von der Rainbrunnenstraße angelegt werden, verspricht Pressesprecher Tobias Neuhaus auf Anfrage.

200 Quadratmeter größer

Bis spätestens Juni 2019 soll dann die neue Filiale fertiggebaut sein – 200 Quadratmeter größer als die noch bestehende. Das wird sich natürlich auch auf das Sortiment auswirken: Es wird ein erweitertes Brot- und Backwaren-Angebot, ein Snack-Regal sowie einen Kaffeeautomaten geben. Dazu kommt: ein Kunden-WC, eine Sitzgelegenheit hinter dem Kassenbereich sowie Bildschirme mit Informationen über aktuelle Angebote. Die neue Filiale wird sich außerdem in neuem Design präsentieren: „Helle Holzelemente, klare Grautöne und LED-Beleuchtungen schaffen eine angenehme und warme Einkaufsatmosphäre“, wirbt Aldi-Süd.

Trotz der Erweiterung wird die neue Aldi-Filiale firmenintern aber nicht zu den Größten gehören, sondern nur „durchschnittlich groß“, erläutert Pressesprecher Neuhaus. Und dabei war die Erweiterung, als es vor zwei Jahren im Gemeinderat um die Aufstellung des Bebauungsplans ging, Anlass für eine kontroverse Diskussion: Mit 17:10 Stimmen hat sich der Gemeinderat damals für die Erweiterung ausgesprochen – und zuvor leidenschaftlich über Aldi, freie und soziale Marktwirtschaft sowie über den Schutz des innerstädtischen Handels diskutiert.

Glaubenskrieg im Gemeinderat

Zur Erinnerung: FDP/FW-Fraktionsvorsitzender Peter Erdmann monierte damals eine über die Jahr zu verfolgende Salamitaktik, mit der sich Aldi von zunächst 700 auf 920 Quadratmeter ausgedehnt habe und jetzt auf 1100 Quadratmeter vergrößern wolle. Für die Versorgung der Bevölkerung vor allem in der Nordstadt sei diese Erweiterung nicht nötig, fuhr Peter Erdmann fort und kritisierte die geplante Ausweisung eines Sondergebietes auch mit Blick darauf, dass sich die Stadt für ein Innenstadtkonzept entschieden habe, das durch solche Entwicklungen konterkariert werde.

Das sah SPD-Fraktionschef Thomas Berger damals ganz anders: Aldi, so Berger, sei für Menschen mit einem kleineren Geldbeutel eine Möglichkeit, einzukaufen und ein Einkaufserlebnis zu haben. CDU und Grüne hatten – mit Ausnahme von Nadia Pagano – nichts gegen die Erweiterung auf 1100 Quadratmeter einzuwenden, „weil knapp 200 Quadratmeter der Kaufkraft und der Qualität der Innenstadt nicht schadeten“, wie Michaela Salenbauch damals feststellte.


Über die Schwelle

Als sich Mischa Allgaier als stellvertretender Fachbereichsleiter Infrastruktur der Stadt Schorndorf vor Ort ein Bild über die schlechte Erreichbarkeit der Aldi-Filiale machen wollte, hatte er am Montagabend gleich allerhand zu tun: Innerhalb zehn Minuten habe er, erzählt Allgaier, gleich zwei Müttern mit Kinderwagen über die hohe Schwelle vom Kinderspielplatz an der Rainbrunnenstraße auf das Aldi-Gelände helfen müssen.