Schorndorf

Serenadenkonzert der Jugendmusikschule Schorndorf im Herzen der Stadt

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Das Jugendblasorchester dirigiert von Mathias Mundl mit einem geschmeidigen Michael-Jackson-Medley. © Ralph Steinemann Pressefoto

Das jährliche Konzert der Jugendmusikschule zu Beginn der SchoWo war sonst immer eines der Highlights im musikalischen Leben Schorndorfs. Mit dem Serenadenkonzert auf dem Marktplatz ist den jungen Musikern und ihren Lehrern indes kein schlechter Ersatz gelungen.

Auch diesmal läuteten sie mit einer leichten Brise erfrischender Klänge aus aller Welt und allen Genres schon mal die Sommerferien ein. Serenadenkonzert, ein Abendständchen zum Wochenende, „al sereno“, also „unter heiterem (Himmel)“. Und der, zwar dräuend, hielt freundlicherweise sein Wasser, bis es kurz nach Konzertende wieder zu schütten anfing. Aber da hatten die Orchester, Ensembles und Bands der Jugendmusikschule für ihr kurzweilig unterhaltsames Programm längst ihren zum Teil jubelnden Applaus eingefahren.

Erst seit Juni war wieder Präsenzunterricht möglich

„Alle haben sich intensiv vorbereitet“, erklärte Schulleiter Günther Neher vor Beginn. Zunächst ein halbes Jahr lang online. „Erst im Juni konnte wieder in den Präsenzunterricht gewechselt werden.“ Und was da vielleicht an Probenzeit gefehlt hat, das wurde durch die mitreißende Spiellaune der jungen Ensembles allemal wettgemacht. Geboten wurde ein kurzweiliges Programm, ohne viel Umbau nahtlos getaktet.

Das Trompetenensemble leitet mit himmelhochfahrenden Fanfarenstößen ein, die sozusagen die Wolken einschüchterten, ihr dringendes Geschäft erst mal bleiben zu lassen. Was ja auch geklappt hat. Stimmungswechsel dann mit zwei Sätzen aus der Trio-Sonate C-Dur des Johann Quantz (1697-1773). Ein ungeheuer schönes und zugleich ermunterndes „Affettuoso“ und ein bezirzend lebensversprechendes „Alla breve“. Gespielt mit feiner Intimität von Konstantin Dietrich (Blockflöte), Sophia Dietrich (Querflöte und Theresa Korst am Kontrabass, Leitung Doris Kraemer).

Das Jugendblasorchester, geleitet von Mathias Mundl bannte besonders mit einem geradezu schmelzenden Medley aus einigen Klassikern von Michael Jackson. Unverschämt und zugleich hinreißend sexy, diese Musik. Darf man das noch sagen?

Mit atemberaubendem E-Gitarren-Solo

Richtig krachen ließ es mal wieder aus dem Stand die ganz, ganz junge Starter-Band mit Leiter Thomas Clauss. Denen hatte zwar zwei Stunden vor dem Konzert die Sängerin abgesagt. Aber: „Wir spielen trotzdem!“ Also „Day Tripper“ von den Beatles mit einem atemberaubenden E-Gitarren-Solo. Jubel im Publikum.

Mit vier Jazz-Sketches ließ das Trio aus Luisa Mertins, Davis Bajinski und Johannes Schnabel unter der Leitung von Günter Martin Korst mit der gegeneinandergesetzten Farbenvielfalt von drei Alt-Saxofonen aufhorchen. Und wieder ein organischer Wechsel der Stimmungen und Zeiten mit drei bezirzend verspielten Sätzen der Sonata in F-Dur des Alessandro Scarlatti. Konzentriert aufgespielt vom Quartett aus Nathalie Schwarz (Oboe), Kim Dibak, Julia Krüger (Altblockflöten) und Falk Schnizer am Kontrabass (Leitung Nicole Schock).

Nordischer Hör-Urlaub mit den „Celtic Fairies“ vom Zupforchester

Mit Stücken aus den „Celtic Fairies“ von Bruno Szordikowski entführte das Zupforchester unter der filigranen Leitung von Michael Wind das Heimat-Publikum auf dem Marktplatz träumerisch in die nordische Ferne. Hör-Urlaub vom Allerfeinsten, wenn man so will. Da muss man gar nicht wegfahren. Na ja – und bekommt erst recht so richtig Lust dazu, mal wieder auf irischen Klippen über dem Meer zu stehen.

Ferne Weltmusik heimgeholt gab es auch vom Querflötenquintett unter Leitung von Doris Kraemer, das mit keckem Flötengezwitscher in den venezolanischen Tropenwald zu entführen schien. Beim zweiten Auftritt der Big Band war es vor allem die Sängerin, die mit einem temperamentvollen „Mambo Italiano“ den Süden aufblitzen ließ. Mit dem Norwegischen Tanz Nr. 2 von Edvard Grieg zauberte das Sinfonieorchester unter Martin Dennemarck nordisch funkelndes Mittsommergelichter herbei, um dann noch mit Frank Sinatra einen Abstecher nach New York zu machen.

Zum Rausschmeißen mit Schmackes dann noch mal die junge Popband mit „Play That Funky Music“. Spontan ersetzte ein aufschmachtendes Saxofon hier die verloren gegangene Sängerin. Auf einmal war’n wir in New Orleans. Die Welt durch Musik im Herzen unserer Stadt!

Das jährliche Konzert der Jugendmusikschule zu Beginn der SchoWo war sonst immer eines der Highlights im musikalischen Leben Schorndorfs. Mit dem Serenadenkonzert auf dem Marktplatz ist den jungen Musikern und ihren Lehrern indes kein schlechter Ersatz gelungen.

Auch diesmal läuteten sie mit einer leichten Brise erfrischender Klänge aus aller Welt und allen Genres schon mal die Sommerferien ein. Serenadenkonzert, ein Abendständchen zum Wochenende, „al sereno“, also „unter heiterem

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