Schorndorf

Spaß am Malen in Gemeinschaft

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Monika Stahl, die Leiterin der Malgruppe, unterhält sich mit Besucherinnen der Vernissage zur Ausstellung im Winterbacher Rathaus. © Ramona Adolf

Winterbach. Bis September zieren sie die Wände im Winterbacher Rathaus: Mehr als 30 Gemälde, die Bewohner des Pflegeheims unter Anleitung ihrer ehrenamtlichen Lehrerin Monika Stahl aufs Papier gebracht haben.

Der Altersdurchschnitt im Rathaus ist an diesem Donnerstagnachmittag kurzzeitig stark gestiegen, wie Bürgermeister Albrecht Ulrich feststellte, als er die Besucher zur Vernissage begrüßte. Außer den Künstlerinnen der Malgruppe des Pflegeheims waren viele andere Bewohner gekommen. Und das tat dem Rathaus durchaus gut, denn mit ihnen hielten mehr als 30 Bilder Einzug, die bis September die Wände in Treppenhaus und Fluren schmücken. „Wir sind immer froh, wenn wir Kunst an den sonst kahlen Wänden haben“, so der Bürgermeister.

Zu sehen ist „Eine „Mal-Reise durch das Jahr“. Es gibt Bilder mit Frühlingsblumenfeldern und Blumensträußen, verschneite Landschaften, grüne Wälder, herbstliche Bäume und weitere Motive. Eine Besucherin stand bei der Vernissage vor einem Bild mit perfektem Licht- und Farbenspiel und staunte. Mit „Hilfestellung“ entstünden die Werke, erklärte Monika Stahl auf Nachfrage der Besucherin.

Stahl leitet die Gruppe seit 2007 ehrenamtlich. Sie unterrichtet auch an der Kunstschule Unteres Remstal und kam ins Winterbacher Pflegeheim, als ihr Schwiegervater dort lebte. „Sie ist super“, sagt eine der Malerinnen, Annie Gröbner, über Monika Stahl. Und: Man müsste so eine wie sie eigentlich noch mal finden. Zu Beginn hatte Stahl noch Unterstützung von Kolleginnen, heute macht sie die Gruppe allein.

Sechs Heim-Bewohner sind in der Gruppe, derzeit nur Damen. Sie kommen wöchentlich zusammen, um unter Anleitung von Monika Stahl zu malen. Dazu bringt Stahl ihnen Vorlagen mit, Fotos oder Postkarten, und schlägt Themen vor, die dann gemeinsam besprochen und ausgewählt werden. Meist sind es Landschaften oder Objekte aus der Natur. Die Gruppenleiterin mischt den Künstlerinnen dann die Farben passend vor und sagt ihnen, wo sie sie wie auftragen sollen. So entsteht Schicht für Schicht aus Acrylfarben das Bild. Und selbst wenn mehrere das gleiche Vorbild haben und die gleichen Farben verwenden, geraten alle Werke individuell.

Die Freude kommt für die Künstlerinnen dann vor allem am Ende, wenn sie das Ergebnis ihres Schaffens sehen, sagt Monika Stahl. Der Spaß ist für sie das Wichtigste. Zu Beginn habe sie probiert, ihre Gruppe malen zu lassen, was und wie sie wollten. Doch sie merkte: Das funktioniert nicht. Wenn die Malerinnen feststellten, dass es nicht so wird, wie es sein soll, ging ihnen der Spaß verloren. Zum positiven Malerlebnis gehört auch die Gemeinschaft, im Kreis zu sitzen und zu erzählen, sagt Monika Stahl „Die Bilder strahlen Lebensfreude aus“, bemerkte Bürgermeister Ulrich bei der Ausstellungseröffnung.

Zu sehen sind sie im Rathaus bis September. Wer eines der Bilder erwerben will, der kann sich an das Pflegeheim wenden.