Schorndorf

So ist der Aufbau der Weihnachtsmütze auf dem Schorndorfer Rathaus verlaufen

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Mütze Schorndorf
Das Rathaus trägt seit Montag wieder die überregional bekannte Weihnachtsmütze. © Benjamin Büttner
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Mütze Schorndorf
Vorbereitung in luftiger Höhe. © Benjamin Büttner

Spätestens im vergangenen Advent ist vielen Schorndorfern eines klar geworden: Ohne die große, rote Pudelmütze auf dem Rathaus fehlt etwas im vorweihnachtlichen Stadtbild. Und das, obwohl der vor gut 15 Jahren eingeführte Werbegag von jeher kontrovers diskutiert wurde. Seit Montagmorgen um 10.30 Uhr thront die Mütze nach einjähriger Pause wieder über den Dächern der Stadt. Und auch die Aufbauarbeiten für den Weihnachtsmarkt haben begonnen.

Das Wahrzeichen der Stadt in der Adventszeit“

Ein derartiges Gewusel gibt es nicht jeden Montagmorgen auf dem Marktplatz. Arbeiter laden mit Hilfe eines Gabelstaplers meterweise Holzbretter von mehreren Lkw-Anhängern. Ein großes Gefährt mit Hebebühne wird vor dem Haupteingang des Rathauses abgestellt und auch ein gelber Kranwagen ist vorgefahren. „Alle Jahre wieder“, kommentiert einer der Arbeiter das nass-kalte Wetter, während er den Holzboden für einen der Marktstände auslegt. Das habe beim Aufbau des Weihnachtsmarktes gute Tradition. Nach ein bis zwei Stunden Vorbereitungszeit ist es dann endlich so weit: Werbetechniker Clemens Bäz fährt zusammen mit einem Helfer mit der Hebebühne in Richtung Glockentürmchen hinauf. Dort wird zunächst eine Schutzplane übergespannt, ehe die aufblasbare Mütze mit Hilfe des Kranwagens in Millimeterarbeit über den Blitzableiter gesetzt wird. Anschließend sorgt ein Gebläse im Glockenstuhl dafür, dass die Mütze ihre volle Form erreicht. Außerdem soll sie im Dunkeln von außen beleuchtet werden.

„Die Weihnachtsmütze ist einfach das Wahrzeichen der Stadt in der Adventszeit“ sagt Uli Fink, der die Mütze von Tag eins an als Geschäftsführer von Schorndorf-Centro begleitet hat. Auch er hat sich am Marktplatz eingefunden, um den spektakulären Aufbau zu beobachten.

Diese Meinung teilt auch Lars Scheel, Betriebsleiter des Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement. Zum ersten Mal ist dieses Jahr die Stadt selbst für die Organisation des Weihnachtsmarkts und somit auch für die Pudelmütze auf dem Rathaus verantwortlich. Die Mütze hat Lars Scheels Meinung nach eine große Symbolwirkung. „Wenn man die nicht auf das Rathaus setzt, kommt das einer Absage von Weihnachten gleich.“ Gut 8000 Euro lässt sich der Eigenbetrieb die Installation der Mütze kosten. „Ich glaube, das ist gut investiertes Geld“, sagt Lars Scheel.

Stadt sagt Weihnachtsmarkt noch am Abend ab

Doch es stellt sich nicht nur den Schaulustigen, die sich am Marktplatz versammelt haben und Bilder machen, eine Frage: Lohnt sich der Aufbau der Weihnachtsmarkt-Stände überhaupt? „Wartet nur ab, am Freitag könnt ihr alles wieder abbauen“, ruft eine ältere Dame den Arbeitern im Vorbeigehen zu. Das Land Bayern hat wegen der steigenden Infektionszahlen schließlich bereits alle Weihnachtsmärkte abgesagt.

Und die Frau sollte Recht behalten: Kurz vor Redaktionsschluss teilt die Stadtverwaltung mit, dass der Weihnachtsmarkt nun doch abgesagt ist. Das habe die Stadtverwaltung in Absprache mit den Fraktionsvorsitzenden beschlossen. Lars Scheel hatte am Mittag noch die Verpflichtung der Stadt gegenüber den Marktbeschickern, deren Existenz durch eine Absage gefährdet wäre, betont. Doch das Pandemiegeschehen macht auch davor keinen Halt.

Aufgrund der rapide steigenden Corona-Zahlen und der neuen Corona-Verordnung, die voraussichtlich ab Mittwoch in Kraft tritt, sei eine Durchführung des Weihnachtsmarktes immer schwieriger umsetzbar, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt weiter. „Wir wollen keinen Weihnachtsmarkt um jeden Preis“, wird der Erste Bürgermeister Thorsten Englert zitiert. Damit bestätigt sich, was viele Schorndorfer in den vergangenen Tagen bereits befürchtet hatten.

Spätestens im vergangenen Advent ist vielen Schorndorfern eines klar geworden: Ohne die große, rote Pudelmütze auf dem Rathaus fehlt etwas im vorweihnachtlichen Stadtbild. Und das, obwohl der vor gut 15 Jahren eingeführte Werbegag von jeher kontrovers diskutiert wurde. Seit Montagmorgen um 10.30 Uhr thront die Mütze nach einjähriger Pause wieder über den Dächern der Stadt. Und auch die Aufbauarbeiten für den Weihnachtsmarkt haben begonnen.

Das Wahrzeichen der Stadt in der

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