Schorndorf

Spatenstich: Wie die alte Kelter in Miedelsbach als Arnold-Akademie eine Zukunft erhält

SpatenstichKelter
Der erste Spatenstich an der alten Miedelsbacher Kelter für die künftige Arnold-Akademie: Wolfgang Hess, Bauleiter für den Rohbau (von links nach rechts), Projekt- und Bauleiter Heinz Brazel, Oberbürgermeister Matthias Klopfer, Hans-Joachim Arnold, Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens Arnold Glas, der Miedelsbacher Ortsvorsteher Thomas Rösch sowie Architektin Dr.-Ing. Sigrid Hintersteininger ließen symbolisch die Erde durch die Luft fliegen. Fotos: Schneider © Gaby Schneider

„Was für ein wunderbarer Tag“, freute sich Oberbürgermeister Matthias Klopfer beim ersten Spatenstich für den Umbau der alten Kelter in Miedelsbach. In der Tat: Eines der ältesten Gebäude des Teilorts bleibt für die Zukunft erhalten, wird weiterhin das Ortsbild prägen, in neuer, modernerer Erscheinung, und dient künftig als Ort von Fort- und Weiterbildung, von Begegnungen, Veranstaltungen, Festen und Geselligkeit.

Möglich wird das, weil die Glaswerke Arnold aus Remshalden die alte Kelter im Wege des Erbbaurechts erworben und ein Sanierungskonzept entwickelt haben (wie berichtet). Die alte Kelter gehört zur Firmengeschichte. Daran erinnerte Hans-Joachim Arnold, Aufsichtsratsvorsitzender von Arnold Glas und Sohn des Unternehmensgründers, in seinem Grußwort. 1959/1960 fungierte die alte Kelter nämlich als erste Produktionsstätte der Glaswerke Arnold. Vater Alfred Arnold arbeitete hier selbst am Zuschneidetisch. Er entwickelte 1959 ein neues Fertigungsprinzip für Mehrscheiben-Isoliergläser, das sich schnell zu einem industriellen Standard entwickelte.

„Etwas Dauerhaftes mit dem Namen Alfred Arnold verbinden“

Im vergangenen Jahr wäre der Unternehmensgründer 100 Jahre alt geworden. Statt einer großen Party wollte man lieber „an den Ursprung gehen, etwas Dauerhaftes mit dem Namen Alfred Arnold verbinden“, sagte Hans-Joachim Arnold. Und auch „etwas zurückgeben von dem, was wir bekommen haben“, meinte er zu Rahmenbedingungen und sprach von einem „kleinen Dankeschön“. Er würdigte auch frühe treibende Kräfte für den Erhalt der Kelter aus Miedelsbach.

Das Gebäude wird dem Unternehmen künftig als „Arnold-Akademie“ für Fort- und Weiterbildungen sowie interne Events dienen. Es soll aber auch für Feiern und kulturelle Veranstaltungen der Miedelsbacher Bürger nutzbar sein. Zunächst stehen nun Umbauarbeiten an. „Sie wird moderner“, kündigte Hans-Joachim Arnold an. „Aber trotzdem werden Sie die Kelter wiedererkennen.“ Das Unternehmen will künftig hier „mit Mitarbeitern und Kunden zelebrieren: Da kommen wir her, das sind wir.“

Die Arnold-Akademie soll sich mit Leben füllen, auch aus der Bevölkerung und der Stadt, unterstrich Arnold. „Es geht darum, dem Gebäude eine Bestimmung zu geben“, kurz: „Da muss auch Leben rein.“

Zum festlichen Anlass im coronabedingt kleineren Rahmen verteilte der Unternehmer eine Broschüre zum Projekt, auch eine Internet-Seite wurde eingerichtet.

Oberbürgermeister Matthias Klopfer war die Freude über den Anlass ebenso anzumerken. Er ging in seinem Grußwort auf die Ursprünge des Unternehmens ein. „Man spürt den Familienunternehmer, der entscheidet“, meinte Klopfer, und der „weiß, wo seine Wurzeln sind“.

Kurz erinnerte der Oberbürgermeister an vorherige Überlegungen zur Nutzung der Kelter. Bis zum Herbst 2014 wurde das Gebäude als Lagerfläche vermietet. 2015 ergab eine Untersuchung des städtischen Fachbereichs Gebäudemanagement, dass eine Sanierung, die nötig gewesen wäre, um das Haus etwa als kommunalen Veranstaltungsort zu nutzen, sehr teuer geworden wäre. Über einen Abbruch der Kelter wurde ebenfalls nachgedacht. Der hätte rund 100 000 Euro gekostet. Der Gedanke aber stieß in Miedelsbach auf wenig Resonanz.

„Ich bin sicher, dass sich die ganze Ortschaft wahnsinnig freut“

Nun hat sich eine ganz andere Lösung durch ein Unternehmen gefunden. Das, so betonte Klopfer, der Gemeinschaft dort, wo es seine Wurzeln hat, etwas zurückgibt. Die künftige Nutzung der Kelter: „Da freut sich einfach die ganze Stadt drauf.“ Besuchern, auch internationalen Gästen, könne das Unternehmen dann eine Geschichte erzählen, wo man herkomme. Klopfer erinnerte an die damals kleine, bäuerlich geprägte Gemeinde Miedelsbach. Und betonte für die Zukunft der Kelter: „Ich bin sicher, dass sich die ganze Ortschaft wahnsinnig freut.“

Der Miedelsbacher Ortsvorsteher Thomas Rösch griff die Worte von Hans-Joachim Arnold auf, der mit Blick auf das Projekt von einem „kleinen Dankeschön“ gesprochen hatte. „Wir empfinden es als große Gabe“, betonte Rösch. Er hofft, dass sich in dem Zusammenhang auch Kulturelles etabliert und dankte für das Engagement.

„Einige Dellen, die wir ausbessern müssen“

Architektin Dr. Sigrid Hintersteininger gab einen Ausblick aufs künftige Gebäude. Das Ansinnen des Unternehmens mit dem Andenken an den Vater und Firmengründer sowie die Öffnung des Hauses für die Miedelsbacher, „das hat uns sehr beeindruckt“. Sie sprach von einem „multifunktionalen Haus“ für die Firma Arnold, in dem einzelne Leute oder ganz Miedelsbach zusammenkommen, Feste oder Seminare stattfinden. Es ginge ihr darum, „wie dieser Mix in Architektur übertragen“ werde.

Das historische Gebäude „hat schon einige Dellen, die wir ausbessern müssen“, so Dr. Hintersteininger. Neue Wände werden aufgezogen, Betonwände mit eingeprägter Fachwerkwand entstehen, und anderes Interessantes mehr. „Der alte Dachstuhl ist gut und erhaltenswert“, er wird erhalten. Und es wird Glas verbaut, natürlich.

„Was für ein wunderbarer Tag“, freute sich Oberbürgermeister Matthias Klopfer beim ersten Spatenstich für den Umbau der alten Kelter in Miedelsbach. In der Tat: Eines der ältesten Gebäude des Teilorts bleibt für die Zukunft erhalten, wird weiterhin das Ortsbild prägen, in neuer, modernerer Erscheinung, und dient künftig als Ort von Fort- und Weiterbildung, von Begegnungen, Veranstaltungen, Festen und Geselligkeit.

Möglich wird das, weil die Glaswerke Arnold aus Remshalden die alte

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