Schorndorf

Spatenstich für den Kindergarten Stöhrerweg

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Ordentlich Staub aufgewirbelt haben beim ersten Spatenstich für den Kindergarten Stöhrerweg: Tim Schopf als Vertreter des Gemeinderats, Ulrich Deisser von der Rubner Objektbau GmbH, Finanzbürgermeister Thorsten Englert, OB Matthias Klopfer, Architekt Oliver Hilt, Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich, Fachbereichsleiter Kindertagesstätten Markus Weiß und Projektleiter Bernhard Gunesch vom Fachbereich Gebäudemanagement (von links). © Ralph Steinemann Pressefoto

Dreieinhalb Monate Corona-Verzögerung und trotzdem wird der Kindergarten Stöhrerweg wohl nur einen Monat später öffnen als geplant: Möglich macht’s, das war am Dienstagvormittag beim ersten Spatenstich auf dem alten Aschenplatz der Rainbrunnenschule zu erfahren, die Holzständerbauweise, mit der die Stadt die Rubner Objektbau GmbH aus Bruneck in Südtirol als Generalunternehmer beauftragt hat. Weil Wand- und Deckenelemente im Werk vorgefertigt und dann auf Tiefladern nach Schorndorf transportiert werden, kann die Bauphase erheblich abgekürzt werden. Dieses schnelle Arbeitstempo zu beobachten, versprach Ulrich Deisser von der Rubner Objektbau GmbH, „wird auch spektakulär für die Bevölkerung“, für die sich zugleich die Belastung in Grenzen halten soll.

Mit zehn Tiefladern, schätzt Deisser, werden alle Bauteile vor Ort sein. Es wird weniger gehämmert und gesägt als bei einem vergleichbaren Massivbau. Außerdem fallen, da der sechsgruppige Kindergarten nicht unterkellert wird, Erdarbeiten weg. Oberbürgermeister Matthias Klopfer bittet bei den Anwohnern dennoch um Verständnis: „Es wird mehr Verkehr geben, weil der Großteil der Eltern mit dem Auto kommen wird.“

Platz 100 Kinder in sechs Gruppen

Ende April 2021 soll der eingeschossige Kindergarten Stöhrerweg – unter städtischer Trägerschaft und nach Entwurf der Stuttgarter Architekturagentur – bezugsfertig sein und Platz für 100 Kinder bieten. Damit der Start reibungslos gelingen kann, wird bereits sechs Monate vor dem Einzugstermin eine Kindergartenleitung eingestellt. Mit der Vergabe an einen Generalunternehmer, der eine schlüsselfertige Herstellung mit Kosten-, Termin- und Gewährleistungsgarantie verspricht, hat die Stadt zuletzt beim Kindergarten Haldenstraße gute Erfahrungen gemacht – und will dies auch bei weiteren Kindergartenbauten tun. Ohne böse Überraschungen werden sich die Baukosten für den Kindergarten am Stöhrerweg auf fast fünf Millionen Euro belaufen. Dazu kommen noch 210 000 Euro fürs Mobiliar und 150 000 Euro für die Erschließung. Zugleich rechnet die Stadt aber auch mit Landeszuschüssen in Höhe von 744 000 Euro.

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Bis Ende Oktober soll von der maroden Rainbrunnenschule nichts mehr übrig sein. © Ralph Steinemann Pressefoto

Abbruch der maroden Rainbrunnengrundschule

Mit ungefähr 15 Millionen Euro ist dafür der Neubau der Rainbrunnenschule veranschlagt: Parallel zum Baubeginn am Stöhrerweg haben hier am Dienstag die Abbrucharbeiten am fast 50 Jahre alten, maroden Schulprovisorium begonnen. Bis Anfang August soll das Schulgebäude leergeräumt und entkernt sein. Ein Großteil der Abbrucharbeiten, sagt Bernhard Gunesch vom Fachbereich Gebäudemanagement, wird in die Sommerferien verlegt. Bis spätestens Ende Oktober sollen der Abbruch abgeschlossen – und alle vorhandenen Schadstoffe entsorgt sein. Bevor im Frühjahr 2021 mit dem Neubau begonnen und im Herbst 2022 der Einzug gefeiert werden kann, braucht es allerdings noch eine Gemeinderatsentscheidung.

Und bis zum Einzug in den Neubau wird der Unterricht in der Containerschule nebenan auf dem ehemaligen Kleinspielfeld weiterlaufen: 2,9 Millionen Euro hat sich die Stadt dieses Ausweichquartier kosten lassen, nachdem bekannt wurde, dass es seit Jahren ein Schimmelproblem im alten Grundschulgebäude gibt und Eltern von hustenden, blutspuckenden Kindern berichteten, von vermehrten Asthmaanfällen und Dauerinfektionen auch im Kollegium die Rede war. Damit ließ sich der ursprüngliche Plan der Stadt, die Grundschule bis zum Jahr 2030 fitzumachen, nicht verwirklichen.