Schorndorf

Stadt Schorndorf will barrierefrei werden und macht Umfrage: Wo gibt es Hürden?

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Bordsteinkanten können eine Barriere sein. © Gabriel Habermann

Bordsteine oder Treppen können für manche Mitmenschen zu schier unüberwindlichen Hürden werden. Die Stadt Schorndorf möchte dabei helfen, diese zu überwinden – und startet deshalb eine breit angelegte Umfrage, an der sich möglichst viele beteiligen sollen.

Dabei geht es darum, konkret zu benennen, wo im öffentlichen Raum Hürden bestehen, die seitens der Stadt abgebaut werden können. Die Fachbereiche „Familie und Soziales“ und „Infrastruktur“ bitten deshalb um Unterstützung aus der Bevölkerung: Wo sind diese Stellen konkret? Und welches Problem gibt es dort? Der genannte Ort soll dann von der Stadtverwaltung geprüft werden.

Wie kann man an der Umfrage teilnehmen?

Die Postkarten zur Umfrage werden beim Frühlingserwachen am Sonntag, 27. März, von 11 bis 17 Uhr verteilt. Und zwar von den Inklusionsbeauftragten der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Bündnis für Inklusion. Ab kommender Woche liegen sie in allen Rathäusern aus. „Außerdem werden die Postkarten breit an Organisationen wie die Diakonie verschickt“, sagt Lena Rosteck, die zusammen mit Lillemohr Nähr die Fachstelle für Inklusion bei der Stadt Schorndorf verantwortet. „Wir wollen das möglichst breit streuen und viele erreichen.“ Dabei sollten möglichst alle einbezogen werden, die es auch betreffe. Einsendeschluss ist der 4. Mai.

Neben der Postkarte gibt es auch die Möglichkeit, die Umfrage online unter www.schorndorf.de/inklusion auszufüllen. Um die sprachlichen Hürden gering zu halten, kann man an der Umfrage auch telefonisch oder per E-Mail teilnehmen.

Die Ansprechpartnerinnen sind Lillemor Nähr und Lena Rosteck in der Fachstelle Inklusion im Fachbereich Familie und Soziales, mit Sitz in der Arnold-Galerie, Karlstraße 15. E-Mail: Inklusion@Schorndorf.de, Tel. 0 71 51/602-33 19.

Was passiert mit den Ergebnissen der Umfrage?

Diese werden gesammelt und am 18. Mai bei einer öffentlichen Bürgerbeteiligung in der Barbara-Künkelin-Halle vorgestellt und besprochen. „Da sollten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger kommen“, hofft Rosteck. Denn „die Ideen sollen nicht in der Schublade landen, wir wollen etwas bewirken“. Konkret werden Mitarbeiter des Fachbereichs Infrastruktur vor Ort sein, die Umfrageergebnisse präsentieren und gemeinsam überlegen, wie es weitergeht.

Wann werden die Vorschläge umgesetzt?

Nicht alles werde sich sofort umsetzen lassen, betont Lena Rosteck vom Fachbereich Inklusion. „Die Kollegen von der Infrastruktur planen langfristig.“ Was von den Bürgern vorgeschlagen wird und sich umsetzen lässt, werde aber in eine Liste aufgenommen und dann nach und nach abgearbeitet.

Wie steht es um die Barrierefreiheit der städtischen Gebäude?

„Wir versuchen, dieses Thema bei jedem Umbau oder Neubau direkt mit einzubeziehen“, sagt Rosteck. „Wir sind hier in einem Übergangszeitraum." Es gebe noch Gebäude, wie das am Archivplatz, die noch nicht barrierefrei sind. Dafür gebe es das „Projekt Hürdenlos“, das zuletzt coronabedingt leider etwas auf der Strecke geblieben sei. Hierfür werden Ehrenamtliche gesucht, die ganz konkret bei der Vermessung der öffentlichen Gebäude der Stadt helfen, um Hürden zu identifizieren.

Welche weiteren Barrieren sollen noch angegangen werden?

Beim Thema Inklusion geht es nicht nur um den Abbau von Hürden für Menschen mit Behinderungen. Der Begriff wird bei der Stadt Schorndorf viel weiter gefasst. Bei dem Thema geht es um taktile Leitsysteme, aber auch sprachliche Barrieren. Etwa wenn Menschen nicht so gut lesen können und auf eine „einfache Sprache“ angewiesen sind – oder als Flüchtlinge und Migranten noch keine großen Sprachkenntnisse haben.

Vergangenes Jahr hat die Stadt dazu einen 100 Maßnahmen umfassenden Aktionsplan verfasst, der inzwischen auch vom Gemeinderat beschlossen wurde. Er reicht von der Erfassung von Grünphasen an Ampeln über inklusive Spielgeräte an Spielplätzen, die Sensibilisierung von Rathaus-Mitarbeitern bis zu einer Version der städtischen Homepage in „einfacher Sprache“. (Hier gibt es den kompletten Aktionsplan als pdf zum Download.)

Dass der Gemeinderat dem zugestimmt hat, darüber ist Rosteck „ganz arg froh“. Denn damit könne der Fachbereich Inklusion, der bisher vor allem theoretisch gearbeitet habe, auch praktisch durchstarten.

Bordsteine oder Treppen können für manche Mitmenschen zu schier unüberwindlichen Hürden werden. Die Stadt Schorndorf möchte dabei helfen, diese zu überwinden – und startet deshalb eine breit angelegte Umfrage, an der sich möglichst viele beteiligen sollen.

Dabei geht es darum, konkret zu benennen, wo im öffentlichen Raum Hürden bestehen, die seitens der Stadt abgebaut werden können. Die Fachbereiche „Familie und Soziales“ und „Infrastruktur“ bitten deshalb um Unterstützung aus der

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