Schorndorf

SPD erinnert an Karl-Otto Völker

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Am 5. März wäre Karl-Otto Völker 75 Jahre alt geworden. © Gabriel Habermann

Am 5. März wäre Karl-Otto Völker 75 Jahre alt geworden. Es gibt viel über ihn zu erzählen: Schorndorfer Ehrenbürger, vorbildlicher Kümmerer, lokale SPD-Legende, streitbarer Stadtrat, Helfer, Mentor, Freund. Aber auch einer, der seinen Standpunkt klar vertrat und aneckte. Die SPD Schorndorf möchte in Erinnerung an ihn nicht dieselben alten Geschichten aufwärmen, sondern ihn auf eine andere Art und Weise würdigen. Deshalb äußern sich Stadträte und Vorstandsmitglieder, was ihnen zu Karl-Otto Völker einfällt. Fraktionsvorsitzender Tim Schopf sagt: „Karl-Otto hatte immer ein unglaublich gutes Gespür für kommunalpolitisch relevante Themen. Uns Junge hat er angeleitet und trotzdem Freiheiten gegeben, um eigene Schwerpunktthemen zu finden. Es ist mir eine große Ehre, seine langjährige Funktion als Fraktionsvorsitzender in nächster Generation wahrzunehmen.“

Sabine Reichle fügt hinzu: „Dass ich in Schorndorf lebe, hat auch was mit Karl-Otto zu tun. Die Idee, Holzhäuser im Lindenweg zu bauen, hat er mit unterstützt. Ich habe viel von ihm gelernt, wir haben heftig gestritten und uns wieder versöhnt. Und vielleicht sitze ich auch heute im Gemeinderat, weil er mich mit zum Feuerwehrfest genommen hat und dort sagte: ‘Die könnt ihr wählen.’“

Alle kommunalen Themen, die Heidi Rapp für die Mitbürgerinnen sehr wichtig waren, hätten uneingeschränkt Karl-Ottos volle Unterstützung für die Umsetzung erhalten. Rapp: „Und er war einfach ein super Netzwerker.“

Wirklich erholsam war laut Hans-Ulrich Schmid, dass Völker, wie kein anderer, seinen Mark Twain gelernt hatte: „Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinanderliegen.“ Silke Olbrich sagt, Karl-Otto in zwei, drei Sätze zu packen, sei sehr schwierig, „da er so viele Seiten hatte“. Olbrich sei durch ihn zur SPD und in den Gemeinderat gekommen: „Er war ein guter Mentor.“

Jürgen Erdmann meint: „Karl-Otto hat in Schorndorf sehr viel mitgestaltet und bewegt. Er war ein Kümmerer, der zwar nicht alles selbst erledigen konnte, aber er hat Lösungen angestoßen und angeboten, nicht zuletzt auch durch sein umfangreiches Netzwerk.“ Marcel Kühnert verbindet mit Völker noch seinen berühmten Satz: „Ich kümmere mich darum.“ Dieser Satz sei Ansporn für Engagement in der Kommunalpolitik gewesen und motiviere bis heute.

Merlin Kamps kennt Karl-Otto Völker nur durch Erzählungen ihrer Großmutter Ursel Kamps: „Sie sagt, er hatte ein sicheres Gefühl, was für seine Heimatstadt richtig und wichtig war.“ Anni Betz erinnert sich, „wenn wir nach einem guten Essen mit einem Schnäpsle angestoßen haben“. Er würde sagen: „Das Essen war wieder richtig fettig, da braucht man einen Klaren.“ Milutin Zmijanjac war es persönlich nicht vergönnt, den Ehrenbürger kennenzulernen: „Aber bemerkenswert finde ich, mit welchem tiefen Respekt und auch Bewunderung allenthalben in unserem Ortsverein von ihm gesprochen wird.“ Ingrid Salmann-Kapouranis beschreibt eine Jubilarfeier des greichischen Fußballvereins vor 20 Jahren: Völker war zu Gast und lauschte ihrer Rede: „An diesem Abend hatte ich nicht nur meine politische Heimat – sondern auch einen Freund gefunden.“

Tanja Fuchslocher bringt es auf den Punkt: „Für mich ein Überzeuger, in die SPD einzutreten, und das perfekte Double für Gottlieb Daimler, ich verehre beide Herren!“ Und Jürgen Knappenberger sagt: „Ohne Karl-Otto wäre ich nicht in der SPD und würde mich nicht einen großen Teil meiner Zeit mit Politik beschäftigen. Er hat mein Leben beeinflusst. Ich bin ihm für das alles sehr dankbar.“