Schorndorf

Sommernachtsshopping: Zurückhaltung bei den Händlern

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Viele waren mit Spaß dabei, als es darum ging, den Marktplatz mit Wunderkerzen zum Funkeln zu bringen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Schorndorf. So recht wussten die Verantwortlichen während des Sommernachtsshoppings und auch am Tag danach nicht, wie sie die Veranstaltung einordnen sollten: als Erfolg, weil sich die Menschen in bester Flanierlaune zeigten und in der Innenstadt eine sommerlich-entspannte Stimmung herrschte – oder als Anlass zum kritischen Hinterfragen und Nachdenken, weil sich bei vielen Händlern die Lust an so einem Event doch sehr in Grenzen hält.

Es war, bevor demnächst der SchoWo-Trubel über die Stadt hereinbricht, auf jeden Fall noch einmal ein Abend zum entspannten Genießen und – nicht zuletzt auch durch die musikalischen Angebote auf dem Marktplatz und bei der Stadtkirche – eine schöne Einstimmung auf das Landesmusikfestival am nächsten Tag. Und als es gegen 21.45 Uhr in Anlehnung an die Schorndorfer Gartenschau-Highlightwoche noch einmal „Schorndorf funkelt“ hieß, da wurden Hunderte von Wunderkerzen entzündet, die in den letzten Wochen in Schorndorfer Geschäften verteilt worden waren.

Und davor und danach flanierten – soweit sie es sich nicht in den auf dem Marktplatz aufgestellten Liegestühlen oder vor einer der angrenzenden Lokalitäten gemütlich gemacht hatten – die Menschen durch die Stadt: die einen nur zum Schauen oder auf der Suche nach einem temperaturbedingt nicht allzu schweißtreibenden Unterhaltungsangebot wie etwa Glücksraddrehen, die anderen aber auch in Kauflaune. Sie sei nach einem anstrengenden Tag jetzt bereit zum Geldausgeben, sagt – halb ernst und halb scherzhaft gemeint – die Schorndorfer Wirtschaftsförderin Gabriele Koch, und richtig ernst machte der Geschäftsführer der Metzgerei Winter, Andreas Kettner, der einfach nur begeistert war, einen ganzen Abend lang so entspannt und ohne zeitlichen Druck einkaufen zu können.

Händler werden nach ihren Erfahrungen und Wünschen gefragt

Insoweit alles gut also – und doch wieder auch nicht. Denn offiziell, so die Auskunft von Centro-Geschäftsführer Uli Fink, hatten sich nur 45 von 120 Centro-Mitgliedern – und auch einige wenige Händler, die nicht Centro-Mitglied sind – zur Teilnahme am Mitternachtsshopping angemeldet und den langen Einkaufsabend mehr oder weniger enthusiastisch zum Einkaufserlebnis werden lassen. Mehr, indem sie mit ihren Angeboten auf die Straße und aktiv auf die potenziellen Kunden zugegangen sind, weniger, indem sie die vorgegebene Öffnungszeit bis 23 Uhr nur mit Mühe oder gar nicht eingehalten haben. „Es ist natürlich schwierig, die Menschen an so einem schönen Sommerabend in die Läden zu bringen“, weiß auch der Centro-Geschäftsführer.

Für ihn stellt sich aber gleichwohl die Frage stellt, ob es nach den diesjährigen Erfahrungen Sinn macht, auch im kommenden Jahr wieder Kraft und Energie in die Organisation einer solchen Veranstaltung zu stecken. Schließlich sei das Sommer- oder – wie es zwischendurch mal hieß – Mitternachtsshopping in einer Zeit entstanden, als es noch einer Sonderregelung bedurfte, Läden über die normalen Öffnungszeiten hinaus offen zu lassen. Heute, so Fink, sei längeres Einkaufen – ganz abgesehen vom Online-Handel – nichts Besonderes mehr, weshalb so eine Aktion wie die jetzige nur Sinn mache, wenn sie zu einem echten Erlebnis werde. Vor einem Schnellschuss in die eine oder andere Richtung sollen jetzt erst einmal die Innenstadt-Händler selber nach ihren Erfahrungen und Wünschen gefragt werden. So wie das kürzlich passiert ist, als es um das Interesse an einem dritten verkaufsoffenen Sonntag ging. Ein solcher ist, wie der Centro-Geschäftsführer sagt, auf eindeutige Ablehnung gestoßen.


Sommer-Filmfestival

Das eine Event ist noch nicht richtig abgearbeitet, da laufen bei Schorndorf schon die Vorbereitungen für das nächste auf Hochtouren.

Vom 10 bis 19. August findet wieder das Sommer-Filmfestival statt – wegen der Gartenschau, durch die das Areal beim Burgschloss blockiert ist, auch diesmal wieder beim Stadtbiergarten.