Schorndorf

Stadtwerke-Neubau: Ausgleichsflächen sind auf einem gutem Weg, Naturschützer sehen's dennoch kritisch

Stadtwerkeneubau
Ein halbes Jahr vor dem geplanten Einzug wird das Ausmaß der Versiegelung klar: Rund um den Stadtwerke-Neubau wird es auch Parkplätze und Abstellflächen geben. © Gaby Schneider

Naturschützer haben von Anfang an ihre Bedenken angemeldet – und trotzdem hat der Gemeinderat vor drei Jahren mit einem Satzungsbeschluss den Weg frei gemacht für das neue Gewerbegebiet „Auwiesen“. Damit konnte auf der Au, auf den saftig-grünen Wiesen zwischen Hammerschlag und Stadion, das neue Verwaltungsgebäude für die Stadtwerke, für die Zentralen Dienste und die Technischen Ämter gebaut werden. Dass hier in großem Stil Feuchtwiesen versiegelt werden, sieht die BUND-Ortsgruppe noch immer kritisch: „Das ist eine Versickerungsfläche, die wichtig ist, wenn es Wassermangel gibt“, begründet Rudolf Berkemer die kritische Haltung. Andere sehen den Erholungsfaktor der Au, durch die seit der Gartenschau ja auch der Remstalradweg führt, gefährdet.

Vier Nistkästen hängen schon 

Doch Fledermäuse, die das Bauvorhaben hätten zunichtemachen können, wurden damals trotz intensiver Suche nicht gefunden. Und bei den Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung der Wiesenflächen, die im östlichen Teil ins Wasserschutzgebiet „Roßwasen/Altlache“ reichen, sieht Thorsten Donn, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Baurecht, die Stadt „auf einem guten Weg“: Noch vor Baubeginn wurden als artenschutzrechtlich vorgezogene Ausgleichsmaßnahme bereits rund um den Neubau vier Nistkästen für den Haussperling als betroffene Vogelart aufgehängt. Dazu kommen drei Ausgleichsflächen im Gewann Ramsbach, wo eine Fett- und eine Nasswiese extensiviert, also verwildert werden. Außerdem wird dort Acker- in Grünland umgewandelt. Aktuell, sagt Fachbereichsleiter Donn, werden die betroffenen Pachtflächen gekündigt, im kommenden Jahr sollen die Wiesen eingesät werden. Auf dem Stadtwerke-Grundstück kommen darüber hinaus auf einer Pflanzgebotsfläche Bäume und Sträucher dazu. Und: Für den Stadtwerke-Neubau können Ökopunkte aus Waldrefugiums-Flächen geltend gemacht werden.

Das Ziel: Ein Vorrat an Ausgleichsflächen

Dass der Ausgleich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig erbracht ist, ist dabei keine Seltenheit. Doch Donn versichert – und tritt damit Vorwürfen entgegen, für den Stadtwerke-Neubau gäbe es nicht genügend Ausgleichsflächen: Auch wenn es mühsam sei, ausreichende und passende Flächen zu finden, in all jenen Bebauungsplänen, in denen die Stadt gesetzlich eine Eingriffs-/Ausgleich-Bilanz durchführen und Ausgleich bereitstellen muss, „wird das selbstverständlich getan, da liegt nichts im Argen“. Ziel für die Zukunft aber sei, hier einen Vorrat anzulegen.

Tatsächlich wird das Ausmaß der Versiegelung aber erst jetzt so richtig deutlich, ein halbes Jahr vor dem geplanten Einzug. Statt saftig-grüner Wiesen auf der Au, erscheint die Realität jetzt grau in grau: Direkt an den Gebäuden wird eine Ausfahrt aus dem Betriebshof angelegt, dort wird es auch Parkplätze für Dienstfahrzeuge der Stadtwerke geben. Die große Fläche, die auf der nördlichen Seite frisch betoniert ist, wird als Lagerfläche für Kabeltrommeln, Schüttgut und als Abstellfläche für Abfallcontainer dienen. Davor ist eine Grünfläche geplant, die von den Zentralen Diensten als sogenannte Grüneinschlagfläche, also als Zwischenlager für Pflanzen, genutzt wird. Insgesamt beträgt die überbaute Grundstücksfläche 17 700 Quadratmeter – inklusive einem erst nach der Baugenehmigung dazugekommenen Grundstück im Südzipfel des Geländes und der 2019 für den Einzug der Technischen Ämter beschlossenen Aufstockung des Neubaus.

Naturschützer haben von Anfang an ihre Bedenken angemeldet – und trotzdem hat der Gemeinderat vor drei Jahren mit einem Satzungsbeschluss den Weg frei gemacht für das neue Gewerbegebiet „Auwiesen“. Damit konnte auf der Au, auf den saftig-grünen Wiesen zwischen Hammerschlag und Stadion, das neue Verwaltungsgebäude für die Stadtwerke, für die Zentralen Dienste und die Technischen Ämter gebaut werden. Dass hier in großem Stil Feuchtwiesen versiegelt werden, sieht die BUND-Ortsgruppe noch immer

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