Schorndorf

Sicher auf dem Pedelec: Radspaß-Kurs in Schorndorf

PedelecSenioren
Sicherheitsübungen auf dem Pedelec mit Tipps von Trainer Hans-Joachim Seibold (rechts mit blauer Jacke). © Gaby Schneider

Wacker oder wacklig? Wie wollen Sie fahren? Sicher oder schwankend? Jetzt werden sie vermehrt wieder aus dem Keller oder der Garage geholt: die Pedelecs. Das sind frei übersetzt „Elektrofüßler“, eigentlich immer noch Fahrräder, die zugleich von Pedalen (also per Fuß) und einem (akku-gespeisten) Elektro-Antrieb in Fahrt gebracht werden. Nichts ist schöner, als sich bei einer Steigung am Berg sanft sausend elektrisch unterstützen zu lassen.

Hoher Anteil von Selbstverursachern bei Unfällen mit Pedelecs

Aber genau in der Abstimmung dieses Zwitterantriebs lauern oft die Gefahren. Die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren mit Pedelec-Rädern haben zugenommen. Vor allem aber ist es der hohe Anteil der sogenannten Selbstverursacher, die bei Unfällen ohne Fremdeinwirkung zu oft schweren Verletzungen kommen, der zu denken gibt.

Etwa auch der Initiative „radspaß, sicher e-biken“, die mit Förderung des Verkehrsministeriums vom Radsportverband Baden-Württemberg ins Leben gerufen wurde. Ihr Angebot besteht aus kostenlosen Kursen, in denen der sichere Umgang mit Pedelecs geübt werden kann.

Einer von insgesamt 20 Radtrainern im Rems-Murr-Kreis

Einer von insgesamt 20 Radtrainern allein im Rems-Murr-Kreis, die diesen Kurs anbieten, ist in Schorndorf Hans-Joachim Seibold. Der 64-jährige Welzheimer war bis zu seiner Pensionierung 2018 gut 30 Jahre lang bei der Polizei in Fellbach mit dem Schwerpunkt Verkehrsprävention tätig. Was er früher beruflich tat, macht er nun ehrenamtlich. Und das, wie man nun beim ersten Kurs am Samstagnachmittag auf dem kühlwindigen Gelände der Straßenmeisterei im Siechenfeld sehen konnte: mit Erfahrung und gelassenen, ruhiger Kompetenz.

Gekommen waren mit ihren Pedelecs genau acht vorher angemeldete Teilnehmer, gleich viel Frauen wie Männer, deren Durchschnittsalter geschätzt in den höheren Ü60-Regionen liegt. Ein Alter, in dem so ein die Kräfte schonendes Rad geschätzt wird, ein Alter auch, in dem man sich ein solches Pedelec – wenigstens in Schwaben – leisten kann, das, wenn es gut sein soll, so Experte Seibold, 2000 bis 3000 Euro und mehr kosten darf.

So ein Pedelec ist fast so tückisch wie ein noch einzureitender wilder Mustang

Dann, und damit beginnen dann schon wieder die Probleme, so ein Pedelec wiegt mit über 30 Kilogramm weit mehr als ein Fahrrad. Und das wird von den Fahrern oft unterschätzt. Etwa bei den Bremswegen und vielleicht auch bei der Bewertung der eigenen Kräfte bei der Steuerung und Handhabung, wenn man zuvor ein einfaches Fahrrad gewohnt war.

So ein Pedelec also, es ist tückisch wie ein noch einzureitender wilder Mustang. Und da beratend zu helfen, dafür war ja Hans-Joachim Seibold zur Stelle. Und so bestand das Programm aus dem Üben mit verschiedenen Aufstiegsmethoden. Denn oft ist es so, dass laut Statistik da schon allerlei passieren kann.

Zielbremsungen: Am gewünschten Punkt tatsächlich zum Halten kommen

Des weiteren ging es um das Gefühl für, wie Seibold es in seiner präzis-schönen Fachsprache ausführte, „Zielbremsungen“, darum also, dass man an einem gewünschten Punkt dann auch tatsächlich zum Halten kommt. Da spielen dann – der Verfasser hat’s leider nicht ganz verstanden – die Eigenheiten der Hydraulik- oder Scheibenbremsen der Pedelecs eine wichtige Rolle.

„Es gab viele Leute, die unsicher waren“, fasste Seibold diesen ersten Kurs zusammen. „Vor allem die Beschleunigungsstufen in Kurven kennenzulernen, hat uns lang beschäftigt.“ Sein Fazit nach drei Stunden: „Die Leute sind dankbar und nehmen die Tricks mit. Der Tenor war: sinnvoll investierte Zeit!“ Und dank der begrenzten Teilnehmerzahl konnte der Coach auch auf alle individuellen Bedürfnisse eingehen.

Wacker oder wacklig? Wie wollen Sie fahren? Sicher oder schwankend? Jetzt werden sie vermehrt wieder aus dem Keller oder der Garage geholt: die Pedelecs. Das sind frei übersetzt „Elektrofüßler“, eigentlich immer noch Fahrräder, die zugleich von Pedalen (also per Fuß) und einem (akku-gespeisten) Elektro-Antrieb in Fahrt gebracht werden. Nichts ist schöner, als sich bei einer Steigung am Berg sanft sausend elektrisch unterstützen zu lassen.

Hoher Anteil von Selbstverursachern bei

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