Schorndorf

Stadtkirche Schorndorf: Erinnerungsveranstaltung für Opfer der NS-„Euthanasie“

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Die Gedenkveranstaltung wird in der Stadtkirche abgehalten. © Alexandra Palmizi

Die Arbeit in den Archiven ist zeitaufwendig, viele Unterlagen sind nicht aufgearbeitet oder gar nicht mehr vorhanden, und die Geschichten der Menschen machen betroffen. Trotzdem, oder besser: gerade deswegen, hat das Team des Stadtmuseums Schorndorf unter der Leitung von Dr. Andrea Bergler weitere 14 Bürgerinnen und Bürger aus Schorndorf ausfindig gemacht, die von den Nationalsozialisten im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ ermordet wurden. Vier Schorndorfer Opfer der NS-„Euthanasie“ waren bisher bereits bekannt. An all diese Menschen soll am Freitag, 8. April, 19.30 Uhr, erinnert werden. Das Gedenken findet in der Stadtkirche Schorndorf statt. Wer kommen möchte, sollte sich anmelden.

Impuls, Vortrag und Gedenken

Für Dorothee Eisrich, Pfarrerin der Stadtkirche, war es selbstverständlich, dass die Veranstaltung in ihrer Kirche stattfinden kann. Nach ihrer Begrüßung wird es einen Impuls von Oberbürgermeister Bernd Hornikel geben. „Frau Dr. Bergler und ihre Mitarbeitenden haben einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Geschichte in Schorndorf geleistet. Die Erinnerung an das Leben der zu Unrecht Verfolgten wachzuhalten, ist eine unverzichtbare Aufgabe.“ Im Anschluss wird Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, einen Vortrag über die „Erinnerungsgeschichte der NS-„Euthanasie“-Verbrechen“ halten. Schließlich wird durch das Vorlesen der Namen und das Entzünden von Kerzen der Opfer aus Schorndorf gedacht. Museumsleiterin Bergler meint: „Noch ist es leider nicht möglich, die Suche nach Opfern der T4-Aktion aus Schorndorf als komplett abgeschlossen zu betrachten. In einigen der damals involvierten Einrichtungen sind längst nicht alle Unterlagen aufgearbeitet. Es können jederzeit weitere Namen von Personen aus Schorndorf auftauchen oder sich deren Geschichten vervollständigen.“

Um Anmeldung wird gebeten

Musikalisch umrahmt wird das Ganze von Jochen Kefer am Violoncello. Die Veranstaltung ist öffentlich und das interessierte Publikum ist herzlich eingeladen. Um Anmeldung bei Jasmin Riedel unter Telefon 0 71 81/6 02 11 32 oder per E-Mail an jasmin.riedel@schorndorf.de wird gebeten. Die Veranstaltung wird gemäß der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg durchgeführt. Die Sonderausstellung „Tiergartenstraße 4 - Die Geschichte eines schwierigen Ortes + Schorndorfer Opfer der NS-„Euthanasie“ im Stadtmuseum ist an diesem Abend von 18 bis 22 Uhr kostenfrei geöffnet.

Der Hintergrund

Eine Villa in der Tiergartenstraße 4 in Berlin war vor 82 Jahren Ausgangspunkt des ersten großen Vernichtungsprogramms der Nationalsozialisten. Nach heutigem Kenntnisstand fielen der sogenannten „Aktion T4“ über 70.000 Menschen aus psychiatrischen Anstalten und Behinderteneinrichtungen zum Opfer. Allein in Grafeneck wurden über 10.600 Personen ermordet. Die aktuelle Ausstellung dazu im Stadtmuseum Schorndorf kann noch bis zum 18. April besucht werden.

Die Arbeit in den Archiven ist zeitaufwendig, viele Unterlagen sind nicht aufgearbeitet oder gar nicht mehr vorhanden, und die Geschichten der Menschen machen betroffen. Trotzdem, oder besser: gerade deswegen, hat das Team des Stadtmuseums Schorndorf unter der Leitung von Dr. Andrea Bergler weitere 14 Bürgerinnen und Bürger aus Schorndorf ausfindig gemacht, die von den Nationalsozialisten im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ ermordet wurden. Vier Schorndorfer Opfer der NS-„Euthanasie“ waren

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