Schorndorf

Spürhund im Einsatz

Plüderhausen: Spürhund im Einsatz_0
Dieser Hund kann mehr, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Er war am Mittwoch als Personenspürhund am Tatort in Plüderhausen im Einsatz. © Polizeipräsidium Aalen

Plüderhausen. Am Mittwoch war erneut ein Spürhund in Plüderhausen im Einsatz: Die Polizei arbeitet mit Hochdruck daran, den Mann festzusetzen, der in der Nacht auf Sonntag einen 53-Jährigen in dessen Haus mit einem Messer schwer verletzt hat.

Der 53-Jährige musste schwer verletzt in eine Klinik eingeliefert werden. Er hatte den Mann in der Nacht im Schlafzimmer seiner Tochter ertappt; das Mädchen war nicht zu Hause gewesen. Der Täter konnte entkommen.



Die Spurensuche ist offenbar noch nicht abgeschlossen

Dass die Menschen, ganz besonders die betroffene Familie, nun Angst haben und im Ort vieles geredet wird, ist völlig klar.

Tatsache ist: Die Polizei hat Spuren am Tatort gefunden. „Wir tappen nicht komplett im Dunkeln“, hatte Polizei-Pressesprecher Ronald Krötz bereits am Dienstag gesagt.

Die Spurensuche und -auswertung ist offenbar noch nicht abgeschlossen. Laut Krötz sind seit Sonntag Kriminaltechniker im Einsatz. Am Mittwoch hat erneut ein Polizei-Spürhund den Tatort abgesucht. Erfahrungsgemäß dauert es – je nach Art der Spuren – eine Zeit lang, bis diese belastbar ausgewertet sind und, falls möglich, eventuell einem Tatverdächtigen zugeordnet werden können.

Staatsanwaltschaft entscheidet über Öffentlichkeitsarbeit

Das Bedürfnis der Öffentlichkeit, mehr Informationen zu erhalten, ist verständlich. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wartet erst noch weitere Erkenntnisse ab. „Die Ermittlungen könnten sonst massiv gefährdet werden“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Heiner Römhild, auf Anfrage dieser Zeitung.

In einem schwerwiegenden Fall wie diesem liegt die Entscheidung, wann welche Informationen öffentlich zur Verfügung gestellt werden, bei der Staatsanwaltschaft.

Grundsätzlich gilt: Sollte ein Tatverdächtiger ermittelt werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, bevor ein Richter Untersuchungshaft anordnet. Es müssen entweder Haftgründe vorliegen, also beispielsweise Flucht- oder Verdunkelungsgefahr. Oder es muss ein dringender Tatverdacht vorliegen – oder beides.

In welchen Fällen ein Tatverdacht als dringend einzustufen ist, liegt im Ermessensspielraum der Juristen. Sie unterscheiden zwischen drei Stufen eines Verdachts: Anfangsverdacht, hinreichender oder dringender Tatverdacht. Von einem dringenden Tatverdacht ist auszugehen, wenn die Ermittlungen ergeben, dass ein Verdächtiger mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ die Straftat begangen hat, wie Heiner Römhild erläutert.


Gerüche

Personenspürhunde werden bei der Polizei „Mantrailer“ genannt. Ein solcher Hund kann menschliche Gerüche sehr fein voneinander unterscheiden und ist darauf trainiert, sich bei der Suche auf ganz bestimmte Geruchsmerkmale zu konzentrieren.